Ein Mann spielt mit seinem Golden Retriever auf einer Wiese im Sonnenschein.

Ratgeber

Zeckenschutz für Mensch und Hund

Erfahren Sie, welche Maßnahmen Mensch und Hund wirksam schützen, wie Sie Zecken richtig entfernen und wie Sie gesundheitliche Folgen absichern können.

Kurz zusammengefasst

  • Zecken sind fast ganzjährig aktiv: Bereits ab etwa sieben Grad Celsius werden sie aktiv.
  • Wirksamer Schutz statt Hausmittel: Repellents, geeignete Kleidung und tierärztliche Präparate schützen deutlich besser als Kokosöl oder Bernsteinketten.
  • Finanzielle Vorsorge für Menschen: Trotz aller Schutzmaßnahmen lassen sich Zeckenstiche nicht vollständig vermeiden. Eine private Unfallversicherung kann bei schweren gesundheitlichen Folgen finanziell absichern.

Zeckenschutz: Darauf kommt es wirklich an

Sobald die Temperaturen steigen, zieht es viele Menschen gemeinsam mit ihrem Vierbeiner in die Natur. Waldwege, Wiesen und Parks laden zu langen Spaziergängen ein. Gleichzeitig beginnt eine Zeit, in der Zecken als Blutsauger besonders aktiv sind. Viele unterschätzen die Gefahr oder verlassen sich auf Hausmittel, die kaum wirken. Dabei können Zecken sowohl beim Menschen als auch beim Hund schwere Krankheiten übertragen, die teilweise erst Monate später Beschwerden verursachen und daher häufig lang unerkannt bleiben.

Ein vollständiger Schutz vor Zecken ist kaum möglich. Mit den richtigen Maßnahmen können Sie das Risiko jedoch deutlich senken. In dem Ratgeber erfahren Sie, wo Zecken lauern, welche Krankheiten sie übertragen, welche Schutzmaßnahmen für Sie und Ihre Haustiere wissenschaftlich sinnvoll sind und wie Sie nach einem Zeckenstich richtig handeln. Außerdem zeigen wir Ihnen, warum auch der finanzielle Schutz bei schweren gesundheitlichen Folgen eine wichtige Rolle spielen kann.

Eine junge Familie geht im Sonnenschein wandern. Die junge Tochter steht im Vordergrund.

Private Unfallversicherung

Die gesetzliche Unfallversicherung gilt nur während der Arbeitszeit sowie auf dem Hin- und Rückweg. Eine private Unfallversicherung eignet grundsätzlich für alle, die auch bei Unfällen in der Freizeit abgesichert sein wollen. Ihre Vorteile bei der Bayerischen:

  • umfangreiche Assistance-Leistungen und zusätzliche Bausteine
  • Sofortleistung bei schweren Verletzungen
  • Kostenübernahme für Such-, Bergungs- und Rettungskosten

 

Wo Zecken wirklich lauern

Viele Menschen glauben noch immer, Zecken würden sich von Bäumen fallen lassen. Das stimmt nicht. Zecken sitzen bevorzugt in hohem Gras, Sträuchern, Bodendeckern und niedrigem Gebüsch. Von dort gelangen sie beim Vorbeistreifen auf Menschen oder Tiere.

Auch die Zeckensaison beginnt deutlich früher als viele vermuten. Bereits ab etwa sieben Grad Celsius werden die Parasiten aktiv. Fallen die Wintermonate mild aus, können sie deshalb nahezu das ganze Jahr über auftreten.

Wo Zecken bevorzugt zustechen

Nach dem Kontakt mit dem Körper suchen Zecken gezielt nach warmen, gut durchbluteten Hautstellen.

  • Beim Menschen: Kniekehlen, Armbeugen, Leistengegend, Nacken, Kopfhaut
  • Beim Hund: Hinter den Ohren, Nacken, Achseln, Innenseiten der Hinterbeine, Zwischen den Zehen

Tipp: Kontrollieren Sie die Körperstellen nach jedem Aufenthalt im Grünen besonders sorgfältig.

