Frühlingsgefahren statt Frühlingsgefühle: Diese Risiken sollten Sie kennen

Die blühende Natur und die strahlende Sonne lassen uns auch die letzten Spuren des Winterblues vergessen. Dennoch sollten Sie sich nicht von duftenden Blumen und steigenden Temperaturen täuschen lassen. Schließlich bringt der Frühling auch einige Gefahren mit sich. Denn hierbei handelt es sich hauptsächlich um Risiken, die auf den ersten Blick wie keine wirken.

Strahlender Sonnenschein, der unbemerkt zu Sonnenbrand führt und duftende Blumen, die sich als Giftpflanzen entpuppen, sind dabei nur einige der zahlreichen Übeltäter. Welche Frühlingsgefahren noch so alles auf Sie warten, haben wir für Sie zusammengefasst.

Frühlingsgefahr #1: Vorsicht im Garten!

Wenn der Schnee taut und der Garten wieder anfängt zu blühen, heißt es: Ran an die Arbeit! Jeder Gartenbesitzer weiß, dass Hecken schneiden, Rasen mähen & Co. im Frühjahr besonders viel Zeit rauben. Da kann es schon einmal passieren, dass die Gartenschere in einem unaufmerksamen Moment ausrutscht und kleine Wunden an den Händen verursacht. Diese sollten Sie jedoch nicht ohne Sorgen abtun. Denn in herkömmlicher Gartenerde kann sich das Wundstarrkrampf-erregende Bakterium Clostridium tetani befinden, welches auch bei kleinen Verletzungen in die Blutbahn gelangen kann. Folge sind starke Schmerzen, die im schlimmsten Falle zum Tode führen können. 

Tragen Sie zur Vorbeugung deshalb stets Handschuhe bei Arbeiten im Garten. So senken Sie die Verletzungsgefahr erheblich. Sollten Sie sich dennoch verletzen, ist ein Desinfektionsspray die sinnvollste Erste-Hilfe-Maßnahme. Sprühen Sie dieses direkt auf die Wunde und decken Sie diese anschließend ab. So finden Schmutz oder Bakterien keinen Weg in die Verletzung.

Doch kleine Verletzungen sind bei der Gartenarbeit nicht das Einzige, was zu großen Katastrophen führen kann. Denn hinter bunt schimmernden und freudig blühenden Pflanzen verbergen sich nicht selten giftige Gewächse. Um welche Ecken Ihres Gartens oder öffentlichen Parks Sie deshalb lieber einen großen Bogen machen sollten, zeigen wir!

  • Der Seidelbast wächst gerne in Wäldern, ist aber auch in vielen Gärten beheimatet. Von Februar bis April bildet dieser rosafarbene, stark duftende Blüten aus, worauf von Juli bis August einer Johannisbeere ähnelnde Beeren folgen. Das gefährliche Gift sitzt besonders in der Rinde und den Beeren der Pflanze. Wird dieses von Menschen eingenommen, kann es von einem Brennen im Mund über Magenschmerzen und Übelkeit, bin hinzu einem tödlichen Kreislaufkollaps kommen.
  • Das Maiglöckchen wird besonders von den lieben Kleinen gerne für sein hübsches Aussehen bestaunt – und angefasst. Dabei steckt hinter den kleinen weißen Blüten ein echter Giftköder. Denn die Blätter des Maiglöckchens lassen sich schnell mit denen des Bärlauchs verwechseln, besonders in der bevorstehenden Bärlauch-Erntezeit. Werden die Blätter des Maiglöckchens verzehrt, treten Erbrechen, Durchfall und Krämpfe auf. Auch Schwindel und Sehstörungen sind hierbei typische Symptome. Zudem belasten die Gifte des Maiglöckchens das Herz, was zu Herzrhythmusstörungen und im Extremfall zu Herzversagen führen kann.
  • Den Goldregen findet man wegen seiner gelbleuchtenden Blüten oft in Parks und Gärten wieder. In der gesamten Pflanze, jedoch hauptsächlich in den Schoten, befindet sich das Gift des Goldregens. Dieses kann zu Muskelkrämpfen und bei höherer Dosis zu Körperlähmungen führen. Also besser nicht dran riechen und schön weitergehen. 

Leider ist die Liste der giftigen Pflanzen in unseren Garten und Parks damit bei weitem noch nicht vollständig. Eine Übersicht der am häufigsten vorkommenden Giftpflanzen finden Sie zum Beispiel hier und in unserem Ratgeber zu giftigen Pflanzen.

Frühlingsgefahr #2: Raus aus der Sonne!

Sie kennen es sicherlich: Schon mit den ersten Sonnenstrahlen würde man die Wärme der Sonne am liebsten sofort genießen! Und das ist auch gut so. Denn gegen ein kurzes Sonnenbad ist nichts einzuwenden. Schließlich sollten wir nach den dunklen Wintermonaten unseren Vitamin D-Haushalt schnellstens wieder auffüllen. Zu lang – und vor allem gänzlich ungeschützt – sollten Sie sich jedoch nicht in die Sonne wagen. Denn Ihre Haut hat über die kalte Jahreszeit kaum Schutz entwickelt und ist deshalb gegenüber Sonneneinstrahlung besonders empfindlich. Beschränken Sie ihr Sonnenbad deshalb auf 10-15 Minuten und vergessen Sie einen ausreichenden Sonnenschutz nicht.

