Geld verdienen an der Börse? Tipps für den Vermögensaufbau über ein Depot und den ersten Kauf von Wertpapieren

Der September ist der Monat der Berufsanfänger. Der erste Job oder der Beginn der Ausbildung bedeuten dabei meist auch das erste selbstverdiente Geld. Und das heißt: Endlich (mehr oder weniger) auf eigenen Beinen zu stehen. Zumindest finanziell ändert sich somit Vieles – was für den ein oder anderen Berufseinsteiger wichtige Fragen mit sich bringt. 

Denn es steht nun wohl nicht nur der Umzug in die eigenen vier Wände vor der Tür. Oder der Abschluss neuer Versicherungen an. Auch eine ganze Reihe unliebsamer Aufgaben, wie beispielsweise die erste Steuererklärung warten schon bald auf Erledigung. Dazu will das erste Gehalt gut verwaltet sein, damit das monatliche Budget reicht und nicht irgendwann plötzlich Ebbe in der Haushaltskasse herrscht. 

Ein wenig Entwarnung können wir gleich an dieser Stelle geben: In den meisten Fällen wirkt der Verpflichtungsberg nämlich anfänglich viel höher und unbezwingbarer, als er eigentlich ist. Das gilt im Übrigen auch für eine Eröffnung eines (Wertpapier-)Depots. Um Vermögen aufzubauen oder um früh an die Altersvorsorge zu denken, steht nämlich auch das bei immer mehr Berufsanfängern schon sehr frühzeitig auf der Agenda. 

Um zu klären, ob (und wie) Berufseinsteiger ihr Geld damit sinnvoll auf die Seite legen, beantworten wir die wichtigsten Fragen rund um die Depoteröffnung und erste, sich anbietende Anlagemöglichkeiten:

  • Was muss ich über Wertpapiere, Aktien, Fonds, ETFs und die Kapitalmärkte wissen?
  • Was brauche ich, um ein Depot zu eröffnen?
  • Welche Möglichkeiten gibt es, über Fonds Vermögen aufzubauen?
  • Gibt es nachhaltige Fonds?
  • Wann ist ein guter Einstiegszeitpunkt?

Was muss ich über Wertpapiere, Aktien, Fonds, ETFs und die Kapitalmärkte wissen?

Der Eindruck trügt nicht: Für den langfristigen Vermögensaufbau kommt man heute kaum noch um Fonds, ETFs oder Aktien herum. Denn während der Vermögensaufbau über klassische Spar- und Anlagemöglichkeiten wie das Tagesgeldkonto durch die ausbleibenden Zinsen seit Jahren stockt, war die Entwicklung von Wertpapieren in den letzten Jahren meist deutlich erfreulicher. Besonders, wenn das Kapital breit in verschiedene Anlagemöglichkeiten gestreut war, konnte sich die Rendite oft sehen lassen – und war damit meist deutlich besser als beim Tagesgeld.

Die Bayerische Experten-Tipp:

Für alle, die den Umgang mit einem Depot zunächst lieber spielerisch kennenlernen möchten: Kauf und Handel von Aktien, Fonds und ETFs lassen sich auch über kostenlose Musterdepots simulieren. Ganz ohne Risiko. Aber mit „echtem“ Nervenkitzel.

Dabei hat sich eine Regel nachweislich bewährt: Umso ausgedehnter (diversifizierter) man investiert, desto niedriger sind die potenziellen Risiken an den Kapitalmärkten! 

Die Aussicht, sein Geld besser und zielgerichteter zu vermehren, ist also ein guter Grund, sich mit dem Thema näher zu beschäftigen. Berufsanfängern, die an Themen wie Börse, Aktien oder Depoteröffnung ersten Gefallen gefunden haben, wollen wir darum zum Einstieg die wichtigsten Begriffe näherbringen. 

