Ein kleines Kind hält ein rosafarbenes Sparschwein in die Kamera.

Ratgeber

Wertpapier-Depot eröffnen als Berufsanfänger

Sie haben als Berufseinsteiger gehört, dass Wertpapiere gut für Vermögensaufbau oder Altersvorsorge sind? Hier steht, was Sie über ein Depot wissen müssen.

Kurz zusammengefasst

  • Ein Depot ist ein Langzeitprojekt: Wer Zeit mitbringt und Kursschwankungen gelassen aussitzt, kann mit Wertpapieren nach und nach Vermögen aufbauen. Allerdings sind hohe Verluste ebenso möglich.
  • Die Eröffnung ist schnell erledigt: Sie läuft ähnlich ab wie beim Girokonto und ist online je nach Anbieter in wenigen Minuten bis einigen Tagen erledigt.
  • Kosten machen den Unterschied: Depotgebühren, Transaktionskosten und Ausgabeaufschläge können je nach Anbieter stark voneinander abweichen.
  • Streuung senkt das Risiko, beseitigt es aber nicht: Fonds und ETFs federn Verluste einzelner Unternehmen ab, bei fallenden Märkten verlieren aber auch sie an Wert.
  • Sparpläne ersetzen das Timing: Wer monatlich einen festen Betrag anlegt, muss keinen perfekten Einstieg finden. Vor Verlusten schützt das allerdings nicht.
  • Nachhaltig anlegen geht: Was ein Fonds unter Nachhaltigkeit versteht, ist sehr unterschiedlich und steht in den entsprechenden Fondsunterlagen.

Lohnt sich ein Depot für Berufseinsteiger?

Ein Depot kann sich für Berufseinsteiger und Berufseinsteigerinnen lohnen, wenn sie langfristig Vermögen aufbauen möchten und Kursschwankungen aushalten können. Das erste Gehalt ist ein guter Anlasse, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Die Eröffnung ist dabei vergleichsweise einfach. Wir sagen, was Berufsstarter wissen sollten.

Was sind Wertpapiere, Aktien, Fonds und ETFs?

Mit Wertpapieren beteiligen Sie sich an Unternehmen oder leihen Unternehmen und Staaten Geld. Privatanleger greifen dabei am häufigsten zu Aktien, Fonds und ETFs. Für den langfristigen Vermögensaufbau kommt man um sie heute kaum herum. Denn Tagesgeld und Sparkonten bieten Sicherheit, aber begrenzte Erträge. Breit gestreute Aktienanlagen haben über lange Zeiträume in der Vergangenheit meist höhere Renditen erzielt, allerdings bei deutlich höheren Wertschwankungen. Wie sich Kurse künftig entwickeln, lässt sich daraus nicht ableiten.

Welche Begriffe sollten Börseneinsteiger kennen?

Wer ein Depot eröffnen möchte, sollte die wichtigsten Grundbegriffe kennen:

  • Kapitalmarkt: Der Markt, an dem Anlegerinnen und Anleger Geld investieren. Dazu gehört auch der Wertpapierhandel an der Börse, der Privatpersonen offensteht.
  • Depot: Ihr digitales Verwahrkonto für Wertpapiere. Ohne Depot können Sie nicht an der Börse handeln.
  • Wertpapiere: Sammelbegriff für handelbare Vermögenswerte wie Aktien, Fonds, ETFs oder Anleihen.
  • Aktien: Anteile an einem einzelnen Unternehmen. Ihr Kurs schwankt laufend, deshalb sind Gewinne wie Verluste möglich.
  • Fonds: Ein gemeinsamer Topf mit dem Geld vieler Anleger, den Fondsmanager in Aktien, Anleihen oder Immobilien investieren. Weil das Geld auf viele Titel verteilt wird, wiegt der Absturz eines einzelnen Unternehmens weniger schwer. Fällt der Gesamtmarkt, verliert aber auch ein Fonds an Wert.
  • ETFs: Börsengehandelte Fonds, die meist einen Index wie den DAX mit seinen 40 Aktien nachbilden. Da kein Fondsmanager aktiv eingreift, sind ETFs in der Regel günstiger als klassische Fonds. Auch hier gilt: Die Streuung mindert das Risiko einzelner Unternehmen, nicht das des Gesamtmarktes.

Tipp: In einem kostenlosen Musterdepot können Sie den Handel mit virtuellem Geld ausprobieren, ganz ohne Risiko.

Was brauche ich, um ein Depot zu eröffnen?

