Ein Mann verlegt auf dem Dach eines Hauses Solarpanels.

Ratgeber

Lohnen sich Investments in Photovoltaik- und Solaranlagen?

Wer in Solarenergie investieren möchte, hat viele Möglichkeiten. Jede davon bringt eigene Chancen und Risiken mit sich. Hier erfahren Sie, worauf Sie achten sollten.

Kurz zusammengefasst

  • Zwei Wege führen in die Solarenergie: Sie können direkt in eine eigene Photovoltaikanlage investieren oder sich indirekt über Fonds, Aktien, Anleihen oder Crowdinvesting beteiligen.
  • Bei der eigenen Anlage entscheidet der Eigenverbrauch: Selbst genutzter Solarstrom ersetzt teureren Netzstrom. Die Vergütung für eingespeisten Strom fällt deutlich geringer aus.
  • Die feste Einspeisevergütung steht vor dem Umbau: Nach dem Gesetzentwurf der Bundesregierung, den der Bundestag seit September 2026 berät, soll sie für neue Anlagen ab 2027 durch eine befristete Übergangszahlung ersetzt werden. Für bestehende Anlagen ändert sich nichts.
  • Die Unterlagen verraten das Wesentliche: Verkaufsprospekt, Basisinformationsblatt oder Vermögensanlagen-Informationsblatt zeigen Kosten, Laufzeit und Risiken eines Angebots, bevor Sie sich entscheiden.

Welche Rolle spielt Photovoltaik in der deutschen Stromversorgung?

Photovoltaik ist nach der Windenergie der zweitwichtigste Energieträger im deutschen Strommix. Nach Angaben des Umweltbundesamts wurden 2025 in Deutschland rund 91,6 Milliarden Kilowattstunden Solarstrom erzeugt.

Nach einer Studie des Fraunhofer ISE gehören große Photovoltaik-Freiflächenanlagen neben Windenergieanlagen an Land zu den kostengünstigsten Arten der Stromerzeugung in Deutschland (Stand 07/2024).

Manche Menschen möchten mit ihrem Geld auch den Ausbau erneuerbarer Energien unterstützen. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Formen der Geldanlage in Solarenergie es gibt, wie sie funktionieren und welche Risiken Sie vor einer Entscheidung kennen sollten. Ob eine Anlage zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab.

Wie wird aus Sonnenlicht Solarstrom?

KI-generiert Ratgeber Photovoltaik Grafik - Das Bild wurde mit KI generiert.

Eine Photovoltaikanlage wandelt Sonnenlicht direkt in elektrischen Strom um. Das funktioniert auf dem eigenen Dach genauso wie in großen Solarparks. Möglich macht das die Solarzelle, meist aus Silizium, mit zwei unterschiedlich behandelten Schichten: einer negativen n-Schicht und einer positiven p-Schicht. Dazwischen liegt die Grenzschicht, der sogenannte p-n-Übergang.

In vier Schritten entsteht daraus Strom:

  1. Sonnenlicht trifft auf die Solarzelle: Die Sonnenenergie erreicht die Zelle in Form von Lichtteilchen, den Photonen.
  2. Ladungsträger entstehen: Die Zelle nimmt die Photonen auf. Deren Energie löst Elektronen aus ihren Positionen; zurück bleiben positiv geladene Stellen, die Löcher.
  3. Ladungen werden getrennt: Das elektrische Feld am p-n-Übergang trennt Elektronen und Löcher voneinander.
  4. Strom fließt: Durch die getrennten Ladungen entsteht eine elektrische Spannung. Ist der Stromkreis geschlossen, fließen die Elektronen durch den äußeren Stromkreis.
     

Was bringt eine eigene Photovoltaikanlage finanziell?

Die Anlage auf dem eigenen Dach ist die direkteste Form, in Solarenergie zu investieren. Sie zahlt keine Zinsen und keine Ausschüttung aus; ihr finanzieller Nutzen entsteht auf zwei Wegen.

  • Strom, den Sie selbst verbrauchen: Jede Kilowattstunde vom eigenen Dach ersetzt eine, die Sie sonst vom Versorger kaufen müssten. Das ist der wichtigste Hebel.
  • Strom, den Sie einspeisen: Dafür erhalten Sie je nach Anlage eine Vergütung. Sie fällt deutlich geringer aus als der Preis, den Sie für Netzstrom zahlen.

Dagegen stehen die Kosten für Anschaffung und Montage, ein möglicher Batteriespeicher sowie laufende Kosten, etwa für Wartung, Versicherung und Messstellenbetrieb. Ob sich die Anlage trägt, entscheidet sich über viele Jahre hinweg und hängt stark vom Einzelfall ab: von Größe und Ausrichtung des Dachs, Ihrem Stromverbrauch und den Angeboten der Fachbetriebe.

