Fußballer & Co. im Versicherungscheck

Der junge Informatiker, der den Tag vorm PC im Büro verbringt (oder im Homeoffice), die Kfz-Mechatronikerin, die in der Werkstatt bastelt und der Kellner, der abends im Restaurant ums Trinkgeld buhlt – diese Arbeitnehmer haben eines gemeinsam: Die Frage nach den passenden Versicherungen stellt sich bei ihnen kaum. Sie sind meist festangestellt und haben ein verhältnismäßig geringes Berufsrisiko.

Doch wie ist das eigentlich bei Tätigkeiten und in Berufen, in denen die Möglichkeit, dass die Karriere mit einem Schlag beendet sein kann, mehr oder minder zur Jobbeschreibung gehört? Tatsächlich haben es einige Menschen aus diesen Berufsgruppen weitaus schwerer, sich im Arbeitsalltag gut gegen eben dieses Risiko abzusichern.

Und: Profisportler wie Spitzenfußballer wollen auf ihre hohen Gehälter auch bei Verletzungen natürlich nicht verzichten. Doch wie schaffen sie das? 
 

Verletzungsgefahr: So versichert sich ein Profifußballer

Jubel, Pokale, fette Werbedeals: Die Gehälter, die im Profifußball gezahlt werden, lassen selbst Gutverdiener neidisch werden. Neben Ruhm und Reichtum gehören aber leider auch üble Verletzungen in die Welt des Profifußballs. Und fällt ein Spieler krankheitsbedingt aus, ergeht es ihm zunächst gar nicht anders als einem „von uns Normalos“.

Auch er muss schauen, wo jetzt und längerfristig das Geld herkommt. Denn: Profifußballer sind Angestellte ihres Fußballklubs. Das bedeutet, dass sie wie viele Arbeitnehmer im Krankheitsfall eine Lohnfortzahlung erhalten. Allerdings gilt auch hier die gesetzlich festgelegte Frist von sechs Wochen. Ist nichts anderes im Vertrag festgelegt, greift nach dieser Zeit die gesetzliche Unfallversicherung, die den Sportlern nur einen Bruchteil ihres Gehalts erstattet: Höchstens 6.400 Euro fließen dann noch monatlich auf die Konten der Spieler.

Gerade wenn es um die Krankenversicherung geht, versichern sich Leistungssportler daher gerne noch einmal extra. Damit die Zahlungen nicht ausbleiben und auch noch der eine oder andere Ferrari oder zumindest ein goldenes Steak drin sind.

Wie ist ein Profifußballer krankenversichert?

Eine typische Versicherung, zu der Leistungssportler wie Fußballprofis greifen, sind Krankentagegeldversicherungen. Damit zahlt ihre Versicherung ihnen ihm Krankheitsfall einen zuvor festgelegten Tagessatz. Wie hoch der ausfällt, hängt natürlich von den Beiträgen ab. Wer kann, der kann.

Falsch beraten: Wie ist ein Pilzberater versichert?

Bei den meisten Pilzberatern klingelt spätestens in der Pilzhochsaison von September bis Oktober dauernd das Handy. Wie war das nochmal mit Schwamm und Lamellen? Ist es jetzt schlimm, dass ich von einem grünen Pilz probiert habe? Und was da am Spielplatz wächst – ist das wirklich unbedenklich? 

Fragen über Fragen, die der Pilzberater am besten nicht beantworten sollte, wenn er gerade abgelenkt ist. Jedes Jahr sterben in Deutschland rund 20 Menschen an Pilzvergiftungen. Was passiert also, wenn der Pilzberater zum Beispiel aus reiner Unachtsamkeit mit seinem Tipp daneben liegt – und jemand deswegen vergiftet wird?

Im Grunde genommen hat der Pilzberater erst einmal nichts zu befürchten. Denn wer eine entsprechende Ausbildung durchlaufen hat, sich also offiziell Pilzberater nennen kann, ist in der Regel Mitglied in einem Verein oder bei einer Behörde beschäftigt. Das hilft nicht nur bei der Fähigkeit, den giftigen Knollenblätterpilz vom Champignon unterscheiden zu können, sondern auch in Sachen Versicherung:

  • Vereine, etwa die Deutsche Gesellschaft für Mykologie, sichert ihre Berater meist mit einer Gewerbehaftpflichtversicherung gegen Schadensersatzforderungen von Dritten ab
  •  Angestellte Pilzberater, die zum Beispiel für einen Landkreis zuständig sind, genießen wiederum den Versicherungsschutz über ihren Arbeitgeber.

