Für ein blitzblankes Gewissen: Weniger Müll und umweltbewusstes Putzen nach dem „Zero Waste“-Prinzip

Zero Waste? Egal, ob Sie noch nie davon gehört haben – oder ein „alter Hase“ beim Müllvermeiden im Alltag sind: Wenn auch Sie Ihren ökologischen Fußabdruck so klein wie möglich halten wollen, sind die nächsten Minuten, die Sie benötigen, um diese Ratgeber durchzulesen, ganz bestimmt keine Verschwendung. 

Wir haben uns heute darum einen ganz besonderen Aspekt zum Thema Nachhaltigkeit herausgepickt. So wollen wir allen umweltbewussten Menschen (und denen, die es werden wollen) Tipps und Tricks mit auf den Weg geben, wie sich das „Zero Waste“-Prinzip auch bei der Hausarbeit richtig gut umsetzten lässt.

Damit auch Ihr Zuhause schon bald mithilfe von umweltfreundlichen, unverpackten und nahhaltigen Putz-Alternativen glänzt, klären wir folgende Fragen:

  • Was ist „Zero Waste“ überhaupt?
  • Warum sind klassische Putzmittel schlecht für die Umwelt?
  • Welche Alternative bietet das Putzen nach dem umweltfreundlichen Prinzip?

Gut zu wissen:

Nicht nur immer mehr besonders umweltbewusste „Einzelkämpfer“ setzen auf „Zero Waste“ im eigenen Alltag. Mittlerweile haben auch schon ganze Städte und Kommunen das „Kein Müll“-Prinzip zur Maxime erklärt. Prominentestes Beispiel: San Francisco! Bereits 2018 hat die kreativ-tech-lastige Hipster-Metropole bekannt gegeben, die erste müllfreie Großstadt der Welt werden zu wollen. Wie viel PR in diesem Lippenbekenntnis liegt, bleibt allerdings noch abzuwarten.

Wörtlich übersetzt bedeutet „Zero Waste“ so viel wie „Null Müll“ – nicht mehr und nicht weniger. Einfach gar kein Müll. Es geht also darum, keinen Müll zu produzieren (oder diesen zumindest deutlich zu reduzieren). Das Problem großer Abfallberge besteht nämlich nicht nur auf den vollkommen überfüllten Müllhalden Europas, sondern eskaliert besonders in den Schwellen- und Entwicklungsländern. Hier türmt sich der Abfall teilweise unkontrolliert meterhoch und schadet nicht nur der Umwelt, sondern auch der Gesundheit der Menschen vor Ort. 

Selbst vermeintlich unberührte Orte und ferne Ecken der Natur, die für Lieschen Müller oder Max Mustermann eher nicht erreichbar sind, werden inzwischen von Plastikmüll - und vor allem dem problematischen Mikroplastik – sprichwörtlich überschwemmt.

Sie sehen: Wo man sich auch bewegt und um welchen Ort es sich handelt – Plastik und Kunststoff findet man mittlerweile leider überall. Selbst, wenn noch nie ein Mensch seinen Fuß dorthin gesetzt hat.

Um etwas gegen die Zustände zu unternehmen, wollen daher immer mehr Menschen aktiv Müll aller Art vermeiden. Sie haben erkannt, dass ein nachhaltiger Lebensstil die Dinge zumindest im Kleinen verändern kann. Und: Umso mehr aktive „Weltverbesserer“ mitmachen, desto größer ist der Effekt für die Menschen und die Umwelt. An verschiedenen Stellschrauben des Alltags soll darum etwas gedreht werden. Jeder nach dem eigenen Gusto und der eigenen Möglichkeit, denn am Ende summieren sich die positiven Effekte.

Wussten Sie, dass...

… ein Deutscher im Durchschnitt 611 Kilogramm Müll pro Jahr produziert? Tendenz leider weiterhin steigend. Verantwortlich sind dafür vor allem der boomende Online-Versandhandel und das vermehrte Essen nach dem To-Go-Prinzip. 

