Gesetzesänderungen 2021: Das ändert sich im neuen Jahr

Wenn das neue Jahr Einzug hält, ändert sich traditionell auch einiges an Gesetzen, Verordnungen und Regelungen. Damit Sie pünktlich zum Jahreswechsel wissen, worauf Sie sich einstellen müssen, zeigen wir Ihnen hier nun die wichtigsten Gesetzesänderungen für 2021. 

Vorab können wir Ihnen aber schon verraten: Über die ein oder andere Neuerung werden Sie sich sicherlich freuen!

Gesetzesänderungen 2021, No. #1: Abschaffung des Solidaritätszuschlags

Schon länger bekannt, aber für viele dennoch eine wirklich gute Nachricht: Der Solidaritätszuschlag fällt 2021 für 90 Prozent der Steuerzahler endlich weg, da die Freigrenzen angehoben werden. Vor allem Arbeitnehmer mit geringem oder mittlerem Einkommen profitieren von der Änderung finanziell. 

Das Schöne: Der „Soli“ endet für die meisten Angestellte automatisch und taucht schon auf der Gehaltsabrechnung im Januar nicht mehr auf – Sie müssen also nicht selbst aktiv werden. Voraussetzung ist allerdings, dass Sie als Alleinstehender unter 73.000 Euro verdienen, bei Verheirateten liegt die Grenze bei 151.000 Euro. Verdienen Sie mehr, werden Sie bis zu 109.000 Euro beziehungsweise als Doppelverdiener bis zu 221.000 Euro teilweise befreit. Einkommen, die darüber liegen, profitieren nicht von der neuen Regelung.

Weil das aber alles bloße Theorie ist, zeigen wir Ihnen nun gerne, was Sie dadurch konkret an Geld sparen – also ab 2021 mehr „netto vom brutto“ im Geldbeutel haben:

die Bayerische Ratgeber Neue Gesetze 2021 Solidaritaetszuschlag

Neues Jahr, neues Gesetz: Der Solidaritätsbeitrag wird abgeschafft.

Wollen Sie Ihre Ersparnis ganz genau berechnen, hilft Ihnen der Soli-Rechner des Bundesfinanzministeriums weiter – hier müssen Sie lediglich Ihren genauen Verdienst und Familienstatus eingeben, schon wird alles auf den Cent genau kalkuliert.

Gesetzesänderungen 2021, No. #2: Höheres Kindergeld zum Jahreswechsel

Für alle (jungen) Familien ist das erhöhte Kindergeld ab Januar 2021 eine gute Nachricht. Denn infolge des „Zweiten Familiengesetzes“ gibt es

  • für das erste und zweite Kind ab dem 01.01.2021 künftig je 219 Euro,
  • für das dritte Kind 225 Euro und
  • für jedes weitere Kind 250 Euro.

Das heißt für jedes Kind gibt also immerhin 15 Euro mehr pro Monat.

Gesetzesänderungen 2021 #3: Elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU)

Wer sich bisher krankschreiben ließ, bekam von seinem Arzt einen so genannten „gelben Schein“ mit auf den Weg. Der bestand aus drei Ausfertigungen – und die mussten nicht nur beim Arbeitgeber, sondern vom Patienten auch bei der Krankenkasse eingereicht werden. 

Die gute Nachricht: Der ganze Aufwand bleibt Ihnen zukünftig erspart. Der leidige Papier-Umweg wird durch eine elektronische AU ersetzt. Denn der Arzt wird sich darum kümmern und die „E-Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung“ für Sie an die Krankenkasse weiterleiten. Hier muss der Arbeitgeber diese dann auch abrufen. Wie Sie „digital“ zum Arzt können, zeigen wir Ihnen übrigens in unserem per App zum Arzt-Ratgeber!

Glück für den Arbeitgeber: Das soll ihm (zumindest laut Planung) ab 2022 dann erspart bleiben. Ab hier soll die Krankenkassen aktiv werden und die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen dem Arbeitgeber übermitteln.

Gesetzesänderungen 2021, No. #4: Weniger Einwegplastik

Eine Gesetzesänderung, die einen wirklich großen Schritt in die richtige Richtung bedeutet, betrifft das Einwegplastik. Das hat in den letzten Jahrzehnten bekanntlich zu einer verstärkten Verschmutzung der Meere und der Umwelt geführt – weswegen jetzt nachhaltigere Alternativen für Ersatz sorgen sollen.

Sofern eine umweltverträglichere Verpackung möglich ist, muss die ab Juli 2021 nämlich auch zwingend verwendet werden. Einwegprodukte aus Styropor oder Plastik (wie beispielsweise Wattestäbchen) gehören also bald in der gesamten EU der Vergangenheit an. Holz- und Recyclingprodukte werden also im nächsten Jahr häufiger in den Regalen der Supermärkte zu finden sein. Plastikbesteck, Strohhalme & Co. werden auch beim To-Go-Verzehr damit endgültig von der Bildfläche verschwinden. 