Eine erste Einschätzung liefert der Solarrechner der Verbraucherzentrale. Wie sich eine Anlage rechnet, welche Kosten realistisch sind und welche Regeln aktuell gelten, lesen Sie in unserem Ratgeber zu Photovoltaikanlagen.

Wie viel Solarstrom können Sie selbst nutzen?

Ohne Batteriespeicher kann ein Haushalt meist nur einen Teil seines Solarstroms selbst nutzen. Ein Speicher, ein Elektroauto oder eine Wärmepumpe können diesen Anteil erhöhen. Ein Speicher verursacht aber zusätzliche Kosten, die Sie in Ihre Kosten-Nutzen-Rechnung einbeziehen sollten.

Wirtschaftlich besonders interessant ist der selbst genutzte Strom. Nach Berechnungen des Fraunhofer ISE liegen die Kosten für die Erzeugung von Solarstrom auch bei kleinen Dachanlagen unter dem durchschnittlichen Haushaltsstrompreis. Dieser liegt nach Angaben des Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) bei rund 37 Cent pro Kilowattstunde (Stand 08/2026). Wie sich die Strompreise künftig entwickeln, lässt sich nicht vorhersagen.

Was bekommen Sie für eingespeisten Solarstrom?

Für eingespeisten Solarstrom gibt es in vielen Fällen eine gesetzliche Vergütung, sie liegt aber deutlich unter dem Preis, den Sie selbst für Netzstrom zahlen. Ob und in welcher Höhe es diese Vergütung gibt, hängt vor allem vom Datum der Inbetriebnahme, von der Anlagengröße und von der Art der Einspeisung ab. Die jeweils gültigen Sätze veröffentlicht die Bundesnetzagentur. Bei vielen neueren Anlagen entfällt die Vergütung in Zeiten negativer Strompreise. Die Einspeisung allein macht eine Anlage deshalb meist nicht wirtschaftlich.

Die Bundesregierung hat im Juli 2026 einen Gesetzentwurf beschlossen, nach dem die feste Einspeisevergütung für neue, kleine Anlagen ab 2027 entfallen soll. Für bestehende Anlagen soll sich nichts ändern. Das Gesetzgebungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen.

Welche Nutzung Ihres Solarstroms für Sie am wirtschaftlichsten ist, sollten Sie für Ihren Fall berechnen lassen und bei Änderungen der Rechtslage oder der Strompreise erneut prüfen. Eine Garantie, dass sich eine Anlage finanziell lohnt, gibt es nicht.

Welche Möglichkeiten gibt es, in Solarenergie zu investieren?

Sie können direkt in eine eigene Photovoltaikanlage investieren oder indirekt über ein Finanzprodukt. Bei einer direkten Investition gehört Ihnen die Anlage selbst, zum Beispiel die Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach oder eine Anlage, die ein Anbieter für Sie betreibt. Bei indirekten Investitionen beteiligen Sie sich über Fonds, Aktien, Anleihen oder Crowdinvesting.

Die Möglichkeiten unterscheiden sich stark darin, wie viel Geld Sie einsetzen müssen, wie lange es gebunden ist und welche Risiken Sie tragen.

Solarfonds?

Mit einem Solarfonds beteiligen Sie sich gemeinsam mit anderen Anlegerinnen und Anlegern an einem oder mehreren Solarparks. Die Erträge stammen vor allem aus dem Verkauf des erzeugten Stroms. Wie hoch sie ausfallen, hängt von der Sonneneinstrahlung, den Strompreisen, gesetzlichen Vergütungen, den Betriebskosten und der Finanzierung ab. Eine feste oder sichere Rendite gibt es nicht.

Für Privatanlegerinnen und Privatanleger sind drei Formen verbreitet:

  • Geschlossene Fonds: Ihr Geld ist meist viele Jahre gebunden, eine vorzeitige Rückgabe ist nicht vorgesehen. Deutsche geschlossene Publikumsfonds müssen in mindestens drei Sachwerte investieren; nur wenn Sie mindestens 20.000 EUR einsetzen, darf ein Fonds auf ein einzelnes Projekt setzen. Viele dieser Fonds sind Kommanditgesellschaften. Ausschüttungen, die Sie erhalten haben, müssen Sie unter Umständen zurückzahlen, wenn sie nicht durch Gewinne gedeckt waren. Ein Totalverlust ist möglich.
  • Offene Infrastrukturfonds: Sie können Anteile zurückgeben, allerdings nur zu festen Terminen, frühestens nach 24 Monaten und mit zwölf Monaten Vorlauf. In angespannten Marktphasen kann die Rücknahme ausgesetzt werden.
  • ELTIFs: Diese europäisch regulierten Sachwertefonds investieren langfristig unter anderem in Solar- und Windparks. Seit der Reform 2024 gibt es keine gesetzliche Mindestanlagesumme mehr. Rückgaben sind nur eingeschränkt möglich.

