Advent, Advent, es brennt: Wie Sie Brände rund um den Weihnachtsbaum vermeiden

In der Adventszeit gehört romantisch-uriger Kerzenschein einfach dazu. Und so schmücken Kerzen in den nächsten Wochen nicht nur die Adventskränze, sondern auch allerlei kunstvolle Gestecke und natürlich den Weihnachtsbaum. In der kalten Jahreszeit sorgt ihr warmes Licht für Behaglichkeit und stimmt auf die besinnlichen Tage ein.

Besinnen sollten Sie sich aber vorab auch auf notwendige Brandschutzmaßnahmen. Denn jedes Jahr verursacht der unsachgemäße Umgang mit Feuer in der Vorweihnachtszeit zahlreiche Wohnungsbrände. Lesen Sie hier, worauf Sie bei der Weihnachtsdekoration achten sollten und wie Sie sich im Brandfall richtig verhalten!

Kerzen und Kaminfeuer sind brandgefährlich

In der Weihnachtszeit ergänzen Kerzen und Teelichter die Weihnachtsdekoration im ganzen Haus: Sie setzen den Weihnachtsbaum glanzvoll in Szene oder kündigen in Adventskränzen und -gestecken mit jedem Licht das Weihnachtsfest an. Meist reicht allerdings ein Moment der Unaufmerksamkeit oder eine unachtsame Bewegung, damit nicht nur die Kerze, sondern die gesamte Dekoration brennt. Dann steht entgegen dem berühmten Weihnachtsreim nicht das Christkind, sondern die Feuerwehr vor Ihrer Tür. 

Ob kunstvoll zu Adventskränzen verflochten oder als Baumkleid: Insbesondere trockene Tannenzweige sind leicht entflammbar und lassen das Feuer schnell außer Kontrolle geraten. Ähnlich verhält es sich mit brennbaren Unterlagen wie Servietten oder Papiertellern. Auch Kaminfeuer kann auf brennbare Gegenstände wie Dekorationen, Mobiliar oder Wohntextilien übergehen – ein Kaminbrand entsteht meist durch unvollständige Verbrennung, Rußrückstände oder Funkenflug.

Selbst wenn keine Personen zu Schaden kommen, entstehen dabei nicht selten erhebliche Sachschäden. Verzichten möchte trotzdem niemand auf das warme Licht von Kerzen und Teelichtern – oder gar auf das wohlige Knistern des Kaminfeuers.

Adventszeit ist Vorbereitungszeit: So beugen Sie Bränden vor

Alle Jahre wieder: Die ganze Familie versammelt sich abends um den Adventskranz, um gemeinsam die nächste Kerze anzuzünden: Ein Ritual, das die Vorfreude steigert. Damit diese nicht durch einen gefährlichen Zwischenfall gedämpft wird, sollten Sie folgende Tipps beim Einsatz von Kerzen und Teelichtern beherzigen:

  • Kerzen allein zu Hause: Lassen Sie brennende Kerzen nicht unbeaufsichtigt. Auch nicht für einen kurzen Moment – dieser kann bereits verheerende Folgen haben. Das gilt insbesondere, wenn Kleinkinder oder freilaufende Haustiere in der Nähe sind. Beide könnten die Kerzen umstoßen oder sich an den heißen Flammen Verbrennungen zuziehen. Bewahren Sie außerdem Feuerzeuge und Streichhölzer außerhalb der Reichweite von Kindern auf und klären Sie sie rechtzeitig über den richtigen Umgang mit Feuer auf!
  • Wachskerzen: Vorsicht ist ganz besonders bei Wachskerzen geboten. Gerade bei der Baumbeleuchtung gilt deshalb: Setzen Sie keine abtropfenden Kerzen ein und platzieren Sie sie mit ausreichendem Abstand zu Baumschmuck mit Papier- oder Strohelementen. Durch die starke Erhitzung kann sich das Wachs verformen und das Feuer der brennenden Kerze auf andere Gegenstände übergehen.
  • Vorsicht bei brennbaren Unterlagen: Achten Sie darauf, Teelichter und Kerzen nicht auf leicht entflammbaren Unterlagen wie Servietten, Papiertellern oder Textilien zu arrangieren. Wählen Sie stattdessen Keramik-, Glas- oder Porzellanschalen sowie selbstlöschende Kerzen, deren Dochte nicht bis zum Kerzenboden reichen. Damit vermeiden Sie, dass die Kerzen überhaupt bis zur Unterlage runterbrennen.
  • Auf das Material kommt es an: Kerzen- und Teelichthalter mit Wachsauffangschale sollten aus feuerfestem Material bestehen. Dazu zählen Glas, Stein, Edelstahl, Silber oder auch Bronze. Achten Sie darauf, die Kerzen senkrecht und sicher im Kerzenhalter anzubringen, damit diese nicht kippen.
  • Sicherheitsabstand einhalten: Positionieren Sie Kerzen mit ausreichendem Abstand zum Baumschmuck, brennbaren Ge-genständen und Wohntextilien wie Gardinen. Vermeiden Sie außerdem Zugluft. Bereits ein kleiner Windstoß genügt, um die züngelnden Flammen auf umstehende Gegenstände und Textilien zu lenken und diese zu entflammen.
  • Vorbeugung ist besser als Nachsicht: In den meisten Bundesländern gilt Rauchmelderpflicht. Diese bezieht sich üblicherweise auf alle Schlafzimmer und Flure. In Brandenburg und Berlin aber zusätzlich auch auf den Wohnraum. Eine sinnvolle Regelung, da der Weihnachtsbaum meist im Wohnzimmer steht und ein Großteil der Weihnachtsdekoration hier arrangiert wird. Ein Rauchmelder kann schnell auf einen Brand aufmerksam machen und so Leben retten. Denn im Brandfall zählt jede Minute.