Auch die Sonnenbrille darf Ihr Comeback schon jetzt im Frühling haben. Schließlich ist diese besonders beim Autofahren in den ersten, warmen Monaten hilfreich . Hier steht die Sonne nämlich noch sehr tief, sodass diese Sie hinter dem Steuer unschön blenden kann. Achten Sie hierbei jedoch darauf, dass Ihre Brille die Tönungsstufe 3, also eine Lichteinstrahlung von 8-18 Prozent, nicht überschreitet. Andernfalls wartet bei einer Kontrolle ein Bußgeld in Höhe von 10 Euro auf Sie.

Frühlingsgefahr #3: Vorsicht vor Allergie und Erkältung!

Wer denkt, mit dem Winterende ist auch die Zeit für Husten, Schnupfen & Co. vorbei, dem macht das Frühjahr regelmäßig einen Strich durch die Rechnung. Denn durch viele Temperaturwechsel, die typisch für das Frühlingswetter sind, gestaltet sich die Kleidungswahl besonders schwierig. Bei zu warmer Kleidung schwitzen, bei zu kalter Kleidung frieren wir. Das ist eine echte Herausforderung für das Immunsystem, sodass Krankheitserreger uns mit Anlauf die nächste Erkältung oder Grippe verpassen. Zudem reizt der Unterschied zwischen trockener Luft in Räumen und der feuchten Frühlingsluft die Atemwege. Was also tun?

Bereiten Sie Ihren Organismus bestenfalls schon frühzeitig auf die Gegebenheiten des Frühlings vor. Achten Sie bei Ihrer Kleiderwahl deshalb beispielsweise auf den praktischen Zwiebellook. Ziehen Sie dafür mehrere, dünne Kleidungslagen übereinander an. Bei Bedarf können Sie sich dann den Temperaturen anpassen. Zudem helfen Lutschpastillen und ausreichendes Trinken dabei, Ihren Hals feucht zu halten.

Doch nicht nur schwachen Immunsystemen, sondern auch Allergikern macht das Frühjahr zu schaffen. Nun ist der Pollenflug auf einem Höchststand und bringt Anfälligem juckende Augen, tropfende Nasen und ständiges Niesen. Damit wirkt man in der Zeit der großen Frühlingsgefühle ganz besonders attraktiv auf das Wunschgeschlecht. Nicht.

Medikamente gegen Heuschnupfen & Co. gibt es zwar, aber die machen häufig müde, sodass Betroffene Ihren Alltag gegebenenfalls einschränken müssen. Ist das auch bei Ihnen der Fall, sollten Sie hilfreichen Heuschnupfen-Hausmitteln gegen die lästige Pollenallergie eine Chance geben. Welche Ihnen hierbei die L(i)ebenslust wieder zurückgeben können, zeigen wir!

  • Heißer Ingwer sorgt für eine bessere Durchblutung der Schleimhäute und hilft beim Abheilen von Entzündungen. Schneiden und schälen Sie hierfür ein daumengroßes Stück Ingwer und übergießen Sie es mit heißem Wasser.
  • Auch Salzwasser kann bei Heuschnupfen echte Wunder bewirken. Lösen Sie hierfür einen gehäuften Teelöffel Salz in 500 Milliliter Wasser auf und spülen Sie damit Ihre Nase. Bei trockenem Husten können Sie das Salzwasser auch inhalieren. 
  • Während Histamin – zuständig für die Schadstoffabwehr des Körpers – im gesunden Zustand schnell abgebaut wird, bleibt der Histaminanteil im Blutspiegel von Allergikern auf einem hohen Niveau. Vitamin C hilft dabei, diesen auch bei Heuschnupfen & Co. auf ein gesundes Maß zu senken. Viel davon befindet sich beispielsweise in schwarzen Johannisbeeren oder Sanddorn.

Frühlingsgefahr #4: Stechmücken und Zecken im Anmarsch!

Sobald das Thermometer endlich höhere Temperaturen anzeigt, werden leider auch lästige Biester wie Zecken und Stechmücken wieder munter. Während Mückenstiche zwar unangenehm aber gesundheitlich harmlos sind, kann ein Zeckenbiss ernsthaften Folgen mit sich bringen:

  • Die Bissstelle der Zecke kann sich entzünden.
  • Ein Zeckenbiss kann zu der gefährlichen Borreliose-Krankheit führen.
  • Auch eine Hirnhautentzündung aufgrund eines Zeckenbisses ist denkbar.

Deshalb gilt: Suchen Sie Ihren Körper täglich nach Zecken ab, wenn Sie sich in der Natur aufgehalten haben. Entdecken Sie einen Übeltäter, müssen Sie diesen umgehend und vollständig entfernen. Hierfür sind spezielle Zeckenentferner oder eine Pinzette am besten geeignet. Damit greifen Sie den Kopf der Zecke, drehen ihn leicht nach links und ziehen ihn langsam heraus. Vergessen Sie die Desinfektion der Bissstelle im Anschluss nicht! Unser Tipp: Wenn sich diese rötet oder Sie Kopfschmerzen verspüren, sollten Sie nicht zögern und umgehend Ihren Arzt aufsuchen.

Ob Sie in einem Gebiet mit großer Zeckengefahr leben oder Sie ein Kurzurlaub direkt in so eine Region führt, verrät Ihnen das Robert-Koch-Institut. Je nach Jahreszeit und Temperaturentwicklungen, werden die Risikogebiete immer wieder aktualisiert und bieten eine zuverlässige Übersicht.

Bei langen Wanderungen durch Gebüsch und Unterholz empfiehlt sich ein alter, wenn auch nicht ganz so modebewusster Trick: Socken über die Hose! So sorgen Sie dafür, dass Ihre nackte Haut für die ungebetenen Schmarotzer schwerer zu erreichen ist.

Wir wünschen einen unbeschwerten Frühlingsbeginn!