Autofahren im Herbst: Tipps für alle gefährlichen Witterungsverhältnisse

Die Tage werden kürzer, die Temperatur sinkt und die Natur färbt sich langsam bunt. Kurzum: Der Herbst ist da. Besonders für Autofahrer bedeutet der Beginn der dunklen Jahreszeit jedoch mehr Stress als Freude. Schließlich können die veränderten Gegebenheiten im Straßenverkehr besonders für Fahranfänger zur echten Herausforderung werden. Denn wie man sich bei Nebel, Nässe, tiefstehender Sonne & Co. richtig verhält, wissen viele Autofahrer nicht.

Um Unfälle zu verhindern und damit Sie sicher durch den Herbst kommen, haben wir die wichtigsten Fahr- und Vorbereitungstipps zusammengefasst.
 

Situationen, die beim Autofahren im Herbst gefährlich werden (können)

Der Herbst gilt als echte Risikojahreszeit für Verkehrsteilnehmer. Nasses Laub, diffuses Licht und wechselhafte Witterung machen vor allem Auto- und Motorradfahrern schon vor dem Winter das Leben schwer. Damit Sie trotzdem sicher auf den Straßen unterwegs sind, ist etwas Vorbereitung nötig. Wie Sie in Gefahrensituationen reagieren, entscheidet schließlich über Ihre eigene Sicherheit. Deshalb zeigen wir Ihnen die wichtigsten Verhaltensregeln für alle typischen Herbstgefahren. 

Was tun bei... Nebel?

Nebel tritt besonders oft im Herbst auf – und das unter Umständen sehr plötzlich. Da ist schnelles Handeln gefragt! Passen Sie Ihr Fahrverhalten den neuen Gegebenheiten an. Das bedeutet konkret: Geschwindigkeit unbedingt (etwas) reduzieren und den Abstand zum Vordermann vergrößern.

Ebenso wichtig wie eine reduzierte Geschwindigkeit ist die richtige Beleuchtung. Dabei ist oft unklar, welche Leuchten bei Nebelaufkommen angemessen und vor allem erlaubt sind. Wir schaffen Klarheit:

  • Abblendlicht: Neben großem Abstand und einer geringen Geschwindigkeit ist bei schlechten Sichtverhältnissen und Dunkelheit das Abblendlicht ein wichtiger Sicherheitsgarant. 
  • Nebelscheinwerfer: Bei vielen Fahrzeugen sind zusätzlich Nebelscheinwerfer vorhanden. Diese sollten Sie verwenden, wenn Ihnen das Abblendlicht auf nebliger Fahrbahn keine Abhilfe mehr schafft. Wichtig: Dabei sollte das Abblendlicht immer zusätzlich aktiviert sein. Zudem können Sie Nebelscheinwerfer ebenso bei schlechter Sicht aufgrund von Schnee und Regen verwenden.  
  • Nebelschlussleuchte: Diese warnt nachfolgende Autofahrer mit einem sehr hellen, roten Licht. Beim Benutzen der Nebelschlussleuchte ist jedoch Vorsicht geboten. Sie darf im Straßenverkehr erst dann eingeschaltet werden, wenn die Sicht bei Nebel weniger als 50 Meter beträgt. Das lässt sich folgendermaßen einschätzen: Wenn Sie an einem Leitpfosten vorbeikommen und den folgenden noch nicht sehen, ist die Sichtweite geringer als 50 Meter. Zudem dürfen Sie bei eingeschalteter Nebelschlussleuchte eine Geschwindigkeit von 50 km/h nicht überschreiten.
  • Fernlicht: Hier ist besondere Vorsicht geboten. Entgegen der Vorstellung vieler verschlechtert das Fernlicht die Sicht bei Nebel nämlich zusätzlich – und das ganz erheblich. Zudem blendet es bei falscher Verwendung vorbeikommende Autofahrer. 

Was tun bei... Wildwechsel?