Wer sich dagegen schon bestens mit den Trading-Begrifflichkeiten auskennt, kann unser kleines Börsen-Einmaleins-Glossar gerne links liegen lassen:

  • Kapitalmarkt: Der Kapitalmarkt ist ein Markt, an dem Investoren ihr Geld anlegen können. Der Wertpapierhandel an der Börse gehört beispielsweise zum Kapitalmarkt und steht auch Privatpersonen offen.
  • Depot: Das braucht es, um am Kapitalmarkt zu handeln. Im Wertpapierdepot werden die Anteilsscheine gelagert. Das geschieht heute meist digital, denn Anteilsscheine werden für gewöhnlich nicht mehr auf buntes Papier gedruckt. 
  • Wertpapiere: Ein Wertpapier ist ein (digitales) Schriftstück, das für einen bestimmten Vermögens- oder Geldwert steht. Unter den Begriff „Wertpapier“ fallen zum Beispiel Aktien, Fonds, ETFs oder Anleihen.
  • Aktien: Aktien sind Wertpapiere, mit denen der Inhaber Anteile an einem einzelnen Unternehmen erwirbt – und mit dem Kauf auch erhält. Der Preis von Aktien verändert sich laufend, weshalb man mit ihnen Geld verdienen (aber leider auch verlieren) kann. 
  • Fonds: Einfach ausgedrückt ist ein Investmentfond ein großer, gemeinsamer „Topf“ mit dem Geld vieler Anleger, der von professionellen Fondsmanagern aktiv verwaltet wird. Das verwaltete Vermögen wird dann in verschiedene Werte, also etwa Aktien oder Immobilien (daher auch der allgegenwärtige begriff „Immobilienfonds“) so investiert, dass sich das Geld der Anleger möglichst sicher und schnell vermehrt. Da in zahlreiche Optionen – und nicht in eine einzelne Aktie – investiert wird, ist das Verlustrisiko bei dieser Anlageoption deutlich geringer als bei Einzelaktien.
  • ETFs:  ETF bedeutet Exchange Traded Fund und meint damit einen „börsengehandelten Indexfond. Was das bedeutet, lässt sich am besten an einem Beispiel erläutern. So enthält ein ETF auf den Index DAX alle 30 Aktien aus dem deutschen Börsen-Leitindex. Da ein ETF einen Index einfach passiv nachbildet, ohne durch einen Fondsmanager gelenkt zu werden, ist er gebührentechnisch deutlich günstiger als andere, ähnliche Geldanlagen. Verringert aber dennoch durch seine breite Masse an Wertpapieren das Risiko für den Anleger im Vergleich zu einer Einzelaktie erheblich.

Wertpapieren kaufen: Was brauche ich, um ein Depot zu eröffnen?

Wer mit Aktien & Co. handeln will, muss zunächst ein spezielles Wertpapierdepot eröffnen. Das kann jeder bei seiner Hausbank, einem Online-Broker oder auch bei unserer spezialisierten Partnerbank FFB erledigen. Die Eröffnung funktioniert dabei wie die eines ganz normalen Girokontos. Nur, dass man auf jeden Fall mindestens 18 Jahre alt sein muss –und im Anschluss eben Anteilsscheine gekauft werden.

Genau wie beim Girokonto muss zunächst ein Formular ausgefüllt werden. Anschließend erfolgt die Legitimation über den Personalausweis. Das kann bei der Bank vor Ort geschehen, online über einen Video-Call oder über das Postident-Verfahren. Eröffnen Sie ein Depot online, dauert es dann etwa zwei Wochen, bis es mit dem eigentlichen Wertpapierhandel losgehen kann.

Übrigens: Wer ein Aktiendepot eröffnen will, sollte die Kosten hierfür immer im Hinterkopf haben. So gibt es sehr günstige Anbieter, aber natürlich auch teurere. 

Als Faustregel sollte für jeden Sparer darum gelten:

  • Wer wenig mit Wertpapieren handelt (also eher „Kaufen“ und „Halten“ will), sollte auf eine niedrige Grundgebühr achten. Denn tätigt man nur wenige Transaktionen, fällt eine höhere Transaktionsgebühr nicht so stark ins Gewicht – hohe Basiskosten aber schon eher.
  • Wer viel mit Aktien & Co. handeln will, sollte dagegen darauf achten, dass die Wertpapierkäufe wenig kosten. Denn wer viel handelt und wenig hält, für den fallen im Umkehrschluss die Depotgebühren weniger ins Gewicht – hohe Transaktionsgebühren dagegen sehr.

