Gefahren im Winter: Das sollten Sie bei Schnee und Eis beachten

Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, ist es wieder soweit: Der Winter ist da. Die kalte Jahreszeit bringt jedoch nicht nur weihnachtliche Stimmung und schneebedeckte Dächer mit sich. Wer gerne Zeit in der winterlichen Landschaft verbringt, sollte auch auf potenzielle Gefahren vorbereitet sein. Und davon gibt es in den Wintermonaten mehr als genug. 

Während das winterliche Chaos im Straßenverkehr wohl jedem Autofahrer bekannt sein sollte, sind andere Risiken weniger offensichtlich – und damit umso gefährlicher. Wie Sie dennoch unbeschadet durch die kalte Jahreszeit kommen, erfahren Sie jetzt!

Aufgepasst im Straßenverkehr!

Alle Jahre wieder bringt das Winterwetter Chaos auf die deutschen Straßen. Eisige Böden und schlechte Sichtverhältnisse sorgen dafür, dass es in den kalten Monaten besonders oft knallt. Wie Sie dennoch auch im Winter sicher von A nach B kommen, zeigen unsere Winterfahrtipps:

Vergessen Sie den Reifenwechsel nicht

Ist Ihr Fahrzeug nicht auf die kalten Temperaturen vorbereitet, kann im schlimmsten Fall selbst die sicherste Fahrweise nicht mehr vor einem Unfall schützen. Deshalb gilt es, so früh wie möglich alle nötigen Vorkehrungen zu treffen. Dazu gehören in erster Linie die Winterreifen. Diese sollten eine Profiltiefe von vier Millimeter nicht unterschreiten, da sonst keine ausreichende Bodenhaftung mehr gegeben ist. Zudem gilt hier die "O bis O"-Regel: Von Ostern bis Oktober können die Sommerreifen draufbleiben, danach sind die Winterreifen dran. Das ist jedoch lediglich eine Orientierungshilfe, die besonders in höheren Lagen schnell hinfällig werden kann. Denn da schneit es ja gern auch schon mal überraschend Ende September. Im Zweifelsfall sollten Sie also lieber etwas länger mit Ihren Winterreifen fahren, um Unfälle durch Glatteis und Schnee zu vermeiden. 

Machen Sie Ihr Auto winterfit

Die kalte Jahreszeit kann unerwartete Situationen mit sich bringen. Deswegen sollten Sie sich bereits vor dem Wintereinbruch um die richtige Ausstattung Ihres Fahrzeugs kümmern. Denken Sie dabei auch an warme Decken und Winterkleidung. Schließlich kann ein stillstehendes Fahrzeug im Winter schnell auskühlen. Ebenso wichtig und immer griffbereit sollten Eiskratzer und Handfeger sein. So können Sie Dach und Scheiben schnell von Schnee und Eis befreien.

Passen Sie Ihre Fahrweise an

Im Winter rauben eisige Straßen und plötzliche Wetterumbrüche Autofahrern im Straßen-verkehr den letzten Nerv. Eine vorsichtige Fahrweise ist in den Wintermonaten also ein ab-solutes Muss. Achten Sie besonders darauf, genügend Abstand zum Vordermann zu halten. Schließlich kann sich Ihr Bremsweg bei glatten Straßen um das Fünffache verlängern. Zudem hilft Ihnen niedertouriges Fahren im hohen Gang dabei, im Winter voran zu kommen. Wenn die Fahrbahn jedoch mit Eis überzogen ist, beispielsweise nach Eisregen, sollten Sie Ihr Fahrzeug stehen lassen und den Winterdienst abwarten. Die Haftung zwischen Reifen und Straße (und damit die Kontrolle über Ihr Auto) ist dann nämlich alles andere als sicher.

Auch zu Fuß gilt: Vorsicht auf dem Eis!

Wenn der Schnee glitzert und die Temperaturen in die Minusgrade gehen, sind Eisflächen ein beliebtes winterliches Ausflugsziel. Kein Wunder! Schließlich ist es ein echter Spaßgarant, auf eingefrorenen Seen oder Flüssen mit Schlittschuhen oder auch zu Fuß ein paar Runden zu drehen. Hach, eine malerische Vorstellung.

Doch auch hier kann eine echte Wintergefahr lauern: Wenn das Eis bricht, ist aller Spaß schnell vor-bei und eingebrochene Personen ernsthaft in Gefahr. Wie Sie das vermeiden können und was Sie tun sollten, wenn tatsächlich jemand eingebrochen ist, erfahren Sie nun.