Im Herbst haben Reh, Wildschwein & Co. Hochsaison auf deutschen Fahrbahnen. Vor allem bei Dämmerung und in der Nacht sollten Autofahrer besonders vorsichtig sein. Es gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Um Wildunfälle zu vermeiden, sollten Sie auf dunklen Landstraßen Ihr Tempo verringern und ausreichend Abstand zu anderen Verkehrsteilnehmern einhalten. Auch die Nutzung von Fernlicht und ein kurzes Hupen (zur Sicherheit) verschreckt die scheuen Tiere zuverlässig. 

Taucht tatsächlich Wild am Straßenrand oder auf der Fahrbahn auf, sollten Sie unbedingt Ruhe bewahren. Unüberlegtes Bremsen oder voreiliges Bewegen des Lenkrads kann nämlich zu besonders schweren Unfällen führen. Damit es bestenfalls gar nicht erst zu einem Zusammenprall mit dem Tier kommt, sollten Sie vom Gas gehen, abblenden und mehrfach die Hupe nutzen. 

Was tun, wenn es doch zu einem Wildunfall kommt?

  • Schritt 1: Bei einem Unfall müssen Sie die betroffene Stelle der Fahrbahn sofort mit einem Warndreieck absichern. 
  • Schritt 2: Daraufhin sollten Sie Verletzte versorgen und den Notruf wählen.
  • Schritt 3: Den Wildwechsel sowie das verletzte Tier müssen der Polizei und dem örtlichen Jäger bzw. Förster gemeldet werden.
  • Schritt 4: Den entstandenen Schaden müssen Sie Ihrer Versicherung anzeigen. Dabei übernimmt die Haftpflichtversicherung Schäden an Leitplanken und anderen Fahr-zeugen. Ihre Teil- oder Vollkaskoversicherung ist für Schäden am eigenen Fahrzeug zuständig. Welche genauen Schäden diese dabei absichert, sollten Sie mit Ihrem Ver-sicherer besprechen.
     

Ach ja: Was Sie bei einem Wildunfall bitte nicht tun sollten:

  • Nach einem Unfall sollten Sie das Tier in keinem Fall ohne Meldung auf der Straße liegenlassen. Denn so verstoßen Sie gegen das Tierschutzgesetz und machen sich strafbar.
  • Ebenso wenig sollten Sie das Wild nach einem Unfall mitnehmen. Das wird nämlich als Wilderei eingestuft und ist damit ebenfalls gesetzlich verboten. 

Was tun bei... Regen?

Auch starke Regenfälle gehören zum Herbst und sind ein großer Risikofaktor. Denn mit der Nässe gehen erschwerte Fahrbedingungen einher. Die Sicht wird schlechter und die Fahrbahn rutschiger. Hier gilt es ebenfalls, das Fahrverhalten den neuen Bedingungen anzupassen. Je nasser die Fahrbahn wird, desto größer wird auch der Bremsweg. Deshalb sollten Sie mit einer geringeren Geschwindigkeit fahren und den Abstand zu Ihrem Vordermann vergrößern. Zusätzlich können Sie bei erschwerter Sicht das Abblendlicht (und wenn nötig die Nebelscheinwerfer) einschalten.

Besonders starker Regen birgt noch eine weitere Gefahr: Aquaplaning. Hierbei verlieren die Räder Ihres Wagens durch das Wasser auf der Straße den Kontakt zum Boden. Wenn das passiert, lässt sich das Fahrzeug nicht mehr zuverlässig steuern. Die Folgen sind ein Abkommen von der Fahrbahn, bei der das Fahrzeug im schlimmsten Fall in den Gegenverkehr gerät. Damit Sie gar nicht erst in die Gefahrensituation Aquaplaning kommen, gilt: Je langsamer, desto besser. Denn so haben die Reifen mehr Zeit, das Wasser auf der Straße zu verdrängen.

Wenn Sie spüren, dass Ihre Reifen schon die Haftung auf der Straße verlieren, sollten Sie unbedingt den Gang rausnehmen und weder lenken oder bremsen. Das Lenkrad müssen Sie dabei gerade halten, bis sich die Straßenverhältnisse verbessern. So kann Ihr Fahrzeug, sobald die Reifen wieder Kontakt zum Boden haben, weiter geradeaus fahren und gerät nicht von der Fahrbahn ab. Und noch ein Tipp: Denken Sie auch daran, rechtzeitig Winterreifen aufzuziehen!

