Gefährdet die Digitalisierung Ihre berufliche Zukunft?

Die Digitalisierung von Arbeitsprozessen – spätestens seit der Corona-Pandemie hat sie auch der oder die letzte Deutsche auf dem beruflichen Schirm. Im März 2020 wurden Büroangestellte (oder wie es sich im Pandemie-Jargon noch treffender formulieren lässt: "nicht-systemrelevante Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen") quasi von heute auf morgen ins Homeoffice verbannt. Die Folgen: Schon zwei Jahre später ist vom viel zitierten und allseits bemängelten Digitalisierungsrückstand in der deutschen Arbeitswelt kaum noch etwas bemerkbar. Wow.

Vielmehr hat die Pandemie der Digitalisierung in Deutschland einen wahren Aufschwung verliehen und ihre Chancen offengelegt. Doch Sie ahnen es womöglich bereits: Wenn von "Chancen" die Rede ist, können auch entsprechende Risiken nicht weit sein. Vor allem im Hinblick auf den Arbeitsmarkt lassen sich zukünftige Entwicklungen schwer prognostizieren. Fest steht jedoch: Bereits heute werden immer mehr Jobs von Computern und Maschinen verrichtet – eine Entwicklung, die sich in den kommenden Jahren noch intensivieren dürfte.

Digitalisierung verändert die deutsche Arbeitswelt grundlegend

Diese düsteren Aussichten haben auch die Mitte der Gesellschaft erreicht und so fürchtet mittlerweile jeder achte Arbeitsnehmende, dass der eigene Job bald wegdigitalisiert werden könnte. Laut Experten zu Recht. Es dürften womöglich sogar weitaus mehr Jobs betroffen sein. Denn: Etwa acht Millionen Jobs könnten digitalisierungsbedingt wegfallen – und das allein in den kommenden fünf Jahren.

Wir verraten Ihnen, ob Ihr Arbeitsplatz in diesem Szenario betroffen ist – und wie Sie das Beste daraus machen.

Neue Technologien fluten den Arbeitsmarkt

Bevor wir den Blick in die Zukunft wagen, lohnt es sich, zunächst all diejenigen Prozesse zu betrachten, die bereits digital ablaufen. Dabei handelt es sich in erster Linie um einfache Abläufe sowie sich ständig wiederholende Arbeiten und Handgriffe – eben jene, die Maschinen und Roboter schon heute präziser und ohne Ermüdungserscheinungen erledigen können.

Viele Jobs in Lager und Logistik, dem produzierenden Gewerbe sowie dem Transportwesen sind schon verschwunden. Aber auch in Arbeitsfeldern wie Reinigung, Service und PC-Tätigkeiten wird der Mensch immer häufiger durch die Maschine ersetzt.

Das heißt: Insbesondere Tätigkeiten für geringer qualifizierte Beschäftigte werden abgebaut. Klassische „Hilfsjobs“, für die man keine Ausbildung und einen geringen Anlernaufwand benötigte, wird es in Zukunft also wohl immer seltener geben. Und das vor allem in folgende Branchen:

  • Produzierendes Gewerbe: Automobilbranche, Bergbau und Metallerzeugung
  • Verarbeitendes Gewerbe: chemische und pharmazeutische Industrie, Möbelherstellung
  • Logistik: Transportwesen und Post

Medizinische, therapeutische und pflegerische Tätigkeitsfelder bleiben hingegen in ihren Kernaufgaben von der Digitalisierung eher unberührt. Es gilt zwar als wahrscheinlich, dass digitale Gerätschaften berufliche Arbeitsabläufe auch in diesen Bereichen künftig weiter vereinfachen werden – aber eben nicht gänzlich übernehmen dürften. Zumindest nicht in nächster Zeit.

Digitalisierung ermöglicht ganz neue Berufsbilder

Andererseits gehen Arbeitsmarktexperten von der Entstehung völlig neuer Berufe und Arbeitsplätze aus. Berufsfelder wie Datenmüll-Recycling oder Drohnen-Luftraumregelung klingen bislang noch nach Science-Fiction? In wenigen Jahren dürfte das schon anders aussehen! Auch der demografische Wandel und der daraus resultierende Fachkräftemangel dürften ihr übrigens dazu tun, dass der Arbeitsmarkt sich eher verändert, statt von Jobsuchenden überflutet zu werden.  

Berufliche Qualifikationen für die digitale Arbeitswelt der Zukunft: Was wichtig wird!

Keine Frage: Die Automatisierung von Arbeitsprozessen verspricht zeit- und kostensparende Auswirkungen auf das Wirtschaftsleben. Der Mensch hat als Arbeitskraft dennoch einige Skills auf Lager, die Algorithmen und Maschinen nicht ganz so einfach nachahmen können. Dabei handelt es sich insbesondere um Kompetenzen wie ein flexibles Reagieren auf unvorhersehbare Veränderungen und individuelle Problemlösungen. Aber auch bei Kreativität und Individualität handelt es sich um Kernkompetenzen des Menschen, die (bislang) nicht ersetzt werden können.

1. Digitale Chancen des Wandels erkennen und nutzen

Wenn Sie sich vorm digitalisierungsverschuldeten Jobverlust schützen wollen, lohnt es sich also, ganz genau hinzuschauen: Welche Abläufe und Teilprozesse Ihres Aufgabenspektrums könnten zukünftig von Maschinen und Robotern übernommen werden? Und noch viel wichtiger: Welche nicht? Denn nur in den seltensten Fällen wird Ihr ganzer Job einfach so verschwinden. Vielmehr sollten Sie sich auf eine Verschiebung Ihres Tätigkeitsfeldes einstellen.

2. Entwickeln Sie Ihre (digitalen) Kompetenzen weiter

Versuchen Sie zudem, die Digitalisierung auch als Chance und nicht als Bedrohung zu sehen. Wenn langweilige Routineaufgaben wegfallen, bleibt Ihnen mehr Zeit für Kreativität, für das Finden ungewöhnlicher Lösungsansätze und das Spinnen neuer Ideen. Zudem werden Sie in Zukunft vor der Herausforderung stehen, im Arbeitsalltag zunehmend eigene Entscheidungen zu treffen, Nachwuchstalente anzuleiten und zu führen.

3. Weiterbildung ist der Schlüssel zum sicheren Arbeitsplatz

Wenn Sie trotz künstlicher Intelligenz und digitalen Alleskönnern Ihren Arbeitsplatz sichern und zur unverzichtbaren Arbeitskraft werden wollen, sollte Ihr oberstes Ziel bei der Aneignung der oben genannten Kompetenzen liegen.

Doch egal, wie gut Sie sich auch vorbereiten und weiterbilden – der plötzliche, unverschuldete Verlust der Arbeitsstelle kann jeden treffen. Die Zeit der Arbeitslosigkeit und Fortbildungen, die Ihnen dann helfen, in der neuen digitalen Welt Schritt zu halten, kann unter anderem erheblichen Einfluss auf Ihre spätere Rente haben. Die Angst, in die Altersarmut zu rutschen, lässt sich durch eine entsprechende Absicherung aber zumindest mildern.

Erfahren Sie hier, wie die späte Altersvorsorge auch ab 40 oder 50 noch sicher gelingt.