Ratgeber
Darum sollten Sie mit Rauchen und Snus aufhören
Rauchen hat nicht nur gesundheitliche Auswirkungen. Wir erklären, warum nicht nur Ihr Körper, sondern auch Ihr Geldbeutel ohne Zigaretten besser dran ist.
Darum lohnt sich der Rauchstopp
Zigaretten gehören für viele Menschen zum Alltag: ob als Stressbewältigung, aus Gewohnheit oder aus gesellschaftlichen Gründen. Doch die Schattenseiten des Rauchens sind längst bekannt und reichen weit über das gesundheitliche Risiko hinaus. Wer regelmäßig Nikotin konsumiert, belastet nicht nur den eigenen Körper, sondern auch die Umwelt. Die Abhängigkeit hat zudem Auswirkungen auf den Alltag: Neben dem Rauchgeruch, den viele Personen unangenehm finden, können für Betroffene z.B. lange Zugfahrten oder Flugreisen zum Problem werden.
Es gibt auch ganz praktische Nachteile, etwa höhere Beiträge bei bestimmten Versicherungen; mal abgesehen von den hohen Kosten für die Zigaretten und entsprechende Alternativen.
Zigarette, E-Zigarette oder Snus: Was fällt unter Rauchen?
Beim Thema Rauchen denken viele zuerst an die klassische Zigarette. Doch auch Shishas, E-Zigaretten, Nikotinbeutel wie Snus oder Kautabak fallen darunter – denn sie alle führen Nikotin in den Körper ein. Shisha-Rauch enthält trotz Wasserfilter große Mengen Schadstoffe, E-Zigaretten verdampfen nikotinhaltige Flüssigkeiten und gelten zwar als weniger schädlich als Tabak, sind aber keineswegs harmlos. Produkte wie Snus oder Nikotinbeutel wiederum werden zwar nicht geraucht, geben das Nikotin aber direkt über die Schleimhäute ins Blut ab – mit ebenfalls suchtbildender Wirkung. Kurz gesagt: Auch rauchfreie Alternativen können eine gesundheitliche Gefahr darstellen und zählen zum erweiterten Kreis des Rauchens.
Ist Snus in Deutschland überhaupt erlaubt?
Verbotener Verkauf, erlaubter Besitz: Snus darf in Deutschland und der EU (außer in Schweden) nicht verkauft werden. Der Besitz für den Eigengebrauch ist aber erlaubt – etwa bei Mitnahme aus dem Ausland.
Warum ist Snus verboten? Wegen des hohen Nikotin-Gehalts und krebserregender Stoffe gilt Snus als gesundheitlich besonders riskant und stark abhängig machend. Deshalb besteht seit 1992 ein EU-weites Verkaufsverbot.
Was ist mit Nikotinbeuteln? Sie enthalten zwar keinen Tabak, sind aber ebenfalls suchterzeugend und können eine starke Abhängigkeit auslösen. Auch wenn sie nicht klassisch geraucht werden, gelten sie als gesundheitlich bedenklich. Ihre rechtliche Einstufung ist noch nicht eindeutig geregelt.
Gesundheitliche Folgen von Nikotin und Rauchen für den Körper
Zigarettenrauch enthält über 7.000 Substanzen – viele davon gelten als giftig oder krebserregend. Dazu zählen unter anderem Blausäure, die die Sauerstoffversorgung der Zellen hemmt, Arsen, das als stark krebserregend gilt, sowie Benzol, ein Lösungsmittel, das das Risiko für Leukämie erhöht. Die Stoffe wirken sich auf nahezu alle Organe des Körpers aus. Die folgende Übersicht zeigt, mit welchen gesundheitlichen Folgen Raucher und Raucherinnen rechnen müssen.
Folge 1: Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Nikotin verengt die Blutgefäße, erhöht den Blutdruck und belastet das Herz-Kreislauf-System massiv. Das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und arterielle Verschlusskrankheiten steigt deutlich – auch bei jüngeren Menschen.