Wir sagen: Ein schöner Schritt hin zu mehr Nachhaltigkeit!

Gesetzesänderungen 2021, No. #5: Der Personalausweis wird (nicht nur) digitaler

Während der Personalausweis für Bundesbürger aktuell noch für „günstige“ 28,80 Euro zu haben ist, ändert sich das im nächsten Jahr. Ab dann kostet das Dokument nämlich deutlich mehr Gebühren: Immerhin stolze 37 Euro! 

Der Grund dafür ist einfach, denn die „neuen“ Personalausweise haben auch einige neue „Features“ - etwa digital gespeicherte Fingerabdrücke. Was man beim Reisepass also schon gewohnt war, greift ab August auch für den Personalausweis. 

Zudem gibt es noch eine weitere, bedeutende Neuerung: Neben „M“ für Mann und „F“ für Frau ist in Zukunft auch ein „X“ möglich.

Gesetzesänderungen 2021, No. #6: Kfz-Steuer

Mit dem 1. Januar 2021 ändert sich auch die Kfz-Steuer. Denn die wird künftig am CO2-Wert gemessen. Ist der höher, steigt Ihr Beitrag. Davon profitiert vor allem die klimaschonende E-Mobilität. Besonders Neuwagen mit höherem Spritverbrauch zahlen dann allerdings mehr – ein Porsche Macan kostet so beispielsweise 230 Euro mehr. 

Wenn Sie als Autofahrer die Zusatzkosten bei der Kfz-Versicherung wieder reinholen wollen, schauen Sie gerne einmal bei uns vorbei – mit Dashcam sparen Sie nämlich 15 Prozent im Jahr! 

Gesetzesänderungen 2021, No. #7: Die Grundrente kommt!

Monatelang wurde diskutiert, erst dann stand es wirklich fest: Da Kabinett „Merkel IV“ hat die Grundrente beschlossen. Für über eine Million ältere Menschen in Deutschland ändert sich darum die Höhe der Rente – und das ins Positive!

Inwiefern Ihnen als Rentner konkret hilft? Ganz einfach: Wenn Sie mindestens 33 Beitragsjahre in die Rentenkasse eingezahlt haben, aber dennoch nur eine schmale Rente beziehen, bekommen Sie nun einen Zuschlag zu Ihrer regulären Rente ausgezahlt. Nicht nur Arbeitsjahre werden dabei angerechnet, sondern auch Kindererziehung, Pflegezeiten und Wehr- oder Ersatzdienste.

Kleiner Wermutstropfen: Die genaue Höhe des Zuschlags zu beziffern ist aktuell fast unmöglich, da dieser stark einzelfallabhängig ist. Für Sie als Rentner oder Rentnerin ist dabei aber wichtig zu wissen, dass alles automatisch abläuft – so, wie auch beim weiter oben beschriebenen Soli-Wegfall. Sie müssen also keine Anträge oder ähnliches ausfüllen. 650 Angestellte des Bundes erledigen das für Sie!

Im Durchschnitt soll die Extra-Rente bei rund 75 Euro brutto liegen, maximal bei 418 Euro. Ein gutes Rechenbeispiel für verschiedene Lebensläufe kann man übrigens auf der Homepage der deutschen Rentenversicherung aufrufen.

Kleines Manko: Leider dürfte die Erhöhung frühestens im Sommer auf Ihrem Konto eintreffen. Dann aber als Nachzahlung für den Zeitraum seit Januar. Die Rentenversicherung braucht nämlich unter den aktuell etwas „schwierigen“ Bedingungen noch ein wenig Zeit, die höheren Rentenansprüche auszurechnen. Spätestens dann bleibt Ihnen aber hoffentlich mehr Geld für Lebensfreude!

Gesetzesänderungen 2021, No. #8: Was erwartet Sie noch?

Neben all diesen Punkten ändert sich übrigens zum Jahreswechsel noch so Einiges. Unter anderem in diesen Bereichen:

  • Der Mindestlohn wird schrittweise erhöht. Ab Januar 2021 auf 9,50 Euro, im Juli 2021 dann auf 9,60 Euro die Stunde.
  • Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst verdienen zum neuen Jahr mehr: Je nach Gehaltsstufe zwischen 3,2 und 4,5 Prozent. Ähnliches gilt auch für das Pflegepersonal. Hier erhört sich das Gehalt der Mitarbeiter um bis zu 8,7 Prozent. Wer in der Intensivpflege arbeitet, profitiert sogar von zehn Prozent Gehaltssteigerung.
  • Für Elternpaare steigen die Kinderfreibeträge auf 8.388 Euro.
  • Auch wer Elterngeld bezieht, profitiert künftig von einer Neuregelung. Mütter und Väter durften bisher maximal 30 Stunden pro Woche arbeiten – das soll 2021 auf 32 Stunden angehoben werden. Für Sie bedeutet das: Geht der Gesetzentwurf noch rechtzeitig durch, ist in Zukunft auch eine 4-Tage-Woche in der Elternzeit möglich!