Gut ist auch, wenn der Broker (also derjenige „Makler“, der Ihre Wertpapierkäufe tatsächlich für Sie tätigt), keinen Ausgabeaufschlag verlangt. Bei einigen Anbietern sind das nämlich bis zu stolze 5 % der Kaufgebühren. 

Kauft man zum Beispiel eine Anlage im Wert von 5.000 Euro, sind das gleich 250 Euro an Gebühren. Ein unnötiger Kostenfaktor, der sich mit der richtigen Anbieterwahl vermeiden (oder zumindest eindämmen) lässt.

Welche Möglichkeiten gibt es, über Fonds Vermögen aufzubauen?

Ganz wichtig: Vor allem, wer im Umgang mit der Börse unerfahren ist, sollte nicht auf eigene Faust und einfach mal so nach „Lust und Laune“ draufloskaufen. Stattdessen sollten Börsenneulinge lieber auf die Möglichkeit einer persönlichen Beratung zurückzugreifen. So kann zusammen mit dem Investmentberater (etwa bei der Hausbank) eine passende Anlagestrategie abgestimmt werden. 

Eine häufige Empfehlung der erfahrenen Anlageberater sind übrigens typischerweise die bekannten Investmentfonds – oder auch so genannte Rentenfonds. Deren Vorteile, gerade für eher unerfahrene Neuinvestoren, liegen allerdings auch sprichwörtlich auf der Hand:

  • Investmentfonds-Vorteil #1: Breit gestreutes Risiko. Bei dieser Geldanlage investiert man als Anleger breit gestreut - hat also „mehrere Pferde in einem Stall“. Mit den erworbenen Anteilen kauft man Aktien aus mehreren Branchen oder verschiedene Arten von Wertpapieren. Wenn ein Wertpapier sinkt, können andere diesen Verlust ausgleichen. Das Risiko wird also gestreut.
  • Investmentfonds-Vorteil #2: Anlagekapital bleibt verfügbar. Die andere Option besteht darin, dass man sich an einen Fond mit einen Einmalkauf oder einem Sparplan beteiligt. Bei einer Einmalinvestition zahlt man auf einen Schlag einen höheren Betrag, wobei man bei einem Sparplan jeden Monat eine vereinbarte Summe einzahlt. Meist beginnt das ab 50 Euro monatlich, ist aber variabel. Bei Investmentfonds gibt es zudem keine Mindestlaufzeit. Das heißt, man kann sich auf Wunsch das Investierte stets wieder auszahlen lassen und 24/7 darauf zugreifen.
  • Investmentfonds-Vorteil #3: Transparente, anpassbare Anlagestrategie. Die Geldanlagen werden transparent verwaltet, die Produktinformationen sind für jeden gut einsehbar und vergleichbar. So kann jeder mit der Anlagemöglichkeit den richtigen Schwerpunkt setzen - und bei Bedarf neu ausrichten.
  • Investmentfonds-Vorteil #4: Individuelle Risikosteuerung. Je nachdem, welcher Anlegertyp man ist, kann man verschiedene Investmentfonds in verschiedenen Risikoklassen auswählen. Ist man ein konservativer Anleger, investiert man also eher in ein breites Portfolio mit auf Sicherheit bedachter Aktien und Anleihen. Geht man gerne ein Risiko ein und will potenzielle Gewinne maximieren, findet man dagegen auch Fonds in einer höheren Risikoklasse: So ist wirklich für jeden etwas dabei. Für den defensiven, den chancenorientierten oder den risikobewussten Anleger.

Altersvorsorge und Vermögensaufbau: Das gibt es rund ums Depot noch zu wissen!

Wer als Fondssparer einen zuverlässigen Vermögensaufbau erreichen und dennoch regelmäßig ein nettes Taschengeld erhalten will, sollte auf einen Fonds setzen, der regelmäßig Dividenden ausschüttet. Die Dividende ist der Gewinnanteil, den eine Aktiengesellschaft an ihre Aktionäre auszahlt. Das Geld wird dann auf das Depotkonto ausgezahlt – und stellt für viele Hobby-Investoren damit einen netten finanziellen Bonus für Sonderausgaben dar. Zusätzlich zur Wertentwicklung natürlich.