Darauf sollten Sie beim Weihnachtsbaum achten!

Ob mit funkelnden Weihnachtskugeln, Stroh-Figuren, Lichterketten oder Kerzen: Prächtig ge-schmückt ist der Weihnachtsbaum ein Eyecatcher in jedem Wohnzimmer. Damit er nicht zum Mittelpunkt eines Unglücks wird, sollten Sie bei der Weihnachtsdekoration mit echten und elektrischen Kerzen einige Punkte beachten.

  • Standsicher: Befestigen Sie Ihren Weihnachtsbaum in standsicheren Vorrichtungen und Pflanzentöpfen, damit dieser nicht umkippen kann. Achten Sie bei der Aufstellung auf einen Mindestabstand von 50 Zentimetern zu Möbeln, Textilien und anderen Gegenständen, auf die die Kerzenflammen übergehen könnten. Zudem sollte der Baum nicht in Türnähe stehen, damit Sie das Zimmer im Brandfall sofort verlassen können.
  • Wasser marsch: Trockene Heizungsluft dörrt Tannenzweige aus. Lagern Sie Ihren Weih-nachtsbaum daher bis zur Aufstellung in einem kühlen Raum. Sorgen Sie anschließend dafür, dass der Baum mit ausreichend Wasser versorgt wird – etwa durch einen Baumständer mit befüllbarem Wassertank.

Halten Sie außerdem einen Wassereimer oder Feuerlöscher in Baumnähe bereit. Lesen Sie bereits vor den Feiertagen die Bedienungsanleitung des Feuerlöschers, um sich mit dessen Handhabung vertraut zu machen. Im Ernstfall sollten Sie die wichtigsten Handgriffe kennen und schnell reagieren können.

Vorsicht auch bei (vermeintlich) sicheren E-Kerzen: Kaufen Sie nur elektrische Kerzen und Lichter, die mit einem VDE- oder TÜV-Prüfsiegel versehen sind. Bei billigen Produkten sind Stromschläge und eine erhöhte Brandgefahr nicht auszuschließen.

Kaminfeuer genießen: Mit diesen Tipps sind Sie auf der sicheren Seite

Die Tage werden kürzer, die Temperatur sinkt: Die wohlige Wärme eines Kaminofens spart nicht nur Heizungskosten, sondern schafft durch das prasselnde Kaminfeuer Wohlfühlatmosphäre. Doch trotz regelmäßiger Schornsteinfegerbesuche kann ein Kamin das idyllische Familienleben gefährden – Medienberichte über Kaminbrände und Feuerwehr-Einsätze häufen sich vor allem im Winter.

Zurückzuführen sind diese meist auf das Verfeuern ungeeigneter Brennmaterialien mit starker Rußbildung, was zu einem Sauerstoffmangel im Schornstein führen kann. Der dadurch im Kamin verbleibende Ruß ist leicht entzündlich und kann somit einen Kaminbrand herbeiführen: Letzteren erkennen Sie natürlich anhand aufsteigender Flammen oder Rauchwolken aus dem Schornstein – aber auch Funkenflug oder unangenehme Geruchsbildung können auf einen Kaminbrand hinweisen.

Vermeiden lässt sich ein solches Szenario durch regelmäßige Schornsteinreinigung und Wartung, sowie den Einsatz zugelassener Brennmaterialien. Heizen Sie mit Holz und verwenden Sie nur sol-ches, das mindestens zwei Jahre trocken gelagert wurde. Mit einem Holzfeuchtemesser lässt sich außerdem sicherstellen, dass das Brennholz (oder die Holzbriketts) trocken genug ist. Als Richtwert gilt: Der Feuchtigkeitsgehalt sollte nicht über zwanzig Prozent liegen!

Was im Brandfall zu tun ist? Ruhe bewahren und richtig handeln!

Verwenden Sie im Falle eines Kaminbrandes niemals Wasser, um das Feuer zu löschen! Die hohen Temperaturen wandeln das Wasser nämlich augenblicklich in Wasserdampf um, der nicht nur Sie selbst verbrühen kann. Der plötzlich deutlich höhere Druck im Schornstein kann zu einer regelrechten Explosion führen. Unternehmen Sie Löschversuche deshalb nur mit einem bereitstehenden Feuerlöscher – bringen Sie sich bei Nichterfolg aber möglichst zeitnah in Sicherheit und verständigen Sie umgehend die Feuerwehr unter Notruf 112. Denn durch den Brand besteht nicht nur akute Lebens-, sondern auch Erstickungsgefahr!

 

So verhalten Sie sich bei einem Kamin-, Weihnachtsbaum- oder Wohnungsbrand richtig:

  • Brennen einzelne Zweige oder Adventskränze, können Sie das Feuer mit einer Löschdecke meist gefahrlos im Keim ersticken. Nicht aber mit einer herkömmlichen Kuscheldecke! Diese besteht im Gegensatz zur Löschdecke aus leicht entzündlichen Textilien und kann die Brandausbreitung sogar beschleunigen.
  • Hat der Weihnachtsbaum Feuer gefangen, können Sie dessen Ausbreitung mit einem Was-sereimer oder Feuerlöscher verhindern. 

 

In allen Fällen gilt jedoch: Greifen Sie nur in der Entstehungsphase ein. Hat das Feuer bereits um sich gegriffen, sollten Sie sich aus der Gefahrenzone entfernen und über den Notruf 112 die Feuerwehr verständigen.