Die besten Strategien gegen Langeweile und Wohnungskoller

Eigentlich ist es paradox: Jeder wünscht sich im stressigen Hamsterrad aus Arbeit und (zu wenig) Freizeit mehr Zeit zu Hause. Aber so gezwungen wie in der aktuellen Situation, macht es dann doch keinen Spaß. Abgesehen von kurzen Einkäufen und ein paar Stunden am Schreibtisch im Home-Office, bietet der freiwillige Shutdown wegen dem Coronavirus nicht viele Entfaltungsmöglichkeiten.

Vor allem Familien mit Kindern müssen sich mit der häuslich-fixierten Situation besonders arrangieren. Sofern nicht ein Elternteil zum Team der aktuellen Alltagshelden gehört und tatsächlich beruflich noch vor die Tür darf, rücken Familien oder Wohngemeinschaft gerade im wahrsten Sinne des Wortes enger zusammen.

Und das birgt großes Konfliktpotenzial und verlangt nach Strategien gegen den befürchteten Wohnungskoller.

Das wichtigste vorab:

Sie sind in einer familiären Notsituation und brauchen Hilfe, möchten sich einfach nur austauschen oder haben Fragen zum Schulbetrieb und den kommenden Prüfungen? Wir haben alle wichtigen Servicenummern für Sie zusammengestellt:

Und jetzt weiter zu ein paar hilfreichen Tipps gegen Langeweile in Familien, für Singles und Haustierbesitzer.

Familien mit Kindern: Mit Kreativität gegen Langeweile

Die Kleinsten verstehen am allerwenigsten, warum Spielplätze jetzt tabu sind und sie ihre Freunde aus dem Kindergarten oder der Schule nicht sehen dürfen. Da liegt es an Mama, Papa und vielleicht sogar den Großeltern für gute Stimmung und sinnvolle Beschäftigung zu sorgen. So schön ein paar freie Tage auf den ersten Blick auch erscheinen, die Ungewissheit über die Dauer schlägt früher oder später allen aufs Gemüt. Wir haben ein paar sinnvolle, frischluftfreie Ideen zusammengetragen.

  • Lesen und Hörbücher: Echte Klassiker aber effektiv, wenn es um langfristige Beschäftigungen geht. Sind alle Bücher gelesen und alle Hörspiele gehört, versuchen Sie sich mit Ihrer Familie doch am Schreiben eines kleinen Familienstücks. Das hält alle bei Laune, bietet endlos lange Beschäftigungszeit und Sie haben gleich einen Unterhaltungspunkt für den nächsten Geburtstag von Oma, Opa, Tante oder Onkel.
  • Stop-Motion-Filme: Endlich gibt es eine weitere sinnvolle Verwendung für die unzähligen Teddybären und Plüschhasen, die die Wohnung bevölkern. Warum mit der Vielzahl der pelzigen Begleiter keinen Stop-Motion-Film drehen? Dazu braucht es keine langen Drehbücher und eine Handykamera reicht für die Aufnahmen aus. Fragen Sie Ihre Kinder, sie haben sicher eine passende Idee für das Filmchen Marke Heimkino-in-Eigenregie.
  • Kinoabend und Filmspaß: Normalerweise sind alle Eltern bemüht, die lieben Kleinen vom Fernseher und Netflix fern zu halten. Aber in diesen Zeiten dürfen Sie ruhig ein Auge zudrücken. Wie wäre ein Motto-Filmabend? Je nach Filmgenre könnten Sie sich zusätzlich zum Familienerlebnis passend zum Film verkleiden – und zwar nur mit den Sachen, die Sie auch zuhause haben. Da sind Lacher und gute Laune vorprogrammiert, inklusive schöner Bilder fürs Familien-Fotoalbum.
  • Zeit zum Ausmisten: Erweitern Sie den Frühjahrsputz doch mal auf die Kleiderschränke Ihrer Familie. Sicher finden sich darin Schuhe, Kleider und Hosen, die ausgedient haben. Über Apps wie Kleiderkreisel oder Facebook-Kleidertauschbörsen können Sie bequem und kontaktfrei von zu Hause alles verkaufen, was nicht mehr gebraucht wird. Der Versand muss zwar noch ein bisschen warten, aber das gute Gefühl etwas geschafft zu haben, bleibt.

