Was versteht man unter dem Personenbezogenen Bezugsrecht?

Der Bezugsberechtigte ist diejenige Person, die im Leistungsfall das Geld aus einer Lebens- oder Rentenversicherung erhält. Hierbei kann es sich um eine namentlich benannte Person, aber auch um einen Personenkreis (z.B. die Kinder, die Eltern usw.) handeln.

Was versteht man unter dem Reihenbezugsrecht?

Zum Empfang der fälligen Versicherungsleistung ist/sind gemäß der abgegebenen Willensbestimmung in der Reihenfolge der Ziffern unter Ausschluss der nachfolgenden Berechtigten folgende/n Person/en berechtigt.

Berechtigte Personen

1. Der überlebende Ehegatte mit dem der Versicherte zum Zeitpunkt seines Ablebens verheiratet war.

Wenn der Versicherte zum Zeitpunkt seines Ablebens verheiratet war, steht die fällige Versicherungsleistung dem Ehepartner zu 2.

2. Die (ehelichen und die ihnen gleichgestellten) Kinder

Wenn der Versicherte zum Zeitpunkt seines Ablebens ledig, geschieden oder verwitwet war (was aus der Sterbeurkunde hervorgeht) steht die fällige Versicherungsleistung den Kindern zu gleichen Teilen zu. In diesem Fall benötigen wir eine sog. "Kindererklärung".
Sofern minderjährige Kinder bezugsberechtigt sind, wären uns von deren gesetzlichen Vertretern jeweils schriftlich Überweisungskonten zu benennen. Wir benötigen dann zusätzlich Kopien der Abstammungsurkunden der minderjährigen Begünstigten.

3. Die Eltern

Wenn der Versicherten zum Zeitpunkt seines Ablebens ledig, geschieden oder verwitwet war und auch keine Kinder hatte (schriftliche Bestätigung erforderlich Kindererklärung) steht die Leistung den Eltern des Versicherten zu gleichen Teilen zu. In diesem Fall wird ein Nachweis darüber verlangt, wer die Eltern sind (Kopie der Abstammungsurkunde des Versicherten).
Sollte ein Elternteil vorverstorben sein, reichen Sie uns bitte als Nachweis eine Kopie der Sterbeurkunde ein. Dieser Teil der Leistung fällt dann dem noch lebenden Elternteil zu.

Sofern bereits beide Elternteile vorverstorben sind, sind uns Kopien der Sterbeurkunden sowie eine Kopie der Abstammungsurkunde des / der Versicherten einzureichen.

4. Bei manchen Verträgen die Erben

Wenn der Versicherte zum Zeitpunkt seines Ablebens ledig/geschieden/verwitwet war, keine Kinder hatte und die Eltern nachweislich vorverstorben sind, steht die fällige Versicherungsleistung den Erben als Bezugsberechtigter Personenkreis zu. Eine eventuelle Erbausschlagung hat auf dieses Bezugsrecht keinen Einfluss.

Zur Klärung der Empfangsberechtigung benötigen wir dann einen amtlichen Nachweis über Erbfolge. (Erbschein oder Testament mit gerichtlichem Eröffnungsvermerk sowie der Niederschrift über die Testamentseröffnung).
Bei Versicherungsleistungen unter 15.000,00 € kann eine Erbenerklärung verwendet werden, aber nur dann, wenn kein amtlicher Erbennachweis vorhanden ist. In diesem Fall müssen sich die Erben allerdings auf ein Überweisungskonto einigen, da uns Höhe der Erbteile nicht bekannt ist.