Diese Herausforderungen lauern im Frühjahr auf den Straßen

Die Natur erwacht, die Temperaturen steigen – der Frühling bringt einen spürbaren Wandel mit sich. So auch im Straßenverkehr. Denn während der Winter den Ruf als gefährliche Jahreszeit hat, werden Frühjahrsbedingungen als geringere Bedrohung gesehen. Zu Unrecht, finden wir als Ihre Versicherung. Schließlich bergen auch die ersten warmen Monate einige Herausforderungen, die nicht zu unterschätzen sind. Wildwechsel, Frühjahrsmüdigkeit und Pollenflug sind nur einige saisonale Bedingungen, die Autofahrer oft leichtsinnig abtun. Dabei fordern diese potenziellen Gefahren gerade jetzt unsere volle Aufmerksamkeit. Wir zeigen, wie Sie auch im Frühling sicher auf den Straßen bleiben.

Der Frühling: Auf die leichte Schulter genommen?

Wenn es um die Gefahr im Straßenverkehr geht, wird der Frühling oft unterschätzt. Schließlich verbinden viele Autofahrer warmes Wetter und Sonnenschein mit sicheren Bedingungen auf den Straßen. Das dem nicht so ist, zeigen Unfallstatistiken. Tatsächlich knallt es im Winter am häufigsten. Hierbei handelt es sich jedoch oft um kleine Blechschäden bei geringen Geschwindigkeiten, während im Frühjahr weitaus schwerwiegendere Unfälle passieren. Grund dafür sind zu hohe Geschwindigkeiten und unterschätzte, aber offensichtlich riskante Straßenbedingungen.

Herausforderung beim Autofahren #1: Pollenflug und allergische Reaktionen

Blühende Wiesen sind zwar im Frühling schön anzusehen, dafür aber auch eine echte Herausforderung für Allergiker am Steuer. Schließlich lösen Pollen bei Anfälligen Heuschnupfen und oft starke Niesattacken aus. Sind die Augen dabei nur eine Sekunde lang geschlossen, befindet sich das Auto bei 100 km/h für fast 28 Meter im Blindflug. Mit plötzlichen Bewegungen beim Niesen können Sie zudem das Lenkrad verreißen. Demzufolge kann es zu unkontrollierbaren und gefährlichen Situationen im Straßenverkehr kommen. Besonders im Frühjahr bergen allergische Reaktionen somit ein großes Gefahrenpotenzial. Was können Allergiker gegen dieses Risiko tun?

  • Allergien können Sie durch Medikamente im Zaum halten. Diese Antihistaminika rufen in den meisten Fällen jedoch Müdigkeit hervor, die wiederum zusätzlich zu einer Gefahr im Straßenverkehr werden kann. Nehmen Sie Ihre Medikamente also bestenfalls abends ein, um möglichen Müdigkeitsanfällen während des Autofahrens aus dem Weg zu gehen.
  • Auch wenn das schöne Wetter verlockend ist: Fahren Sie im Frühjahr ausschließlich mit geschlossenem Fenster und Schiebedach. So können Sie verhindern, dass Pollen in ihr Auto kommen und damit die Gefahr einer allergischen Reaktion umgehen.
  • Lassen Sie nach maximal 15.000 gefahrenen Kilometern, jedoch mindestens einmal im Jahr, den Pollenfilter Ihres Autos wechseln, um dessen Funktionsfähigkeit zu gewährleisten.
  • Auch das Parken unter blühenden Bäumen sollten Sie vermeiden, um sich selbst nicht unnötigem Pollenflug auszusetzen. Zudem kann eine regelmäßige Reinigung Ihres Autos vor allergischen Reaktionen schützen.

Herausforderung beim Autofahren #2: Wildwechsel auf den Straßen

Die Frühlingszeit ist auch die Zeit des Wildwechsels. Denn fängt die Natur wieder an zu blühen und Wildtiere beginnen wieder nach Futter zu suchen. Zudem grenzen Rehböcke zur Frühjahrszeit ihr Revier ab und die Bachen gehen mit den Frischlingen spazieren. Dabei führt sie ihr Weg auch über einige Straßen, weshalb es zu einer vermehrten Zahl an Wildunfällen in den Frühlingsmonaten kommt. Wie Sie diese Gefahr umgehen können, zeigen wir Ihnen hier:

  • Wildwechsel findet besonders oft in ländlichen Gegenden und Waldgebieten statt. Fahren Sie dort mit verstärkter Aufmerksamkeit und langsame Geschwindigkeit.
  • Sehen Sie ein Tier auf Ihrer Fahrbahn, sollten Sie sofort das Fernlicht ausschalten. Wild bleibt nämlich im Lichtkegel stehen, um erst einmal die Gefahr einzuschätzen, anstatt davon zu laufen. Außerdem verursacht das Fernlicht einen „Tunnelblick“ und das Wild kann keinen Fluchtweg ausmachen.  Zudem sollten Sie vom Gas gehen und bremsbereit sein. Bei Dunkelheit sind Wildtiere oft schwer erkennbar. Also Augen auf und nach einem reflektierenden Augenpaar im Lichtkegel ihres Scheinwerfers suchen.
  • Ein lautes Hupen verscheucht die Wildtiere oft erfolgreich von der Straße. Achten Sie jedoch weiter auf Auffälligkeiten am Straßenrand, denn oft sind Reh, Wildschwein & Co. in Gruppen unterwegs. Und Rudelbildung macht ja bekanntlich leichtsinnig. 😊