Prüfen Sie in allen Fällen Verkaufsprospekt und Basisinformationsblatt, die Kosten und die Frage, wie transparent der Anbieter über die einzelnen Anlagen berichtet.

Solaraktienfonds und Solar-ETFs

Solaraktienfonds und börsengehandelte Indexfonds, kurz ETFs, bündeln Aktien vieler Unternehmen der Solarbranche, etwa von Herstellern, Projektentwicklern und Betreibern. Anders als bei einem Solarfonds gehört Ihnen damit kein Solarpark, sondern ein Anteil an börsennotierten Unternehmen.

Das Risiko ist breiter gestreut als bei einer einzelnen Aktie, allerdings nur innerhalb einer Branche. Solaraktien schwanken erfahrungsgemäß stark, etwa durch Preisdruck, Überkapazitäten, Zinsen oder politische Entscheidungen. Kursverluste auch über längere Zeiträume sind möglich. Dafür können Sie Anteile in der Regel börsentäglich kaufen und verkaufen. Informieren Sie sich vorab, in welche Unternehmen der Fonds investiert und welche laufenden Kosten anfallen.

Solaranleihen und Crowdinvesting

Bei beiden Formen leihen Sie einem Unternehmen Geld, das Solaranlagen plant, baut oder betreibt. Sie werden also nicht Miteigentümerin oder Miteigentümer eines Solarparks, sondern Gläubiger und erhalten dafür in der Regel feste Zinsen über eine vereinbarte Laufzeit. Solaranleihen gibt meist das Unternehmen selbst aus; beim Crowdinvesting finanzieren viele Menschen ein einzelnes Projekt gemeinsam über eine Online-Plattform, oft schon mit kleinen Beträgen.

Für Ihr Risiko ist aber nicht der Weg entscheidend, sondern die Rechtsform. Gerät das Unternehmen in Zahlungsschwierigkeiten, können Zinsen ausfallen und Sie können Ihr Geld teilweise oder vollständig verlieren. Viele Angebote sind zudem sogenannte Nachrangdarlehen. Das bedeutet: Sie werden im Fall einer Insolvenz erst nach allen anderen Geldgebern bedient, und die Rückzahlung kann schon vorher verweigert werden, wenn sie das Unternehmen gefährden würde. Dafür werden meist vergleichsweise hohe Zinsen in Aussicht gestellt.

Mitspracherechte haben Sie in der Regel nicht. Viele dieser Angebote werden nicht an einer Börse gehandelt, ein vorzeitiger Ausstieg ist dann schwierig oder nur mit Abschlägen möglich. Bei Angeboten über Plattformen gelten gesetzliche Anlagegrenzen: Ohne Angaben zu Vermögen oder Einkommen können Sie meist höchstens 1.000 EUR je Projekt investieren.

Lesen Sie vor einer Entscheidung das vorgeschriebene Informationsblatt und prüfen Sie die Finanzlage des Unternehmens. Beide Formen kommen nur für einen kleinen Teil Ihres Vermögens infrage, dessen Verlust Sie verkraften könnten.

Was bedeutet „Impact" bei Solar-Investments?

„Impact" steht für den Anspruch, neben einer finanziellen Rendite eine messbare positive Wirkung für Umwelt oder Gesellschaft zu erzielen, etwa durch den Bau neuer Solarparks. Der Begriff beschreibt keine eigene Anlageform, sondern ein Versprechen, das auf sehr unterschiedlichen Produkten stehen kann.

Für Fonds, die „Impact" oder ähnliche Begriffe im Namen tragen, gelten Leitlinien der europäischen Wertpapieraufsicht ESMA, für neue Fonds seit November 2024 und für bestehende seit Mai 2025. Mindestens 80 Prozent des Fondsvermögens müssen den im Namen versprochenen Nachhaltigkeitsmerkmalen entsprechen, bestimmte Investitionen sind ausgeschlossen, und die Anlagen müssen mit der Absicht erfolgen, eine messbare positive Wirkung zu erzielen.

Wie diese Wirkung gemessen und berichtet wird, unterscheidet sich weiterhin von Fonds zu Fonds. Ein Bezug auf Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen sagt allein noch nichts über die tatsächliche Wirkung aus. Prüfen Sie deshalb die vorvertraglichen Informationen und die regelmäßigen Berichte. Auch Impact-Fonds unterliegen den üblichen Anlagerisiken bis hin zu Wertverlusten.

Häufige Fragen Investitionen in Solarenergieanlagen

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