Für ein Depot brauchen Sie einen Anbieter, einen gültigen Ausweis und müssen mindestens 18 Jahre alt sein. Wer mit Aktien und Co. handeln will, eröffnet zunächst ein Wertpapierdepot. Das geht bei der Hausbank, einer Fondsbank oder einem Online-Broker. Die Eröffnung funktioniert ähnlich wie bei einem Girokonto.

Zunächst wird ein Formular ausgefüllt. Anschließend erfolgt die Legitimation über den Personalausweis. Das kann in der Bankfiliale geschehen, online per Video-Call oder über das Postident-Verfahren. Je nach Anbieter und Verfahren kann das Depot nach wenigen Minuten bis einigen Tagen genutzt werden.
Wer ein Depot eröffnen will, sollte zunächst die Kosten vergleichen.

Als Faustregel gilt:

  • Wer wenig handelt (also eher kaufen und halten will), sollte auf eine niedrige Grundgebühr achten. Bei wenigen Transaktionen fällt eine höhere Transaktionsgebühr kaum ins Gewicht, hohe Basiskosten dagegen schon.
  • Wer viel handelt, sollte darauf achten, dass die einzelnen Wertpapierkäufe wenig kosten. Hier fallen Depotgebühren weniger ins Gewicht, hohe Transaktionsgebühren dagegen sehr.

Achten Sie auch auf den Ausgabeaufschlag. Bei vielen aktiv verwalteten Fonds wird ein Ausgabeaufschlag von meist bis zu 5 Prozent auf den Anteilswert fällig. Kauft man zum Beispiel Fondsanteile im Wert von 5.000 EUR, sind das 250 EUR an Gebühren. ETFs haben in der Regel keinen Ausgabeaufschlag, und manche Anbieter gewähren auch bei aktiven Fonds Rabatte darauf. Ein Kostenfaktor, der sich mit der richtigen Anbieterwahl vermeiden oder zumindest eindämmen lässt.

Welche Vorteile haben Fonds für Berufseinsteiger?

Fonds könnten ein guter Einstieg sein: Sie sind schon mit kleinen Beträgen möglich, erfordern kein Expertenwissen und bleiben flexibel. Wer wenig Börsenerfahrung hat, sollte sich trotzdem beraten lassen.

  • Kleine Beträge genügen: Mit einem Sparplan legen Sie monatlich einen festen Betrag an, passend zum Einstiegsgehalt.
  • Kein Expertenwissen nötig: Der Fonds verteilt Ihr Geld auf viele Unternehmen. Fällt der Gesamtmarkt, verliert aber auch er an Wert.
  • Flexibel bleiben: Eine Mindestlaufzeit gibt es bei den meisten Wertpapierfonds nicht. Sie erhalten beim Verkauf den aktuellen Wert, der auch unter dem eingezahlten Betrag liegen kann. Für offene Immobilienfonds gelten gesetzliche Fristen.
  • Passend zur Risikobereitschaft: Fonds gibt es in verschiedenen Risikoklassen. Höhere Chancen bedeuten dabei immer auch höhere Verlustrisiken.

Wann mit dem Anlegen starten?

Den perfekten Einstiegszeitpunkt gibt es nur in der Theorie. Die Kurse verändern sich täglich und sind zum Teil erheblichen Schwankungen ausgesetzt. Börsenexperten nennen das Volatilität. Den Verlauf der Kurse kann im Vorhinein niemand sicher bestimmen.

Eine Sache lässt sich aber sagen: Je länger der Anlagezeitraum, desto eher lassen sich Schwankungen ausgleichen. Deshalb kann ein früher Beginn beim langfristigen Vermögensaufbau helfen. Eine Garantie, dass Verluste innerhalb eines bestimmten Zeitraums wieder aufgeholt werden, gibt es allerdings nicht.

Weil der richtige Einstiegszeitpunkt nie sicher vorherzusagen ist, bieten sich für junge Sparerinnen und Sparer regelmäßige Fondssparpläne an. Bei einem Sparplan investiert man jeden Monat den gleichen Betrag in denselben Fonds. Bei niedrigen Kursen erhält man mehr Anteile, bei hohen weniger. Das glättet den durchschnittlichen Einstiegspreis (Durchschnittskosteneffekt) und nimmt den Druck, den richtigen Zeitpunkt zu treffen. Ein Schutz vor Verlusten ist das nicht: Fallen die Kurse dauerhaft, verliert auch ein Sparplan an Wert.

Häufige Fragen zum Depot für Berufseinsteiger