Grilltipps und BBQ-Wissen für echte „Auftragsgriller“

Die Frühlingstemperaturen sind da und alle Grill-Fans wissen, was das heißt: Es ist höchste Zeit, um das neue Grilljahr einzuläuten. Schließlich lässt der verführerische Geruch von brutzelndem Fleisch, saftigen Gemüse-Spießen und herzhaften Grillpfannen doch (fast) jedem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Doch bevor Sie jetzt den Grill anschmeißen, werfen Sie der Sicherheit zuliebe aber bitte erstmal einen kritischen Blick auf Ihre (hoffentlich noch bestehende) Haftpflichtversicherung und den Zustand der mobilen Sommerküche. Seit der letzten Nutzung sind schließlich einige Wochen – oder sogar Monate – vergangen.

Die Bayerische Experten-Tipp

Zu Beginn gleich ein Wort der Warnung: Lassen Sie niemals und unter keinen Umständen den Gas- oder Holzkohlegrill in der Wohnung auskühlen. Es besteht nämlich die Gefahr einer Kohlenmonoxidvergiftung! Das geruchslose Gas verteilt sich schnell im Raum und ist tödlich.

Damit alle Gourmet-, Spaß- oder Natur-Griller sicher in die neue Grillsaison starten können, haben wir alles zur Grillreinigung, Unfallvermeidung am Rost und der Frage „Was tun im Ernstfall?“ zusammengetragen. Also, erst lesen und dann loslegen, ok?

Frühjahrsputz für den Grill: Sauber für ein sicheres Angrillen

Ja, nicht nur die Wohnung profitiert vom Frühjahrsputz. Auch das zweitliebste Spielzeug des Mannes freut sich über ein wenig Zuwendung, bevor es wieder im Dauereinsatz ist. Dabei ist es wichtig zu beachten, mit welchem Grill Sie sich den Sommer noch schöner brutzeln. Denn je nachdem, welches Modell Sie nutzen, müssen bei der Pflege spezifische Dinge beachtet werden.

Der Gasgrill: Grillen ganz einfach… und sicher

Vor der ersten Nutzung des Gasgrills müssen viele Dinge überprüft werden, damit dem Grillspaß nicht plötzlich (und mitunter lebensgefährlich) ein jähes Ende ereilt. 

  • Checken Sie alle Anschlüsse, den Schlauch und den Inhalt der Gasflasche: Um die Dichtigkeit zuverlässig zu überprüfen, empfiehlt sich ein spezielles Lecksuchspray. Zeigen sich auf dem eingesprühten Teil Bläschen, muss der Anschluss unbedingt ersetzt werden.
  • Stellen Sie sicher, dass keine Nachrüstung notwendig ist: Für mehr Sicherheit sorgen ein doppelter Druckregler und eine Schlauchbruchsicherung. Beides wird in jedem Baumarkt angeboten. Und dort erklärt man Ihnen auch gerne gaaanz ausführlich, was das alles ist und warum Sie es brauchen. 😉
  • Reinigen Sie Oberflächen und Zubehör: Das gilt für den Deckel, den Unterbau sowie für das Grillbesteck wie Grillzangen und -spieße. Die Reinigung der Grillfläche bei Gasmodellen ist denkbar einfach: Drehen Sie zunächst die Hitze auf. Fett und eingebrannte Reste werden so ganz einfach weggebrannt. Anschließend kurz mit der Stahlbürste drüber kratzen. Fertig. Trotzdem sollten auch Deckel, Unterboden sowie alle Tropfschalen vor dem ersten (Wieder-)Gebrauch überprüft werden. Hartnäckigen oder unschönen Resten kann man mit Fettlöser oder einem Backofenspray zu Leibe rücken.

Der Holzkohlegrill: Auch Uriges braucht Pflege

Eingefleischte Grillfans schwören auf das Grillen mit Kohle. Wegen der starken Geruchsentwicklung sind Kohlegrills auf den Balkonen großer Wohnsiedlungen jedoch weitestgehend verboten. Wer trotzdem noch mit Kohle grillen darf, sollte vor der ersten Nutzung dennoch wieder ein paar Dinge beachten.

  • Reinigen Sie den Grillrost: Wenn Sie das nicht schon nach dem letzten Grillen gemacht haben, wird es jetzt höchste Zeit! Am einfachsten geht die Reinigung mit Handschuhen und einer Drahtbürste. Sie können aber auch feuchtes Zeitungspapier um den Rost wickeln. Nach ein paar Stunden Einwirkzeit lassen sich Fettreste und Eingebranntes ganz leicht mit Schwamm und Spülmittel entfernen. Auch Natronpaste (100 Gramm Natron auf 100 Milliliter Wasser) eignet sich hervorragend zur Reinigung. Einfach den Grill damit einreiben, trocknen lassen und alles mit einem feuchten und (am besten) dunklen Tuch abwischen.
  • Entfernen Sie alte Kohlerückstände: Die Asche sollte nach jedem Grillen entfernt werden, da sie Feuchtigkeit anzieht und damit zu Rostbildung beiträgt. Entfernen Sie also im Frühjahr die Asche des letzten Jahres gründlich, sonst könnte es Probleme mit der Luftzirkulation geben. Dazu reicht ein einfaches Ausbürsten in der Regel völlig aus.
  • Überprüfen Sie den sicheren Stand: Wenn der Grill im Winter in der Garage sein Dasein fristen musste, sollte vor der ersten Nutzung die Standsicherheit geprüft werden. Haben sich die Beine verzogen, sichern Sie diese erneut oder ersetzen Sie den ganzen Grill, sonst wird das Angrillen eine sehr wackelige und unsichere Angelegenheit.