Herausforderung beim Autofahren #3: Frühjahrsmüdigkeit am Steuer

Auch die längste winterliche Dunkelheit weicht irgendwann wieder den langen Tagen und schönem Wetter. Dass uns dieser Umschwung auch gleichzeitig fit und wach macht, ist jedoch leider ein Trugschluss. Denn im Frühling ist die Müdigkeit oft noch viel präsenter als in den kalten Monaten zuvor. Grund dafür ist das Schlafhormon Melatonin, das unser Körper in der dunklen Winterzeit vermehrt ausschüttet. Außerdem weiten sich unsere Blutgefäße, sobald es wieder wärmer wird. Die Folge: Niedriger Blutdruck, der uns noch müder macht.

Dieses Frühjahrstief kann für Autofahrer eine große Herausforderung mit sich bringen. Schließlich unterschätzen viele die eigene Müdigkeit und führen ihre Fahrt unbedacht fort. Kommt es dann zum Sekundenschlaf, ist ein Unfall förmlich vorprogrammiert. Wie Sie sich bei Frühjahrsmüdigkeit bestenfalls verhalten, erfahren Sie jetzt.

  • Wechselduschen sind besonders am Morgen ein echter Wachmacher. So können Sie die Müdigkeit auf dem Weg zu Arbeit, Schule & Co. umgehen.
  • Gehen Sie besonders bei langen Fahrten – regelmäßig an die frische Luft. Schon ein fünfminütiger Spaziergang zwischendurch kann Ihre Lebensgeister wieder wecken.
  • Auch regelmäßiger Sport und eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse können der Frühjahrsmüdigkeit entgegenwirken.

Herausforderung beim Autofahren #4: Fußgänger, Motorradfahrer & Co.

Sie sind wieder da! An langen, wärmeren Tagen trauen sich auch andere Verkehrsteilnehmer wieder auf die Straßen. Das ist für Autofahrer vorerst ungewohnt, schließlich konnten sie die Straßen mehrere Monate nahezu ungestört nutzen. Nun fordern Fußgänger, E-Scooterfahrer und Radler aber vermehrt ihr Territorium zurück. Deshalb gilt:

  • Fahren Sie besonders aufmerksam an Parklücken vorbei. Kommen hier zweirädrige Verkehrsteilnehmer oder Fußgänger überraschend zwischen den parkenden Autos hervor, ist eine schnelle Reaktion und sofortiges Bremsen Ihrerseits unbedingt nötig.
  • Frühlingszeit ist Motorradzeit! Nach einer langen Winterpause können die Motorrad-Liebhaber ihre Maschinen nun wieder auf die Piste lassen – und das wird zumeist voll und ganz ausgenutzt. Autofahrer müssen sich erst wieder an die wendigen Zweiräder im toten Winkel gewöhnen. Achten Sie also auf unerwartete Überholmanöver außerorts und andere typische Motorrad-Fahrtechniken, die Autofahrern traditionell das Leben schwer machen.

Herausforderung beim Autofahren #5: Die tiefstehende Sonne

Blauer Frühlingshimmel wird zumeist von einer tiefstehenden Sonne begleitet. Klingt zwar beschaulich, kann Ihnen als Autofahrer aber beim Blick auf die Straße schnell zum Verhängnis werden. Denn eine tiefstehende Sonne blendet extrem. Haben Sie Ihre Sonnenbrille also immer griffbereit! Doch Vorsicht: Nicht jede Brille ist auch tatsächlich zum Autofahren geeignet – geschweige denn erlaubt. Auf was sollten Sie daher achten? Wir sagen es Ihnen.

  • Hinter dem Steuer sind lediglich Sonnenbrillen bis zu einer Tönung der Stufe 3 erlaubt. Das bedeutet eine maximale Lichtdurchlässigkeit von 8 bis 18 %. Dunklere Gläser sind somit tabu. Es sei denn, Sie wünschen sich ein Bußgeld von bis zu zehn Euro.
  • Auch breite Brillenbügel sind zum Autofahren schlecht geeignet. Schließlich ist ein möglichst weites Sehfeld unverzichtbar. Das schränken Sie durch klobige Brillenmodelle jedoch unbewusst ein. 
  • Auch Farbe und Tönung Ihrer Sonnenbrille machen hinter dem Steuer einen großen Unterschied. Denn während gelbe Gläser vor allem bei Nacht geeignet sind, sollten Sie am Tag vorranging auf braune und polarisierende Gläser setzen. Letztere filtern zusätzliche Reflexionen, sodass Sie auch bei tiefstehender Sonne den absoluten Durchblick haben.

Mit diesen Tipps wünschen wir Ihnen eine sichere und gute Autofahrt – auch im Frühling.