Darauf sollten Sie bei gefrorenen Flächen achten

Bei Eisflächen kann der Schein schnell trügen. Denn auch wenn das Eis bei den ersten Schritten einen stabilen Eindruck macht, kann es einige Meter weiter leicht brechen. Deshalb sollten Sie in keinem Fall gefrorene Seen und Flüsse betreten, die nicht von der verantwortlichen Gemeinde freigegeben worden sind. Die entsprechende Freigabe wird meist mit einem Schild am Rande des Gewässers kenntlich gemacht.

Doch auch auf freigegeben Eisflächen ist die Gefahr noch nicht vollkommen gebannt. Schließlich ist das Wetter eine Laune der Natur. Wenn die Sonne sich zeigt und die Temperaturen steigen, kann das Eis schnell dünner und damit auch gefährlicher werden. Kontrollieren Sie zuvor also unbedingt die Eisdicke. Diese sollte bei stehenden Gewässern mindestens 15, bei fließenden Gewässern sogar 20 Centimeter betragen. Knackendes und knisterndes Eis ist hingegen immer ein klares Zeichen dafür, die Eisfläche besser nicht zu betreten.

Befinden Sie sich schon auf dem (Achtung: Wortspiel!) zu dünnen Eis, gilt es Ruhe zu bewahren und das Körpergewicht möglichst gleichmäßig zu verlagern. Dazu sollten Sie sich flach auf das Eis legen und sich mit langsamen Bewegungen auf dem gleichen Weg zurück ans Ufer "robben" oder "krie-chen". Sieht nicht elegant oder schön aus, rettet Ihnen aber sicher im Zweifel das Leben bzw. die Gesundheit.

So können Sie helfen, wenn jemand eingebrochen ist

Wenn das Eis dem Körpergewicht tatsächlich nicht mehr standhält und eine Person ins Eis einbricht, sollten Sie sich folgendermaßen verhalten:

  1. Alarmieren Sie sofort den Notruf.
  2. Geben Sie dem Eingebrochenen die Anweisung, hektische Bewegungen zu vermeiden. Diese führen zu einem schnellen Energieverlust des Körpers und sind damit absolut kontraproduktiv. 
  3. Auch in dieser Ausnahmesituation gilt: Ihre eigene Sicherheit steht an erster Stelle. Begeben Sie sich also nicht selbst auf die Eisfläche. Reichen Sie der eingebrochenen Person stattdessen Hilfsmittel wie Leinen oder Rettungsringe – aber nie Ihre Hand. Damit steigt nämlich die Gefahr, dass Sie selbst in das Eisloch gezogen werden.
  4. Wenn Sie sich zur Rettung dennoch auf das Eis wagen wollen, benutzen Sie Gegenstände wie Bretter oder Zaunpfähle als Untergrund. So können Sie Ihr Körpergewicht besser verteilen und Ihr Einbrechen vermeiden. Bleiben Sie jedoch so nah am Ufer, wie nur möglich.
  5. Wenn die gerettete Person ansprechbar ist, sollten Sie diese sofort von der nassen Kleidung befreien und zudecken. Warme, zuckerreiche Getränke können ebenfalls beim Aufwärmen helfen.
  6. Ist die gerettete Person bewusstlos, müssen Sie diese in die stabile Seitenlage bringen. Setzt zusätzlich die Atmung aus, müssen Sie bis zum Eintreffen des Notarztes eine Herzdruckmassage und Beatmung durchführen. 

Was zu tun ist, wenn Sie selbst einbrechen

Auch wenn man den alleinigen Gang auf das Eis in jedem Fall vermeiden sollte, passiert es immer wieder, dass Personen einbrechen und keine Hilfe in Sicht ist. Wenn auch Sie in diese Ausnahmesituation kommen, sollten Sie sich folgendermaßen verhalten:

  1. Wenn Sie merken, dass die Eisfläche Geräusche abgibt, können Sie das schlimmste Übel noch vermeiden. Dazu sollten Sie sich flach auf das Eis legen. So können Sie ihr Körpergewicht möglichst gleichmäßig verlagern und sich mit langsamen Bewegungen auf dem gleichen Weg zurück ans Ufer begeben.
  2. Sind Sie bereits eingebrochen, sollten Sie versuchen, sich in Bauchlage auf die feste Eisfläche zu ziehen.
  3. Bricht das Eis weiter, können Sie zudem versuchen, sich mit Händen und Ellenbogen einen Weg an das Ufer freizuschlagen.
  4. Versuchen Sie jedoch, Ihre Bewegungen so weit wie möglich zu reduzieren, da Ihr Körper sonst schnell Energie verliert.
  5. Währenddessen sollten Sie dauerhaft versuchen, mit Hilferufen auf sich aufmerksam zu machen. 