Der Elektrogrill: Erst Wasser, dann das Fleisch

Auch der geruchsfreundliche Grill muss regelmäßig gereinigt werden. Dabei unterscheidet er sich nicht von seinen zwei Kollegen, denn je schneller er nach der Nutzung sauber gemacht wird, desto geringer ist der Reinigungsaufwand.

  • Krusten aus altem Fett und Marinaden entfernen: Entweder Sie lassen die Altlasten bei hohen Temperaturen ausbrennen und wischen alle Überreste einfach ab. Oder Sie bedienen sich zur Reinigung an Wasser, Spülmittel und Backofenreinigern. Scheuermilch, Stahlwolle oder ein Ceranfeldschaber sind dagegen tabu!
  • Bereiten Sie die Grillschale vor: Mit ein bisschen Spülmittel lassen sich etwaige Überreste schnell und zuverlässig entfernen. Kleiner Tipp: Wenn Sie vor dem Grillen etwas Wasser in die Schale geben, kann sich das Fett nicht festsetzen und lässt sich mit nur wenig Aufwand schnell wieder entfernen.

Gut zu wissen:

Keine Lust mehr auf Festgebranntes am Grillrost? Probieren Sie doch mal unseren Tipp mit der tollen Knolle! Reiben Sie den Rost vor dem Grillen einfach mit einer rohen und aufgeschnittenen Kartoffel ein. Durch die austretende Stärke bleibt weniger Fleisch hängen und die Kartoffelreste werden zur vegetarischen Beilage.

Was das deutsche Gesetzbuch zum Grillen zu sagen hat

Ist die Grillsaison erstmal gestartet, führt das häufig nicht nur zu Freude, sondern auch zu gewaltigen Streitereien unter Nachbarn. Die Gesetzeslage zum Grillen ist für alle Bundesländer unterschiedlich und was auf Balkonen oder in Wohnanlagen mit Mehrfamilienhäusern erlaubt ist, ist meist in der jeweiligen Hausordnung oder dem Mietvertrag genau geregelt. Zusätzlich unterscheiden sich die Vorgaben zum Nachbarschaftsgesetz, denn alle beinhalten unterschiedliche Regelungen bei der Grillfrage.

Ist das Grillen bei Ihnen laut Mietvertrag erlaubt (aber nicht weiter definiert), helfen zumindest die folgenden Verhaltensweisen, den nachbarschaftlichen Frieden zu bewahren:

  • Informieren Sie Ihre Nachbarn rechts, links und über Ihnen vor dem Grillen.
  • Vermeiden Sie beim Grillen von Fleisch und Co. eine übermäßige Rauchentwicklung. 
  • Halten Sie sich an Ruhezeiten. Bei Lärmbelästigung ab 22 Uhr verstehen die meisten Nachbarn nämlich oft nicht lange Spaß.
  • Die ausgelassene Grillparty mit Freunden sollten vorher unbedingt angekündigt werden. Übrigens: Richtige Rudelgriller haben sogar einen eigenen Grill-Slang. Falls Sie mal so richtig Eindruck machen wollen. 😊

Auch wenn die Rechtslage beim Grillen zuhause uneindeutig ist: Grillen in Wald und Flur ist ganz klar und eindeutig geregelt (oder besser: meist eher verboten). Das Grillen in Parks oder am See ist beispielsweise nur dann erlaubt, wenn die Fläche ausdrücklich als Grillfläche ausgewiesen ist. Wild-Griller riskieren hohe Bußgelder und müssen im Fall von Bränden oder sonstigen Schäden die Einsatzkosten der Feuerwehr zahlen. Wie hoch die Bußgelder je nach Bundesland ausfallen, ist hier für sie schon einmal vorsichtshalber zusammengetragen.

Erste Hilfe bei Grillunfällen mit Gasgrill & Co.

Jedes Jahr kommt es nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes zu mehr als 4.000 Grillunfällen. Häufig durch die falsche oder unsachgemäße Nutzung von Brandbeschleunigern. Die Folgen sind oft schwere Verbrennungen durch hochschlagende Flammen oder Schäden an Atemwegen durch plötzliche Verpuffungen oder starke Rauchinhalation.

BBQ-Sicherheitstipp #1: Wählen Sie den Notruf 112!

Den Notruf sollten Sie bei schweren, großflächigen Verbrennungen sowie der Inhalation von Rauch unbedingt sofort (und ohne lang zu überlegen) rufen! Denn je nach Situation können die Folgen schnell lebensbedrohlich werden, auch wenn sich das Opfer vermeintlich zunächst noch gut fühlen sollte.

