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Ren|ten|in|for|ma|ti|on… im Klartext und zum Weiterdenken

Machen Sie den Renten-Check!

Einmal jährlich erhält jeder Rentenversicherte Post von der Deutschen Rentenversicherung. Die Renteninformation ist eine Prognose über die künftigen Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung.

Aber: Die Information vermittelt einen viel zu positiven Eindruck davon, wie viel tatsächlich an Rente bezahlt wird.


Renteninfo

Punkt 1: In der Renteninformation steht "Ihre Regelaltersrente würde am (...) beginnen."

  • Wann möchten Sie in Rente gehen?
    Schon vor dem Erreichen Ihres offiziellen Rentenalters? Rechnen Sie mit einem lebenslangen Abschlag von 0,3% pro Monat, den Sie früher in Rente gehen. Berücksichtigen Sie auch, dass Beitragszeiten fehlen können, die die Rente kürzen.
  • Ist diese Rente garantiert?
    Derzeit ja. Aber jede gesetzliche Änderung, jede Rentenreform kann sich auf die Höhe auswirken.
  • Wie hoch schätzen Sie Ihre Netto-Rente?
    Achtung Brutto-Rente! Von diesen Beträgen gehen noch Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge ab. Je nach Einkommen fallen zusätzlich Steuern an.

Punkt 2: In der Renteninformation steht "Rente wegen voller Erwerbsminderung"

  • Könnten Sie von der gesetzlichen Erwerbsminderungs-Rente leben?
    Die Rente wegen voller Erwerbsminderung (EMR) ist keine Berufsunfähigkeits-Absicherung. Die volle Leistung gibt es nur, wenn Sie weniger als 3 Stunden amTag arbeiten können.

Punkt 3: In der Renteninformation steht "Höhe Ihrer künftigen Regelaltersrente"

  • Für wie realistisch halten Sie diese Hochrechnung?
    Die Rentenanwartschaft bzw. die Rentenhöhe ist nicht garantiert. Bis zum Renteneintrittsalter 67 können Krankheit, Kindererziehungszeiten oder Arbeitslosigkeit die prognostizierten Beträge reduzieren.

Punkt 4: In der Renteninformation steht "Rentenanpassung"

  • Wie schätzen Sie künftige Rentenerhöhungen ein?
    Rentenerhöhungen von 1 oder 2 % bzw. sich daraus ergebende Werte erzeugen Erwartungen und lösen ein Gefühl von falscher Sicherheit aus. Rentensteigerungen sind möglich, stagnieren aber in den letzten Jahren. In den Jahren 2004 bis 2010 wurden die Renten nur im Durchschnitt mit 0,57% angepasst.

Punkt 5: In der Renteninformation steht "Bei der ergänzenden Altersvorsorge sollten Sie - wie bei Ihrer zu erwartenden Rente - den Kaufkraftverlust beachten."

  • Wie hoch schätzen Sie die Kaufkraft Ihrer Rente in 20 Jahren ein?
    Der Kaufkraftverlust wurde in den Hochrechnungen nicht berücksichtigt. Die durchschnittliche Inflationsrate wird mit 1,5 % angenommen (auf Seite 2 der Renteninformation). Tatsächlich beträgt die durchschnittliche Inflation 2,3 % p.a. für die vergangenen 30 Jahre. D.h. wer z. B. in 20 Jahren in Rente geht, kann sich dann von 1.000 Euro nur noch so viel kaufen wie heute mit 640 Euro.
  • Immerhin! Die Renteninformation weist Sie darauf hin, dass Sie zusätzlich etwas für Ihre Absicherung im Alter tun sollten.

Ren|ten|pa|ket - Ein Paket in 4 Teilen

Seit 1.Juli 2014 gilt das neue Rentenpaket. Das Gesetz über Leistungsverbesserung in der Rentenversicherung enthält: Rente ab 63, Mütterrente, Erwerbsminderungs-Rente und ein erhöhtes Reha-Budget.