… wer sich an „Zero Waste“ beteiligt, will nicht nur weniger Plastik produzieren, sondern meist auch weg von der Wegwerfgesellschaft. Dazu gehört auch die Vergeudung und Ausbeutung von Rohstoffen. Recycling, Kompostierung sowie Wiederverwertung stehen damit ebenfalls auf den To-Do-Listen der Zero Waste-Bewegung.

Es geht also um:

  • verantwortungsvollen, ressourcenschonenden Konsum
  • nachhaltige, faire Produktion
  • im Alltag gelebten Umweltschutz

Chemische Zusatzstoffe, Weichmacher und gentechnologisch veränderte Lebensmittel sind darum genauso tabu wie unnötiger Abfall beim Einkaufen im Supermarkt oder vermeidbare Rohstoffverschwendung.

Doch was bedeutet das Prinzip nun für das Putzen und den blitzblanken Haushalt – und sind klassische Putzmittel wirklich so schlecht für die Umwelt (und sollten darum vermieden werden? Lesen Sie weiter und wir erklären es Ihnen.

„Zero Waste“ und Putzen: Sind klassische Putzmittel wirklich so schlecht für die Umwelt?

Klassische Haushaltsreiniger sind nicht nur äußerst selten (also eigentlich nie) plastikfrei zu erhalten, sondern leider oft auch meist voller Chemie. Wenn die oft „scharfen“ Chemikalien ins Abwasser gelangen, ist das für Mikroorganismen & Co. alles andere als gut – eigentlich logisch, oder? Wer konventionell putzt, sollte darum so wenig Reinigungsmittel wie möglich verwenden. Denn schon das ist ein wichtiger Schritt in Richtung Nachhaltigkeit. Probieren Sie es einfach aus: Sie werden überrascht sein, wie wenig giftgrüne Reinigungsflüssigkeit man tatsächlich braucht, um eine ganze Küche zu putzen.

Allein in Deutschland werden jedes Jahr unglaubliche 1,3 Millionen Tonnen an Wasch- und Reinigungsmittel an Verbraucher verkauft, sagt das Umweltbundesamt. gerade aggressive und nur schwer abbaubare Reiniger schaden dabei nicht nur der Umwelt, sondern können selbst der Gesundheit des Putzenden schaden. Auf den meisten Reinigern sind deshalb entsprechende Warnhinweise (“Vorsicht“, „giftig“ oder „ätzend“) angebracht. Kein Wunder, dass sie auch besonders von Kindern ferngehalten werden sollen und in der Regel keinesfalls mit der eigenen Haut in Kontakt kommen dürfen.

Wir meinen: Es gibt viele Gründe, mit der chemischen Putzkeule achtsamer umzugehen. Denn nur so kommen weniger Phosphate, Duftstoffe, Schaumverstärker und Silicone in die Umwelt.

Doch es gibt Hoffnung – oder besser: einfache, schnelle und auch nachhaltige Alternativen, mit denen auch Sie Ihren Haushalt nach dem „Zero-Waste-Prinzip“ auf Vordermann bringen können. Welche das sind, verraten wir Ihnen jetzt.

Nachhaltiges und umweltbewusstes Putzen: Konkrete Tipps für den Putzalltag

Kurz vorweg: Erwarten Sie jetzt bitte nicht zu viel. Denn tatsächlich ist das Prinzip hinter dem „Zero Waste“-Putzen so einfach wie genial. Denn im Grunde soll der Haushalt dabei mit möglichst verpackungsfreien – und am besten abbaubaren – Reinigungsmitteln sauber werden. Und wie überprüft man, ob etwas wirklich funktioniert? Wir haben uns umgehört und selbst einfach alle Tipps & Tricks, die vielversprechend klangen, ausprobiert. Und eines können Sie uns glauben: Für den sauberen Haushalt braucht es eigentlich gar nicht viel!

Allzweckreiniger und WC-Reiniger mit dem Zero-Waste-Prinzip ersetzen? Herkömmlicher Essig und Zitronensäure hilft oft!

Die meisten konventionellen Haushaltsreiniger können selbst durch Hausmittel hergestellt werden. Und haben dennoch eine hohe Wirksamkeit gegen Kalk, Schmutz und andere Putz-Herausforderungen.