Gut zu wissen:

Sie können sich nicht entscheiden was weg soll? Als Richtlinie kann alles raus, was Sie seit einem Jahr nicht anhatten. Bei Kindern ist es einfacher, denn Sohnemann oder die Tochter wachsen regelmäßig und zuverlässig aus allem raus.

Single- und Pärchenhaushalte: Allein oder zweisam einsam war gestern

Menschen, die allein oder mit ihrem Partner leben macht die erzwungene soziale Isolation sicher auch schwer zu schaffen. Alle sonstigen Beschäftigungen wie Sport, gemeinsame Kochabende und Freunde besuchen fallen in nächster Zeit aus – oder sollten aus Sicherheitsgründen vermieden werden. Handy und Laptop machen den sozialen Austausch zwar möglich, bieten aber nur bis zu einem gewissen Punkt ausreichend Abwechslung. Und irgendwann kann man vielleicht auch den Partner nicht mehr ertragen, denn auf engem Raum und ohne Abwechslung fallen nervige Marotten schnell auf. Dabei müssen Sie trotz modernen „Hausarrests“ nicht auf viel verzichten.

  • Sport: Schwimmbäder und Fitnessstudios sind geschlossen, aber deswegen müssen Sie nicht auf körperliche Ertüchtigung verzichten. Trainieren Sie doch mit Ihrem eigenen Körpergewicht bzw. gemeinsam mit dem Partner. Einfach zwei Matten oder Handtücher auf den Wohnzimmerboden und schon kann es losgehen. Übungen für horizontale Liegestütze oder Kraftheben am Esstisch eignen sich bestens und beziehen auch Ihr Mobiliar sinnvoll mit ein. Sie brauchen mehr Anregung? Tipps und Tricks bieten Youtube-Videos und Fitness-Websiten wie Fit-for-Fun für Ungeübte und Profis oder DAREBEE.
  • Essen mit Freunden: Ob Sie nun vorsichtig sind oder Grund zur Sorge haben, das Feierabendbier mit Freunden ist trotzdem möglich. Videoanrufe oder Skype-Dinner machen es möglich. Schließlich ist die moderne Technik nicht nur für das Arbeiten im Home-Office zu gebrauchen. Verabreden Sie sich einfach online – so wie sonst auch. Den Unterschied werden Sie fast nicht merken.
  • Raus an die frische Luft: Sie haben keinen Balkon für die tägliche Dosis Frischluft und die verlockende Frühlingssonne? Dann nutzen Sie notwendige Einkäufe dazu. Wenn Sie zum Bäcker eine Straße weiterlaufen, verstoßen Sie nicht gegen die aktuellen Empfehlungen. Apps der NABU für Vogelkunde oder Pflanzenbestimmungen machen aus dem Einkauf schnell einen entspannenden Spaziergang – zumindest so lange Sie die Einkäufe nicht zurück nach Hause tragen müssen. 😊

Haustierbesitzer: Wenn er raus muss, muss er raus

Viele Hundebesitzer fragen sich aktuell, ob und wie lange sie mit ihrem Liebling an die Luft dürfen. Selbst bei Ausgangssperre gilt: Sie dürfen mit Ihrem Tier vor die Tür. Bleiben Sie aber in unmittelbarer Nähe zur Wohnung oder dem Haus und tragen Sie eine, sofern vorgeschriebene, Selbstauskunft bei sich. Die Spaziergänge sollten allerdings kurz sein, Menschenmassen gemieden und nach dem Spaziergang das Händewaschen nicht vergessen werden.

Anders ist es bei Menschen, die tatsächlich unter Quarantäne stehen: Laut deutschem Infektionsschutzgesetz dürfen sie ihre Hunde nicht mehr Gassi führen. Betroffene müssen Freunde, Nachbarn oder Dog-Walker um Hilfe bitten.

Sie möchten kein Risiko eingehen und lieber gleich einen Ausführdienst in Ihrer Nähe beauftragen? Hier gibts alle wichtigen Adressen in Ihrer unmittelbaren Nähe!