1. ab|schlags|freie| Ren|te ab 63

Die „Rente ab 63“ ist eine Ergänzung der 2012 eingeführten Altersrente für langjährig Versicherte. Nach 45 Beitragsjahren kann man ohne Abschläge in Rente gehen. Neu ist, dass jetzt auch Zeiten freiwilliger Beitragszahlung angerechnet werden, ebenso wie kurze Unterbrechungen wie z. B. durch Arbeitslosigkeit.

Die Altersgrenze „ab 63“ gilt allerdings nur für die Jahrgänge 1952 und älter.

Anhebung der Regelaltersgrenze

Tabelle Abschlagsfreie Rente

Für alle anderen bleibt es bei der 2007 beschlossenen Anhebung der Regelaltersgrenze. Allerdings können sie nach den 45 Beitragsjahren ihren Renteneintritt um zwei Jahre vorverlegen.

Rechentool unter: www.rentenpaket.de

Lese-Beispiel: Das früheste Renteneintrittsalter für einen Versicherten mit Geburtsjahr 1953 wird um 2 Monate auf 63 Jahre und 2 Monate angehoben.

2. Müt|ter|ren|te

Wer für seine Kinder, die vor 1992 geboren wurden, rentenwirksame Erziehungszeiten genommen hat, erhält pro Kind einen Zusatz-Entgeltpunkt. In Zahlen: ca. 30 € pro Kind.

3. ver|bes|ser|te Er|werbs|min|de|rungs|ren|te

Wer aus gesundheitlichen Gründen weniger als 3 oder 6 Stunden am Tag „erwerbstätig“ sein kann, hat Anspruch auf Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit (weniger als 3 Stunden = volle EMR, weniger als 6 Stunden = halbe EMR). Seit dem 1. Juli 2014 wird die sogenannte Zurechnungszeit um zwei Jahre (von 60 auf 62 Jahre) verlängert. Es wird also angenommen, Sie hätten mit Ihrem bisherigen Durchschnittseinkommen bis zum 62. statt wie bisher zum 60. Geburtstag gearbeitet. Zudem werden die letzten 4 Jahre vor Eintritt der Erwerbsminderung nicht bewertet, falls dies für Betroffene günstiger ist. Ergebnis: durchschnittlich ca. 40 Euro brutto mehr Rente.

4. An|pas|sung des Re|ha-Bud|gets

Immer mehr Menschen benötigen Maßnahmen der beruflichen Rehabilitation. Deshalb wurde das Budget dafür um 1,3 Milliarden Euro bis 2020 erhöht. Zum Vergleich das Budget im Jahr 2013: 5,8 Milliarden Euro.

Klartext
  • Der Großteil der gesetzlich Versicherten profitiert nicht von diesem Rentenpaket. Im Gegenteil: Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung sorgen die beschlossenen Maßnahmen für weitere Einschnitte in das Rentensystem.
  • Ohne die teuren Maßnahmen hätte der Rentenbeitrag auf 18,3% gesenkt werden können. Ein Durchschnittsverdiener im Westen Deutschlands hätte so 209 Euro mehr zur Verfügung gehabt (im Osten 176 Euro).

Für weitergehende Beratung wenden Sie sich bitte an Ihre Maklerin oder Ihren Makler!

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"Die Rente ist jetzt!", das erkennt Philipp Kamke, 31, nach seinem Gespräch mit dem Altersvorsorgeexperten Peter Weißenberg vom Verbraucherportal für private Finanzen, biallo.de. Und eines ist sicher - ohne private Vorsorge geht es nicht. Welche Vorsorgeform bis zum Lebensende "durchhält", erläutert Peter Weißenberg ebenfalls.

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Informative Internetseiten zur Rente

Bundesministerium der Finanzen
Einfach erklärt: Die Lebensversicherungsreform

Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV)
http://www.gdv.de/versicherungen/

Initiative der Regionalträger der Deutschen Rentenversicherung und der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See
Die größten Rentenirrtümer

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