Doch Vorsicht: Grobe Fahrlässigkeit in der Beratung von neugierigen Pilzsammlern ist in beiden Fällen nicht versichert. In diesem Fall kann es für Pilzprofis ganz schön teuer werden. Strafrechtlich kann es im Zweifel auch noch einmal anders aussehen. Ein Grund vielleicht, warum Ihnen ein Pilzberater am Telefon selten seinen Segen zu Ihrer Pilz-Ausbeute geben wird... 

In schwindeligen Höhen: Welche Versicherung hat ein Artist?

Der Arbeitsalltag eines Artisten ist grundsätzlich weit von einem „9-to-5“-Job entfernt. Ungewöhnlich ist dabei jedoch nicht nur die Körperbeherrschung, sondern auch die Absicherung im Falle einer Berufsunfähigkeit.

Wenig überraschend stufen Versicherer das Berufsrisiko eines Artisten eher hoch ein. Sie berechnen ihre Versicherungsprämien nach mathematisch-statistischen Gesichtspunkten, die durch Gesundheitsfragen oder nach Erfahrungswerten als allgemeines Berufsrisiko erfasst werden.

Trotz weitaus geringeren Einnahmen, als sie der Fußballprofi hat, greift also auch der freiberufliche Artist bisweilen zu teuren Privat- und Zusatzversicherungen. Dabei gibt es jedoch gute Angebote, die nicht ganz so viel Geld kosten. 

Für Artisten & Co.: Eine Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung (BU)

Gesundheit und Wagemut und natürlich zuletzt auch der Alltag von Artisten unterscheiden sich sehr. Daher gibt es in Sachen Versicherung kein Schema F. Allerdings kann die Grundfähigkeitsversicherung über viele Artistenberufe hinweg eine gute Alternative darstellen, wenn die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) zu teuer ist. Die Grundfähigkeitsversicherung sichert – wie der Name schon sagt – alle wichtigen Grundfähigkeiten ab. Das sind – je nach Versicherungsvertrag – etwa das Sehen, Hören und der Einsatz der Hände. Fallen diese Fähigkeiten weg, erhält der Versicherte eine regelmäßige Rente ausgezahlt und ist also wie bei der BU gut abgesichert.

Übrigens: Die Grundfähigkeitsversicherung minimiert nicht nur die existentiellen Risiken für Artisten. Sie sollte von jedem in Betracht gezogen werden, der einen Risikoberuf ausübt. Dazu zählen in vielen Fälle auch Handwerker. 

Gut zu wissen:

Berufs-, Erwerbsunfähigkeits- oder Unfallversicherung: Welche passt zu mir? Wir haben für Sie den „Check“ gemacht und zeigen alles, was Sie wissen müssen!

Heiße Ware: Wie sichert sich ein Geldkurier ab?

In manchen Berufen sind Nerven aus Stahl ein absolutes Muss, auch, wenn es nicht in schwindelige Höhen wie zum Beispiel in der Artistik geht. Ein Geldkurier zum Beispiel muss stets um seine eigene Sicherheit fürchten und kann dabei nur auf den gesunden Menschenverstand hoffen – wie auch immer der bei Gaunern aussehen mag. Denn “unauffällig” ist nicht.

Ihre Schusswaffe müssen professionelle Kuriere stets gut sichtbar mit sich tragen. Dass sich davon nicht jeder abschrecken lässt, ganz im Gegenteil, ist leider erwiesen. Was passiert also, wenn einem Geldkurier tatsächlich das Geld seiner Kunden “abhanden” kommt? Für einen solchen Schaden kommt doch keiner freiwillig auf?

Doch bei all dem Nervenkitzel müssen sich Kuriere zumindest um die Absicherung des Geldes keine Sorgen machen. Der Grund: Unternehmen, die Geldtransporte durchführen, sind in der Regel mit einer Transportversicherung ausgestattet. Diese springt ein, wenn Transportgüter auf ihrem Weg zum Ziel beschädigt werden oder durch Diebstahl, Raub oder einen Betrüger abhandenkommen. Wird ein Geldtransporter also tatsächlich ausgeraubt, sind die Kuriere aus dem Schneider: Die Versicherung des Unternehmens zahlt den Schaden.

Doch Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel: Das gilt in diesem Fall etwa, wenn die Geldkuriere (grob) fahrlässig handeln. Gehen sie ihrem Job also nicht mit vollem Verantwortungsbewusstsein nach – etwa indem sie den Transporter in der Mittagspause nicht abschließen – kann die Versicherung die Haftung verweigern.

Keine Frage: Viel wichtiger als jeder Geldschein sind die eigene Gesundheit und Existenzsicherung. Daher greifen auch Menschen aus der Sicherheitsbranche gerne auf Zusatz-Versicherungen zurück.