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Welche Krankheiten Zecken übertragen können

Nicht jeder Zeckenstich führt direkt zu einer Infektion. Dennoch sollten Sie das Risiko ernst nehmen. Manche Erreger können dauerhafte gesundheitliche Schäden verursachen.

Risiken für Menschen

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME): Die Frühsommer-Meningoenzephalitis, besser bekannt als FSME, wird durch ein Virus verursacht, das sich bereits im Speichel der Zecke befindet. Dadurch kann die Übertragung unmittelbar nach dem Zeckenstich erfolgen. Die Erkrankung kann Entzündungen des Gehirns, der Hirnhäute oder des Rückenmarks auslösen. Gegen FSME gibt es eine wirksame Schutzimpfung.

Besonders hoch ist das Risiko in den vom Robert Koch-Institut ausgewiesenen FSME-Risikogebieten. Dazu zählen vor allem Bayern, Baden-Württemberg sowie Teile Hessens und Thüringens. Wenn Sie in einer dieser Regionen leben oder dort regelmäßig Zeit im Freien verbringen, sollten Sie sich ärztlich zur Schutzimpfung beraten lassen.

Borreliose: Borreliose kommt in ganz Deutschland vor; je nach Region ist bis zu ein Drittel der Zecken mit Borrelien befallen (Quelle: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit). Die verursachenden Bakterien werden meist erst einige Stunden nach dem Stich übertragen. Unbehandelt können sie Gelenke, Nerven und in seltenen Fällen auch das Herz schädigen. Eine Schutzimpfung für Menschen steht derzeit jedoch nicht zur Verfügung.

Risiken für Hunde

Auch Hunde können schwer erkranken. Zu den wichtigsten durch Zecken übertragenen Erkrankungen gehören:

  • Borreliose: Kann Fieber, Lahmheit und wiederkehrende Gelenkentzündungen verursachen.
  • Anaplasmose: Führt häufig zu Fieber, Mattigkeit und Blutbildveränderungen.
  • Babesiose: Die sogenannte Hundemalaria zerstört rote Blutkörperchen und kann unbehandelt lebensbedrohlich werden.

Nicht jede Zecke trägt Krankheitserreger. Dennoch empfehlen Tierärztinnen und Tierärzte einen konsequenten Zeckenschutz während der gesamten Saison.

Zeckenschutz für Menschen: Was wirklich hilft

Viele Produkte versprechen einen zuverlässigen Schutz. Die wissenschaftliche Datenlage unterscheidet jedoch deutlich zwischen wirksamen Maßnahmen und Mythen.

Schutzimpfung gegen FSME

Die Impfung schützt zuverlässig vor der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Sie verhindert allerdings weder den Zeckenstich noch schützt sie vor Borreliose. Wer in einem Risikogebiet lebt oder dort Urlaub macht, sollte sich ärztlich beraten lassen.

Repellents

Zeckensprays mit Icaridin oder Diethyltoluamid bieten einen guten Schutz über mehrere Stunden. Voraussetzung ist, dass Sie die Anwendungshinweise des Herstellers beachten und den Schutz regelmäßig erneuern.

Kleidung

Auch die richtige Kleidung kann vor Zecken schützen:

  • Lange Hosen tragen
  • Hosenbeine in die Socken stecken
  • Geschlossene Schuhe wählen
  • Helle Kleidung bevorzugen, damit Zecken leichter sichtbar sind

Hausmittel

Knoblauch, Kokosöl oder ätherische Öle werden häufig empfohlen. Für einen zuverlässigen Schutz beim Menschen gibt es jedoch keine belastbaren wissenschaftlichen Nachweise. Wer sich ausschließlich darauf verlässt, erhöht das Infektionsrisiko.

Zeckenschutz für Hunde: Welche Mittel sinnvoll sind

Bei Hunden stehen verschiedene Schutzmöglichkeiten zur Verfügung. Welche am besten geeignet ist, hängt vom Alter, Gesundheitszustand und Lebensstil Ihres Hundes ab.