Noch sehr junge Arbeitnehmer am Anfang ihrer Karriere, die bereits für das Alter vorsorgen wollen, sollten stattdessen allerdings lieber auf thesaurierende Investmentfonds setzen. Denn vor allem bei langfristigen „Engagements“ an der Börse macht sich der Zinseszins-Effekt bemerkbar. Konkret bedeutet das: Die Dividende wird hier nicht ausgeschüttet, sondern automatisch direkt wieder in den Fonds reinvestiert. 

Wer genau wissen will, welchen großen Unterschied der Zinseszins-Effekt macht, kann das mit einem der vielen Online-Sparplanrechner nachrechnen. 

Gibt es auch nachhaltige Fonds oder ETFs?

Ja, die gibt es! Ziel der nachhaltigen Beteiligungen ist, das angelegte Geld nicht nur sicher und effektiv zu vermehren, sondern dabei gleichzeitig auch Gutes zu leisten. So investieren nachhaltige Investmentfonds bewusst in verschiedene Unternehmen, die mit ihrer Geschäftstätigkeit eine förderliche ökologische und ethische Entwicklung unterstützen.

Das erklärte Ziel der spezialisierten Fondsmanager bei der Auswahl der Aktien: Ein sauberer ökologischer Fußabdruck und ein nachhaltiges Prinzip in der Geschäftstätigkeit. Konkret bedeutet das, dass Investitionen in die Glücksspielbranche, Pornografie, Atomkraft, militärische Rüstung, Tabak und fossile Energien ausgeschlossen werden. Jedenfalls bei seriösen Anbietern. Stattdessen setzen nachhaltige Fonds und ETFs explizit auf regenerative Energien oder Zukunftstechnologien. Das sind dann zum Beispiel Windkraft oder Solarenergie, energieeffiziente Unternehmen sowie Wasserkraft. Im Grunde also eine runde und wunderbare Sache, um sein Geld mit sehr gutem Gewissen zu vermehren. Und das sagen wir nicht nur deshalb, weil wir mit dem Pangaea Life Fonds zu den absoluten Vorreitern auf diesem Gebiet gehören! Ok, schon ein bisschen. Aber trotzdem völlig zu Recht! 😉

Wann ist ein guter Einstiegszeitpunkt?

Leider wahr: Den perfekten Einstiegszeitpunkt kann man an der Börse wohl nur in der Theorie finden. Die Kurse verändern sich täglich und sind zum Teil erheblichen Schwankungen ausgesetzt. Börsen-Experten nennen das übrigens „Volatilität“. 

Den Verlauf der Wertpapierkurse kann im Vorhinein also niemand sicher bestimmen. Lediglich eine Sache ist klar: Je früher man damit beginnt, regelmäßig in Wertpapiere und Fonds zu investieren, desto besser kann man langfristig Vermögen aufbauen – und damit die eigene Altersvorsorge sichern. Denn auf lange Sicht lassen sich Schwankungen besser ausgleichen.

Weil der richtige Einstiegszeitpunkt nie perfekt vorherzusagen ist, bieten sich für junge Sparer vor allem regelmäßige Fondssparpläne an. Die Strategie dahinter ist einfach, aber genial: Man kauft sich durch die Sparpläne nämlich einfach schrittweise ein. Dadurch nutzt man den so genannten Cost-Average-Effekt – also das Phänomen, dass sich hohe und niedrige Kosten im Zeitverlauf einem vertretbaren Durchschnittwert annähern.

Der Vorteil: Als Junganleger muss man sich keine Gedanken darüber zu machen, ob man den perfekten Zeitpunkt für den Kauf eines Aktienfonds erwischt. Denn bei einem Sparplan investiert man einfach jahrelang jeden Monat den gleichen Betrag in denselben Fonds – und kauft dank Durchschnittskosteneffekt niemals zu teuer ein. Das sichert eine kontinuierliche Wertentwicklung – besonders bei längerem Anlagehorizont – exzellent ab und spart behüteter das erwünschte Kapital an.