Alltagsgefahren für Kinder – und was Sie dagegen tun können!

Wer Kinder hat, sorgt sich auch zwangsläufig um deren Wohl. Doch leider können nicht einmal die aufmerksamsten und besorgtesten Eltern alle Gefahren von vornherein ausschließen. Schnell hat sich der kleine Sprössling verschluckt, ist beim Spielen gestürzt oder wurde von einem Insekt gestochen. Mit zunehmendem Alter wird ein Kind zwar meist weniger „tollpatschig“. Allerdings kommen aber auch neue gefahren wie Fahrradfahren, Sport und Hobbys hinzu.

Eine der wichtigsten Fragen, die sich Eltern daher nahezu in jedem Lebensalter stellen: Wie kann ich mein Kind schützen? Und was ist zu tun, wenn wirklich mal ein Notfall eintritt?

Gefahren erkennen: Eine Fähigkeit, die erlernt werden muss!

Angst, Erfahrungen und ein gewisser Instinkt schützen uns Menschen vor vielen alltäglichen Gefahren – allerdings nicht von Kindesbeinen an. Experten gehen nämlich davon aus, dass Kinder erst im Alter von neun bis zwölf Jahren einen Entwicklungsstand erreicht haben, mit dem sie Gefahren (rechtzeitig) erkennen und (angemessen) einschätzen können.

Damit ist klar: Präventive Maßnahmen sollten besonders früh und genau dort beginnen, wo sich der familiäre Alltag mit dem Nachwuchs abspielt – und das ab dem ersten Tag!

Die Wohnung „kindersicher“ machen

Sobald ein Kind einzieht, sollten alle potenziellen Gefahrenquellen beseitigt werden. Glücklicherweise lassen sich die absoluten „Hot Spots“ für Unglücke mit Kindern in den eigenen vier Wänden bereits mit ein paar kleinen Sicherheitsvorkehrungen deutlich entschärfen:

  • Stürze lassen sich durch Gitter an Treppen oder Emporen verhindern. Zudem sollte man ein Kind nie unbeaufsichtigt auf einem Wickeltisch liegen lassen – oder besser gleich auf dem Boden wickeln.
  • Steckdosen erwecken nicht selten die Neugier von Kleinkindern. Sie sollten mit einem speziellen Kinderschutz (aus dem Baumarkt etc.) gesichert werden.
  • Möbel, die zum Klettern einladen, tauscht man bestenfalls aus. Ist das nicht möglich, sollten frischgebackene Eltern diese wenigstens kippsicher an den Wänden befestigen. Hierfür liefern viele Möbelhersteller bereits das passende Anti-Kipp-Equipment mit.
  • Säuglinge können sich noch nicht selbst von Gegenständen befreien. Alles, was zum Ersticken führen könnte, hat daher gerade im Kinderbett oder in unbeaufsichtigten (wenn auch nur kurzen!) Momenten nichts verloren. Ein riesiges Kissen oder ein überdimensionierter Teddybär sind zwar gut gemeint, können aber schnell zu einer echten Gefahr werden.
  • Kleine, verschluckbare Teile haben nichts in Kindernähe zu suchen. Alles, was schädliche Stoffe enthalten könnte (wie beispielsweise Putz- oder Waschmittel) gehört ebenfalls gut und sicher unter Verschluss.
  • Kinder sind sehr temperaturempfindlich. Auch lediglich (lau-)warme Herdplatten, aufgekochte Getränke und zu heißes Badewasser können gerade für Säuglinge und noch sehr zarte, kleine Kinder wirklich gefährlich werden. Nutzen Sie deshalb am besten nur die hinteren Herdplatten und drehen Sie erhitzte Töpfe und Pfannen so, dass die Griffe nach hinten zeigen. Ein Verzicht auf eine Decke am Kaffeetisch verhindert darüber hinaus, dass ein Kind daran ziehen und sich mit dem heißen Getränk verbrühen kann.

Gut zu wissen!

Säuglinge kompensieren Temperaturschwankungen längst nicht so gut wie Erwachsene. Bei gestauter Wärme steigt die Körpertemperatur ebenso schnell an, wie sie bei einer zu kalten Umgebung fällt. Sorgen Sie daher immer für angemessenen Ausgleich – und merken Sie sich: Auch zu dick eingepackt ist nicht gut!

Kindersicherheit im Auto

Das Wichtigste vorweg: Beim Autofahren gehören Kinder grundsätzlich in einen TÜV-zertifizierten Kindersitz, nicht auf den Schoß – auch nicht auf kurzen Strecken! Denn kommt es zu einem Unfall, können schon geringe Geschwindigkeiten extreme Fliehkräfte bewirken. Und das bedeutet Lebensgefahr für das nicht ausreichend gesicherte Kind!