Was tun bei... verschmutzter Fahrbahn?

Laub und Ackererde bleiben im Herbst oft auf der Straße liegen – und können zu einer rutschigen Angelegenheit werden. Denn eine von nassem Laub oder vom Schmutz bedeckte Fahrbahn kann so glatt sein wie schneebedeckte Straßen. Das bedenken viele Autofahrer nicht und reduzieren die Geschwindigkeit nicht. Die Folge: Die Unfallzahl steigt, weil das Risiko von Schmutz und Laub unterschätzt wird. Deshalb sollten Sie auch unter diesen Bedingungen den Abstand zu anderen Fahrzeugen vergrößern und gleichzeitig Ihr Tempo reduzieren. 

Gut zu wissen:

Ein oft unterschätztes Risiko ist auch die tiefstehende Herbstsonne. Vor allem in den Morgen- und Abendstunden müssen Fahrer mit Sichteinschränkungen rechnen. Bevor Sie also blinzelnd hinter dem Steuer sitzen, nutzen Sie einfach Ihre Sonnenbrille. So haben Sie volle Sicht, eine entspannte Fahrt und einen Hauch Sommerfeeling trotz herbstlicher Witterung. 

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Wie bereite ich mein Auto auf den Herbst vor?

Um sicher durch den Herbst zu kommen, ist ausreichend Wissen um richtige Verhaltensweisen notwendig. Doch nicht nur der Fahrer, sondern auch das Fahrzeug muss „herbstfit“ sein. Mit der folgenden Checkliste bereiten Sie auch Ihr Auto perfekt auf die dunkle(re) Jahreszeit vor.

  • Die Reifen checken:
    Im Herbst werden die Straßen durch Regen, Blätter & Co. immer rutschiger. Deshalb sollten vor allem Ihre Reifen in einem perfekten Zustand sein. Dabei sollte die Rillentiefe der Reifen mindestens vier Millimeter betragen (besser mehr!), um ihre Griffigkeit zu garantieren. Das ist besonders bei starkem Niederschlag und verschmutzten Straßen wichtig. Ein Wechsel auf Winterreifen ist hingegen erst nötig, wenn die Temperaturen unter sieben Grad fallen. Generell gilt hier aber die "Von O bis O"-Regel: Von Ostern bis Oktober können die Sommerreifen draufbleiben.
  • Die Wischblätter überprüfen:
    Diese haben im Herbst besonders viel zu tun. Deshalb ist eine Kontrolle der Wischblätter vor Herbstbeginn dringend notwendig. Die meisten Hersteller von Scheibenwischern empfehlen, die Gummis an den Blättern alle sechs Monate zu wechseln. So halten sie auch den stärksten Stürmen stand.
  • Laub entfernen:
    Dieses muss im Herbst nicht nur vom Gehweg entfernt werden. Auch auf dem Auto sollten keine Blätter liegen. Das gilt besonders für den Lufteinlass unter der Frontscheibe. Bleiben hier Blätter liegen, kann keine frische Luft mehr in das Auto gelangen.
  • Lichtcheck der Scheinwerfer durchführen:
    In der dunklen Jahreszeit kommen Sie besonders oft in gefährliche Situationen mit schlechter Sicht. Damit Ihre Sicherheit im Straßenverkehr dennoch garantiert ist, sollten Sie jegliche Leuchten vor Herbsteinbruch kontrollieren.
  • Feuchtigkeit im Innenraum vermeiden:
    Der Herbst ist als besonders nasse Jahreszeit bekannt. Nasse Klamotten und Schuhe tragen diese Feuchtigkeit dann ins Innere des Autos, sodass die Scheiben leichter von innen beschlagen können. Kleiner Tipp: Mit Anti-Beschlagspray können Sie das verhindern.