Allzweckreiniger aus Tafelessig

Gute Erfahrungen haben wir beispielsweise mit einem Allzweckreiniger aus Tafelessig gemacht. Ein halber Liter Wasser, vermengt mit etwa 10 g Zitronensäure (hört sich gefährlich an, ist es aber nicht) aus dem Bio-Laden und vier Esslöffel Essig wirken wahre Wunder beim Putzen. Und das nicht nur beim Sauberhalten von Böden und glatten Oberflächen, sondern sogar beim Hochglanz-Reinigen von dreckigen Fensterscheiben.

Backpulver gegen hartnäckige Flecken…

Wer bei hartnäckigen Flecken zusätzlich Backpulver (oder Natron) auf die Verschmutzungen gibt und kurz einwirken lässt, wird überrascht sein, wie schnell die Flecken verschwinden. Das umweltfreundliche Pulver in Kombination mit der Zitronensäure hilft dazu auch sehr gut gegen Kalk. Selbst die Armaturen im Bad oder die Küchenzeile bekommen Sie somit effektiv sauber. Und sogar Fenster und Spiegel können damit geputzt werden – ohne, dass hässliche Schlieren entstehen.

Selbstgemacht: Müllfreier, toll duftender Haushaltsreiniger

Fügen Sie der selbstgemachten Essig-Zitronensäure-Lösung noch ein paar Zitronenschalen, Orangenschalen oder Minze bei und lassen Sie das Ganze über Nacht stehen. Am nächsten Morgen filtern Sie die geruchsspendenden Schalen und Blätter wieder heraus – und fertig ist der erfrischend-sauber riechende Haushaltsreiniger ohne Müll!

…und dann noch mit Kaffeepulver vermengt

Vermengt man das Gemisch zusätzlich mit altem Kaffeepulver, so werden auch verbrannte Töpfe und Pfannen sauber und glänzen wie neu. Natürlich vorausgesetzt, man spült die Reinigungsmasse am Ende wieder restlos ab. Somit ist auch die bekannte Scheuermilch nicht mehr unbedingt notwendig.

Spülmittel: einfach selbstgemacht

Sogar Spülmittel kann nach dem „Zero Waste“-Prinzip selbst hergestellt werden. Dazu einfach Kernseife zerreiben (etwa 20 g), diese mit Natron (5 g) vermengen und dazu einen halben Liter Wasser geben. Das Ganze auf dem Herd zum Kochen bringen – und fertig ist die Mischung für ökologisches Abspülen. Sie muss nur noch kurz ziehen und kalt werden, dann ist alles einsatzbereit.

Essig und Natron: Auch im Bad der müllfreie Reinigungskracher

Auch im Klo ist schnell Abhilfe geschaffen: Hier braucht es lediglich eine höhere Dosierung an Essig und Natron. Das wird darum einfach ohne Wasser zusammengemischt. Schon 0,3 Liter Essig und drei Esslöffel Natron (pures, nicht das aus Backpulver) aus dem Biomarkt reichen völlig aus, um die Toilette sauber zu bekommen. Einfach die Klobürste darin „baden“ und dann kräftig schrubben – voila, das stille Örtchen ist wieder sauber. Und das auf die „grüne“ Art und Weise!

Selbstgemachte Haushaltsreiniger: Bitte auch müllfrei aufbewahren!

Die selbstgemachten Öko-Reiniger können einfach in herkömmliche Behälter von alten Putzmitteln oder in wiederverwendbare, ausgekochte Gläser gefüllt werden. Dabei fällt auch deutlich weniger Verpackungsmüll an und das Ganze ist gut biologisch abbaubar. 

Sie sehen: Es braucht keine unzähligen Reiniger für Klo, Bad, Küche oder Fenster. Mit einfachen Mitteln geht es auch. Wenn Sie nun auch Lust darauf bekommen haben, etwas für sich und die Umwelt zu tun, dann probieren Sie es einfach aus. Uns hat es schon überzeugt!