Was viele junge Eltern nicht wissen: Trägt der mitfahrende Nachwuchs im Kindersitz im Winter eine dicke Daunenjacke, kann der Gurt im Falle einer Vollbremsung womöglich abrutschen. Sorgen Sie deshalb lieber für ausreichend warme Luft im Auto ziehen Sie Ihrem Kind die Jacke für die Dauer der Fahrt aus.

Sonnenlicht: Gut, schlecht oder egal fürs Kind?

Ist die Fahrt zum Spielplatz absolviert, drohen zudem weitere Gefahren. Denn ein ausreichender Sonnenschutz ist für die empfindliche Kinderhaut zu jeder Jahreszeit wichtig – auch im Winter. Einen (wenigstens geringen) UV-Eigenschutz entwickelt die menschliche Haut nämlich erst nach einigen Jahren.

Bei Babys sollte direkte Sonnenstrahlung deshalb komplett vermieden werden. Und: Selbst im Schatten besteht noch Gefahr durch zu hohe Temperaturen. Natürlich sollten auch Kleinkinder im Sommer möglichst im Schatten und nicht in der Mittagshitze spielen. Sonnengerechte Kleidung hilft dort, wo es keinen Schatten gibt. Doch auch bei aller „Sonnenbrandgefahr“ gilt: Sonnenlicht ist nicht nur schädlich, sondern auch wichtig für den Aufbau des Vitamin-D-Haushaltes.

Wie viel Sonne dem eignen Kind gut tut, sollten Eltern daher am besten mit ihrem Hausarzt besprechen. Denn neben dem Alter spielen auch Hauttyp, Bräunungsgrad der Haut, Wohnort und andere Faktoren eine wichtige Rolle.

Gerüstet für den Ernstfall: Notfallkurse für Eltern & Co.

Falls trotz aller Vorsichtsmaßnahmen doch einmal etwas passiert, ist schnelles und bedachtes Handeln angesagt. Eltern, Großeltern und Erzieher können in eigens entwickelten Notfallkursen lernen, wie das geht. Denn hier erfährt man alles, was man über die Erstversorgung von Blutungen, Brüchen und anderen Verletzungen bei Kindern wissen sollte.

Zudem wird auch vermittelt, wie man ein Kind im Ernstfall reanimiert – und auf welche Besonderheiten dabei altersabhängig zu achten ist. Ebenfalls im Programm: Was ist zu tun, wenn sich ein Kind verschluckt hat und unter Atemnot leidet?

 

Sie würden gerne einen Kinder-Notfallkurs in Ihrer Nähe besuchen? Kinder-Notfallkursanbieter gibt es nahezu überall – und von unzähligen Anbietern. Bundesweit tätig sind zum Beispiel diese hier:

 

Erste Hilfe bei Ersticken

Hat Ihr Kind einen Gegenstand verschluckt und droht daran zu ersticken, setzen Sie sich am besten auf einen Stuhl und legen das Kind bäuchlings auf Ihre Oberschenkel. So, dass der Brustkorb Ihres Kindes auf Ihren Knien aufliegt. Klopfen Sie nun bis zu fünfmal mit der flachen Hand auf die Rückenmitte. Sollte das nichts bringen, holen Sie umgehend Hilfe und alarmieren Sie den Rettungsdienst!

 

Die wichtigsten Notrufnummern auf einen Blick!

Ganz wichtig: Egal was passiert, bewahren Sie Ruhe. Und wählen Sie lieber einmal zu oft die Nummer des Notrufs: 112 (bundesweit, auch mobil)

Für Vergiftungen gibt übrigens spezielle Giftnotrufzentralen, die eine Soforteinschätzung geben und weitere Hilfe leisten können. Leider sind die Notfallnummern regional unterschiedlich.

Eine Liste der Giftnotruf-Nummern nach Bundesland (Stand: Sommer 2019) haben wir ausdruckfertig zum Download vorbereitet.

In einigen großen Städten und Ballungsgebieten in Deutschland gibt es zudem mittlerweile spezielle Kindernotärzte – etwa in München. Sie kommen immer dann (zusätzlich) zu einem Einsatz, wenn es sich um einen Notfall mit Kind handelt. Kindernotärzte müssen allerdings nicht extra informiert werden. Das übernimmt nämlich die Rettungsstelle selbst. Also auch hier gilt: Einfach 112 wählen!