Damit das Wandern ein Vergnügen bleibt

(verpd) Der Herbst lädt insbesondere durch seine in der Regel gemäßigten und damit kreislaufschonenden Temperaturen sowie das faszinierende Farbenspiel der Natur zum Wandern ein. Wer jedoch zu plan- und sorglos startet und auch beim Wandern selbst zu wenig auf den Weg und das Wetter achtet, geht insbesondere bei einer Bergwanderung schnell ein hohes Risiko ein.

Nach Angaben des Deutschen Alpenvereins (DAV) waren in den Jahren 2016 und 2017 die Hauptunfallursachen beim Wandern in den Bergen das Stolpern, Umknicken oder Stürzen. Fast jeder zweite Wanderunfall war darauf zurückzuführen.

Jede dritte Bergrettung wurde durch eine sogenannte Blockierung eines Wanderers, also eine Situation, aus der sich der unverletzte Betroffene selbst nicht befreien kann, verursacht. In rund 50 Prozent der Fälle hatten die jeweiligen Wanderer die Orientierung verloren und in zahlreichen anderen Fällen waren Betroffene wegen konditioneller Probleme oder einer Selbstüberschätzung zu erschöpft, um den Zielort zu erreichen oder zum Startpunkt zurückzukehren.

Besonders wichtig: Die realistische Selbsteinschätzung

Die Experten des DAV erklären in einem kostenlos herunterladbaren Flyer, welche zehn Punkte wichtig sind, damit das Wandern in den Bergen nicht zur Gefahr wird. So spielen die eigene Gesundheit und eine realistische Selbsteinschätzung eine wichtige Rolle beim sicheren Bergwandern. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die sorgfältige Planung. So sollte die Route entsprechend der eigenen Kondition und dem alpinem Können, oder, wenn andere mitwandern, nach demjenigen, der die schwächste körperliche Verfassung und die wenigste Bergwandererfahrung hat, ausgesucht werden.

Die Route sollte ohne Zeitdruck und ohne dass jemand außer Atem kommt, komplett bei Tageslicht zu bewältigen sein. Genügend Pausen sind dabei miteinzuplanen, um mit leichtem Essen und Trinken die Leistungsfähigkeit und Konzentration zu erhalten. Müdigkeit und Konzentrationsschwäche sind häufig die Ursache für Ausrutsch- und Stolperunfälle. Zudem ist es essenziell, den Wetterbericht auch kurz vor dem Start der Bergtour zu beachten, denn Sturm, Regen und Schnee können gerade in den Bergen das Unfallrisiko vervielfachen.

Die richtigen Notrufnummern im Gepäck

Zur richtigen Ausrüstung gehört neben leichtem Essen und Trinken eine passende Wanderkarte, eventuell ergänzt durch ein GPS-Gerät zur besseren Orientierung, ein Smartphone für einen eventuellen Notruf und ein Erste-Hilfe-Paket mit einer Rettungsdecke sowie Blasenpflaster. Im Smartphone sollten alle wichtigen Notrufnummern des Aufenthaltsortes abgespeichert sein.

In Deutschland und diversen anderen EU-Ländern gilt für die Bergrettung die allgemeine EU-weite Notrufnummer 112. Der nationale (Berg-)Rettungsdienst hat in Österreich die Rufnummer 140, in der Schweiz die 144 sowie die 1414, in Italien und in Südtirol die 118 und in Frankreich die 15.

Kleidung und Schuhe für Wanderer

Zudem sollten ein Regen-, Kälte- und Sonnenschutz wie Sonnencreme, Handschuhe, Mütze und Regencape sowie funktionelle Kleidung für den Zwiebellook von luftig bis warm – in den Bergen ist es oftmals deutlich kälter ist als im Tal – mitgeführt werden. Der gepackte Rucksack sollte insgesamt so leicht wie möglich sein.

Besonders wichtig ist auch das richtige Schuhwerk. Leichte, wasserdichte Wanderschuhe mit rutschfester Profilsohle können so manchen Unfall verhindern, der sich nach einer hohen Wahrscheinlichkeit mit einem normalen Turnschuh ereignen würde. Besonders ein Ausrutschen, Stolpern und Umknicken lässt sich oftmals damit abwenden. Grundsätzlich, so die Experten des DAV, ist es ratsam, auf den markierten Wegen zu bleiben, anderenfalls kann es leicht zu Abstürzen, zum Orientierungsverlust oder auch zu einem selbst verursachten Steinschlag kommen.

Der passende Wanderweg

Bei einer Bergwanderung sollte auf alle Fälle der Schwierigkeitsgrad der geplanten Route beachtet werden. Häufig erfolgt eine entsprechende Angabe nach der international anerkannten Berg- und Alpinwanderskala des Schweizer Alpen-Clubs mit insgesamt sechs Schwierigkeitsgraden – T1 für sehr leichte bis T6 für sehr schwere und konditionell besonders anspruchsvolle Routen. Häufig erfolgt die Schwierigkeitsgrad-Angabe aber auch in Form von Farben. Leichte Wanderwege werden oft mit Gelb, Blau oder keiner Farbe, mittelschwere mit Rot und schwere Touren mit Schwarz gekennzeichnet.

Informationen zu den einzelnen Wanderrouten wie Schwierigkeitsgrat und Wanderdauer bieten in der Regel Fremdenverkehrsämter, örtliche Bergwachten und Auskunftsstellen des DAV. Entsprechende Hinweise gibt es aber auch als App, welche im Webportal www.alpenvereinaktiv.com, einem gemeinsamen Tourenportal des DAV, des Österreichischen Alpenvereins (ÖAV) und des Alpenvereins Südtirol (AVS) vorgestellt wird und zum kostenlosen Download zur Verfügung steht.

Kosten- und Einkommensschutz nach einem Unfall

Da es trotz aller Vorsicht keine Garantie gibt, dass man nicht doch verunfallt, ist es wichtig, frühzeitig an die Absicherung der finanziellen Folgen eines Unfalles denken. So ist bei Wandertouren im Ausland eine Auslandsreisekranken-Versicherung unverzichtbar, da ohne eine solche Police die Kosten für eine Bergrettung und/oder medizinische Hilfe – das können schnell fünf- oder sechsstellige Summen sein – häufig vom Betroffenen selbst getragen werden müssen.

Bei fast allen Unfällen, egal wo und wie sie passieren, hilft eine private Unfallversicherung weiter, um vor den finanziellen Folgen, die eine unfallbedingte Invalidität mit sich bringen kann, abgesichert zu sein. Denn die Einkommenseinbußen, die auch durch eine unfallbedingte Invalidität entstehen können, werden durch die Sozialversicherungen wie die gesetzliche Rentenversicherung, wenn überhaupt, nur zu einem Bruchteil abgedeckt.

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