BBQ-Sicherheitstipp #2: Flammen am Körper besser ersticken!

Zu Ihrer Sicherheit beim Grillen malen wir den sprichwörtlichen Teufel jetzt ausnahmsweise mal direkt an die Wand: Sollte Ihre oder die Kleidung eines Mit-Grillers in Brand geraten, gehen Sie am besten wie folgt vor:

  • Drücken Sie die Decke fest auf den Körper und streichen Sie die Flammen abwärts aus. Nutzen Sie dabei niemals Decken aus Synthetik! Besser die Branddecke zur Hand nehmen, die sowieso griffbereit in der Küche liegen sollte.
  • Haben Sie einen Feuerlöscher zur Hand, löschen Sie mithilfe kurzer Löschstöße. Führen Sie den Schlauch immer abwärts zum Körper und achten Sie darauf, nicht direkt ins Gesicht zu zielen. 
  • Verbrannte Kleidung muss unbedingt entfernt werden, denn Textilien speichern Wärme –und können damit auch nach dem eigentlichen Brand das Gewebe weiter schädigen. Sollte die Kleidung mit der Haut verklebt sein, schneiden Sie um die betroffenen Stellen herum. Versuchen Sie aber auf keinen Fall die eingebrannte Kleidung zu entfernen! Kühlen Sie die Verletzungen stattdessen kurz und warten Sie auf den Rettungsdienst!

BBQ-Sicherheitstipp #3: Brandverletzungen nicht dauerhaft kühlen!

Schäden an Haut und Gewebe entstehen bei Verbrennungen sehr schnell. Trotzdem sollten Brandwunden nicht zu lange gekühlt werden, da sonst schnell eine Unterkühlung droht. Kleinflächige Wunden können aber natürlich zur Schmerzlinderung trotzdem kurz gekühlt werden.  Handtellergroße Brandwunden bedecken Sie dagegen am besten mit einem (Brandwunden-) Verbandtuch aus dem Erste-Hilfe-Kasten im Auto. Bis der Rettungswagen eintrifft können Sie so die Wunde locker umwickeln und abdecken.

Achtung: Die typischen und bekannten Hausmittel gegen Verbrennungen wie Salben, Öle oder Aloe Vera dürfen keinesfalls auf große Brandwunden gegeben werden. Es droht sonst zusätzlich auch noch Infektionsgefahr!

BBQ-Sicherheitstipp #4: Grillunfälle gar nicht erst geschehen lassen!

Klingt simpel? Ist auch so. Zumindest dann, wenn Sie die folgenden Grundregeln und Tipps für einen sicheren Grillspaß beherzigen:

  • Beschränken Sie das Grillen auf freies Gelände!
  • Benutzen Sie nur feste Grillanzünder oder Brennpasten!
  • Gießen Sie niemals flüssigen Brennstoff auf heiße Holzkohle!
  • Der Grill muss immer sicher stehen und darf unter keinen Umständen wackeln!
  • Kleine Kinder, Betrunkene und Haustiere haben am Grill nichts zu suchen!

Zum Schluss noch ein paar spannende bis kuriose Fakten rund ums Grillen. Die haben Sie sich verdient!

  • Der Anteil der Deutschen, die gerne grillen, liegt bei sage und schreibe 97 Prozent (davon besitzen 89,7 Prozent selbst einen Grill). Hätten Sie das gedacht? 
  • Die Ausgaben für Grillfleisch lagen 2019 in Deutschland bei 1,2 Milliarden Euro.
  • Die Tierische Lebensmittel-Hygieneverordnung in Deutschland verbietet ausdrücklich das Grillen von Katzen, Hunden und Affen. Zum Glück. Bleiben Sie also lieber bei den Klassikern Schwein, Rind, Hühnchen, Fisch, Gemüse oder Tofu. 😉
  • Der teuerste Grill der Welt kommt aus den USA und ist für „erschwingliche“ 79.999 Euro zu haben. Quasi ein echtes Schnäppchen! Das Modell „Train Cactus Express“ der Marke Cactus Jack ist ein 1.340 Kilogramm schwerer Barbecue-Smoker und ähnelt eher einer Lokomotive als einem Grill.
  • Steak-Traum XXL: Der Rekord für das größte und schwerste Steak der Welt (an einem Stück) kommt aus Deutschland! Im Jahr 2014 hat ein Grillteam aus einer Rinderkeule ein 60 Kilo schweres Steak als Stück herausgeschnitten, das nach dem Grillen noch staatliche 47,5 Kilo auf den Teller brachte. Wow!
  • 50 Prozent der Deutschen nutzen das Grillen im Sommer (regelmäßig) als Kochersatz. Getreu dem Motto: Heute bleibt die Küche kalt!
  • Mit 74 Prozent ist Schweinefleisch der meist gesehene Gast auf deutschen Grillrosten. Dahinter rangieren mit 58 Prozent Geflügel und Rind mit 41 Prozent. Abgeschlagen auf dem letzten Rang liegt übrigens Lammfleisch (11 Prozent).
  • Die Top 3 der beliebtesten Marinaden: Kräuter, Pfeffer und Chili. Aber das wussten Sie schon, stimmts?