Tierärztliche Präparate

Am zuverlässigsten schützen verschreibungspflichtige oder tierärztlich empfohlene Präparate wie:

  • Spot-on-Lösungen
  • Kautabletten
  • Zeckenhalsbänder

Viele dieser Mittel töten Zecken bereits kurz nach dem Anheften oder verhindern den Befall weitgehend.

Baden mit Zeckenhalsband

Zeckenhalsbänder können Hunde zuverlässig vor Zecken schützen. Voraussetzung ist jedoch, dass sie korrekt angewendet und regelmäßig erneuert werden. Geht Ihr Hund häufig schwimmen, sollten Sie die Hinweise des Herstellers beachten. Manche Halsbänder verlieren im Wasser an Wirkung oder geben Wirkstoffe an das Gewässer ab.

Kokosöl

Die enthaltene Laurinsäure kann einzelne Zecken abschrecken. Als alleiniger Schutz reicht Kokosöl jedoch nicht aus. Es eignet sich höchstens ergänzend.

Bernsteinketten

Für Bernsteinketten gibt es bislang keinen wissenschaftlichen Wirksamkeitsnachweis. Als zuverlässiger Zeckenschutz sind sie daher nicht geeignet.

Zecke entdeckt: So handeln Sie richtig

Je schneller Sie eine Zecke entfernen, desto geringer ist das Risiko einer Borreliose-Übertragung.

Das richtige Werkzeug

Verwenden Sie eine feine Pinzette, eine Zeckenkarte oder eine spezielle Zeckenzange.

So entfernen Sie die Zecke:

  1. Greifen Sie die Zecke möglichst nah an der Haut.
  2. Ziehen Sie sie langsam und gerade heraus.
  3. Vermeiden Sie starkes Quetschen oder ruckartige Bewegungen.

Verzichten Sie auf Hausmittel

Öl, Klebstoff, Alkohol oder Nagellack erschweren das Entfernen. Sie können sogar dazu führen, dass die Zecke erbricht und somit vermehrt Speichel oder Mageninhalt abgibt (Quelle: Deutsches Rotes Kreuz). Dadurch steigt das Infektionsrisiko.

Die Einstichstelle beobachten

Desinfizieren Sie die Haut nach dem Entfernen sorgfältig.

Suchen Sie (tier-)ärztlichen Rat, wenn:

  • eine kreisförmige Wanderröte entsteht,
  • grippeähnliche Beschwerden auftreten,
  • Fieber oder neurologische Symptome einsetzen.

Wenn Vorsicht allein nicht ausreicht

Selbst sorgfältiger Zeckenschutz verhindert nicht jeden Stich. Kommt es beim Menschen zu schweren gesundheitlichen Folgen, können neben der medizinischen Behandlung auch finanzielle Belastungen entstehen. Hier zeigt sich eine häufig übersehene Lücke: Die gesetzliche Unfallversicherung greift bei Freizeitaktivitäten im Wald, im Garten oder im Urlaub in der Regel nicht.

Die private Unfallversicherung der Bayerischen schließt diese Lücke in den Tarifen Komfort und Prestige. Dort sind Infektionen infolge eines Zeckenstichs mitversichert. Je nach Tarif gehören Leistungen bei dauerhafter Invalidität oder weitere Unterstützungen bei schweren Krankheitsverläufen zum Versicherungsschutz.

Gut geschützt durch die Zeckensaison

Zecken gehören inzwischen fast das ganze Jahr zum Alltag von Hunden und ihren Haltern. Einen hundertprozentigen Schutz gibt es zwar nicht. Mit wirksamen Repellents, geeigneten Präparaten für Ihren Hund, gründlichem Absuchen nach jedem Spaziergang und einer schnellen Entfernung von Zecken reduzieren Sie das Risiko jedoch deutlich.

Für gesundheitliche Folgen, die sich trotz aller Vorsicht nicht vermeiden lassen, kann eine private Vorsorge zusätzliche Sicherheit bieten. So können Sie Ihre Zeit in der Natur entspannter genießen.

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