Weitere Wintergefahren, die Sie kennen sollten!

Winterzeit ist Erkältungszeit. Das muss aber nicht sein. Mit dem richtigen Verhalten können Sie der Schnupfennase und dem schmerzenden Hals schnell adé sagen. Besonders wichtig ist hierfür die richtige Ernährung. Denn gerade in der kalten Jahreszeit braucht Ihr Körper viele Vitalstoffe, um Ihr Immunsystem aufrecht erhalten zu können. Deshalb sollten Sie vor allem Vitamin C, Zink, Selen und Eiweiß in Ihre Ernährung einbinden. Zudem kann fehlender Schlaf Ihr Immunsystem belasten. Um Krankheiten effektiv entgegenzuwirken, holen Sie sich also besser eine Mütze mehr Schlaf. Ihre wache Zeit sollten Sie dann bestenfalls an der frischen Luft verbringen. Denn trockene Heizungsluft kann die Schleimhäute austrocknen, sodass diese die Erreger nicht mehr ausreichend abwehren können.

Gut zu wissen:

Sie müssen jeden Tag viele Hände schütteln? Verzichten Sie besser auf diese gängige Begrüßung. Seien Sie freundlich und weisen Sie darauf hin, dass Sie sich und andere gerade in der Erkältungszeit schützen und deswegen auf das Händeschütteln verzichten möchten. Am besten deuten Sie Ihr angepasstes Verhalten schon bei der Terminbestätigung an. Das macht einen höflichen, umsichtigen Eindruck und bietet einen großartigen Gesprächseinstieg.

Wer auch im Winter mit dem Fahrrad unterwegs ist, kriegt das eisige Wetter so richtig zu spüren. Da bei niedrigen Temperaturen schnell eine Unterkühlung droht, ist warme, atmungsaktive Kleidung ein Muss. Neben Winterjacken und Skiunterwäsche kann dann auch eine Ski-Maske dem Frieren entgegenwirken. Das sieht zwar komisch aus, aber kalte Wangen und Ohren sind wirklich nicht schön und noch dazu sehr schmerzhaft. Leider vergessen viele Menschen beim winterlichen Einkleiden außerdem die Tatsache, dass man über den Kopf die meiste Wärme verliert. Und wenn Sie dann auch noch keine wasserfesten Schuhe parat haben, können Überschuhe Abhilfe schaffen. Diese werden einfach über die normalen Schuhe gezogen und halten Ihre Füße bei matschigem und kaltem Wetter warm und trocken.

Vorsicht bei Glätte und fehlendem Winterdienst: Fußgänger haben es zusätzlich schwer, denn nicht alle Hausbesitzer nehmen es mit der Räum- und Streupflicht so genau. Und während der anmutige Schneepflug die Straßen wieder passierbar macht, landet der Straßenschnee am oder auf dem Bordstein. Damit wird der sonst beschwingte Gang auf dem eigentlich breiten Fußweg zu einem schmalen, unsicheren Schlittern und Stolpern. Achten Sie deswegen auf die richtigen Schuhe!

Turnschuhe oder Schuhe mit glatter oder minimaler Sohle bleiben im Winter am besten im Schrank. Ihre Füße werden es Ihnen danken, denn neben der fehlenden Wärme bietet leichtes Schuhwerk nur ungenügende Stabilität für Fußgelenke und Co. Und das kann Folgen haben: Denn im Falle eines Unfalls mit anschließendem Rechtsstreit entscheiden Richter häufig anhand der Schuhe, ob der Geschädigte eine Mitschuld wegen Fahrlässigkeit trägt.

Zwar springt Ihre Unfallversicherung für entstehende Gesundheitskosten auch bei schlechtem Schuhwerk sehr wahrscheinlich ein, aber eine Entschädigung können Sie dann vergessen. Also: Winterstiefel anziehen! Sie möchten im Büro nicht die klobigen Stiefel tragen? Wozu gibt es Handtaschen und Rucksäcke 😊. Den geringen, (wenn auch zusätzlichen Aufwand) sollte Ihnen Ihre Gesundheit wert sein!