Folge 2: Lungen- und Atemwegserkrankungen
Rauchen ist die Hauptursache für COPD (chronisch-obstruktive Lungenerkrankung) und Lungenkrebs. Aber auch Bronchitis, Asthma oder ständiger Husten („Raucherhusten“) gehören zu den typischen Beschwerden. Die Lungenfunktion wird dauerhaft geschädigt.
Folge 3: Krebs an verschiedenen Organen
Neben Lunge und Bronchien sind auch viele andere Organe betroffen: Blase, Bauchspeicheldrüse, Leber, Kehlkopf, Speiseröhre, Magen und sogar der Gebärmutterhals zählen zu den gefährdeten Bereichen. Rauchen erhöht das Risiko für über zehn verschiedene Krebsarten.
Folge 4: Schwächung des Immunsystems
Wer raucht, wird öfter krank. Das Immunsystem ist durch die Schadstoffe im Rauch geschwächt. Infekte treten häufiger auf, die Wundheilung dauert länger, Impfungen wirken schlechter. Auch chronisch-entzündliche Erkrankungen wie Parodontitis kommen häufiger vor.
Folge 5: Schnellere Alterung von Haut und Organen
Menschen, die rauchen, altern optisch schneller. Die Haut verliert an Elastizität, wird grau und trocken. Falten entstehen früher. Auch innerlich altert der Körper rascher: Die Durchblutung verschlechtert sich, Zellen regenerieren sich langsamer.
Folge 6: Gesundheitsrisiken durch Snus und Nikotinbeutel
Snus und ähnliche Nikotinprodukte belasten Herz und Kreislauf, erhöhen den Blutdruck und steigern das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Auch die Lunge und das Gehirn können langfristig geschädigt werden, da Nikotin die Sauerstoffversorgung einschränkt und Blutgefäße verengt. Im Mundraum können sie Zahnfleischrückgang, Zahnverfärbungen, lockere Zähne und weiße Schleimhautveränderungen (Leukoplakien) verursachen, die als mögliche Vorstufe von Mundkrebs gelten. Zudem wird ein Zusammenhang mit Bauchspeicheldrüsenkrebs vermutet. Das hohe Suchtpotenzial macht diese Produkte besonders problematisch und gesundheitlich riskant.
Was kostet Rauchen?
Rauchen belastet nicht nur die Gesundheit, sondern auch den Geldbeutel, und zwar dauerhaft. Wer täglich eine Packung Zigaretten raucht, gibt bei einem Durchschnittspreis von 8 EUR rund 3.000 EUR pro Jahr allein für Tabak aus. Dazu kommen Folgekosten wie häufigere Arztbesuche, Reinigungen von Kleidung, Auto oder Wohnung sowie mögliche medizinische Behandlungen bei typischen Raucherkrankheiten. Außerdem zahlen Raucher und Raucherinnen höhere Beiträge für bestimmte Versicherungen wie die Berufsunfähigkeitsversicherung und die Risikolebensversicherung.
Raucherentwöhnung: Jetzt ist der beste Zeitpunkt, mit dem Rauchen aufzuhören
Ob aus gesundheitlichen, finanziellen oder gesellschaftlichen Gründen; der Rauchstopp lohnt sich. Und zwar nicht nur irgendwann, sondern am besten heute. Sie schonen Ihre Gesundheit, entlasten Ihren Geldbeutel und steigern Ihre Lebensqualität.
Natürlich ist das leichter gesagt als getan. Rauchen ist eine Sucht; wer den Ausstieg schaffen möchte, braucht Willenskraft, Geduld und zumal Unterstützung. Aber: Ihr Körper wird es Ihnen vom ersten rauchfreien Tag an danken. Nach einer Zeit beginnt er, sich zu regenerieren. Sie spüren mehr Energie, besseren Schlaf, ein gesteigertes Wohlbefinden; langfristig sinkt das Risiko für viele schwere Erkrankungen.
Und wer das gesparte Geld clever nutzen möchte, kann es in die eigene Zukunft investieren – zum Beispiel für eine Geldanlage oder eine nachhaltige Altersvorsorge.