A

Ablaufphase

Dieser Begriff wird meist im Zusammenhang mit fondsgebundenen Rentenversicherungen verwendet - und ist für den Versicherten sehr wichtig. Denn bei Fondspolicen können Kursschwankungen auch zu zwischenzeitlichen Verlusten führen. Eine flexible Ablaufphase ermöglicht es dem Kunden, auf Kursentwicklungen zu reagieren und die Leistung aus dem Versicherungsvertrag bereits vor oder erst nach dem vereinbarten Vertragsablauf in Anspruch zu nehmen. Somit besteht die Möglichkeit, innerhalb der vertraglich vereinbarten Ablaufphase zu entscheiden, zu welchem Zeitpunkt die Rente beginnen soll, um so Kursverlusten auszuweichen. Die Ablaufphase kann für eine Dauer von bis zu insgesamt 10 Jahren festgelegt werden, also z.B. für 5 Jahre vor bis 5 Jahre nach Vertragsablauf.

Abrufoption

Wer früher in Rente gehen möchte als geplant, kann sich diesen Wunsch mit einer privaten Renten- oder Kapital-Lebensversicherung erfüllen. Voraussetzung ist die so genannte Abrufoption, die gesondert vereinbart wird. Die Abrufoption beginnt in der Regel 5 Jahre vor dem eigentlichen Vertragsablauf. Während dieser Zeit kann man unter bestimmten Voraussetzungen schon vorzeitig über seine vertraglichen Leistungen verfügen. Dabei werden das Deckungskapital und die Überschussbeteiligungen zusammengerechnet, die sich im Laufe der Jahre angesammelt haben. Überschreitet diese Summe bereits ohne die Schlussüberschussanteile die garantierte Kapitalabfindung der versicherten Rente oder die Kapitalzahlung zum ursprünglich vereinbarten Termin, ist ein früherer Start der Zahlungen möglich.

Abschlusskosten

Gute Versicherungen zeichnet eine transparente und verständliche  Preisgestaltung aus. Das gilt besonders für die Darlegung aller Abschlusskosten. Das sind die Beträge, die einmalig beim Abschluss eines Versicherungsvertrages anfallen. Dazu gehören die Abschlussprovision für den Vermittler, alle Kosten rund um die Prüfung des Antrages und der damit verbundenen individuellen Risiken und die Kosten der Antragsbearbeitung und der Ausfertigung des Versicherungsscheins. Oft findet sich die Aufstellung unter einem eigenen Punkt “Abschlusskosten” in den Unterlagen. Ein anderer Ausdruck für Abschlusskosten ist "Erwerbskosten".

Allgemeine Versicherungsbedingungen (AVB)

Sie sind sozusagen das Grundgesetz aller Beziehungen zwischen dem Versicherten und dem Versicherungsunternehmen. In den allgemeinen Versicherungsbedingungen stehen alle vertraglichen Rechte und Pflichten für beide Seiten, also für den Kunden (Versicherungsnehmer) und für die Versicherung, die den Schutz gewährt. Dazu zählen Geltungsbereich, Umfang der Leistungen, Laufzeit und Dauer des Versicherungsvertrags, Hinweise zu Kündigung, Rechte und Pflichten der Vertragsparteien etc. 

Altersvorsorge

Die Lebenserwartung der Menschen steigt beständig. Das bedeutet auch, dass die Lebenszeit nach dem Berufsleben länger wird. Die damit verbundenen Rentenzahlungen belasten das System der gesetzlichen Rentenversicherung immer mehr, die ausreichende finanzielle Absicherung im Alter ist ohne private Vorsorge nicht mehr gewährleistet. Wer sich auf die gesetzliche Rente alleine verlässt, muss mit einer Versorgungslücke rechnen und sich im Alter stark einschränken. Geeignete Instrumente, um für später vorzusorgen sind neben Eigentum (wie Immobilien) die betriebliche Altersversorgung (Direktversicherung, Pensions- und Unterstützungskassen) und die private Vorsorge in Form von Lebens- und Rentenversicherungen. 

Alterungsrückstellung

Mit zunehmendem Alter des Versicherten wächst das Risiko, krank zu werden. Trotzdem erhöht sich der Beitrag für eine private Krankenversicherung aus diesem Grunde nicht. Um die im fortgeschrittenen Lebensalter erforderlichen Leistungen ohne Beitragserhöhungen finanzieren zu können, bildet die private Krankenversicherung die sog. Alterungsrückstellung. Dazu werden in der ersten Phase des Vertrags höhere Beiträge erhoben als es zur momentanen Risikodeckung notwendig wäre. Durch die verzinsliche Anlage dieser Beitragsteile wird die später benötigte finanzielle Reserve aufgebaut.

Angehörigenklausel in der Jagdhaftpflicht

Für Jäger ist es sehr wichtig, dass Eigenschäden - also Schäden, die er seinen Angehörigen zufügt - über die Jagdhaftpflichtversicherung mitversichert sind. Löst sich z.B. beim Reinigen der Jagdwaffe ein Schuss und der Versicherte verletzt ein Familienmitglied, ist dieser Schaden nur bei Vorhandensein einer Angehörigenklausel gedeckt.

Anlagestock

Wer für sein Alter vorsorgen will, möchte auf Jahrzehnte sichere Einkünfte. Versicherungen bieten dabei eine besondere Solidität. Geld, das in langfristige Verträge angelegt wird, genießt dank gesetzlich geregelter Vorschriften höchsten Schutz. Besonders streng sind die Vorschriften für fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherungen. Hier sorgt der Versicherer schon lange vor der Auszahlung der privaten Rente vor, indem er die auf den einzelnen Vertrag entfallenden Anteile an den ausgewählten Fonds in eine gesonderte Abteilung des Sicherungsvermögens überführt - den so genannten Anlagestock. Mit Beginn der Rentenzahlung werden diese extrem gesicherten Anteile diesem Anlagestock wieder entnommen. Den Wert der Anteile jedes individuellen Vertrags überführt die Versicherung dann in das allgemeine Sicherungsvermögen und zahlt verlässlich die Rente aus.

Anzeigepflicht

Um Versicherungsprämien korrekt berechnen zu können, müssen Risiken zutreffend eingeschätzt werden.

Dazu braucht eine Versicherung bei Abschluss oder Änderung einer Krankenversicherung, Lebensversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung Angaben zum derzeitigen oder bis dahin vergangenen Gesundheitszustand. Auch andere Aspekte, welche das finanzielle Risiko des Versicherers erhöhen, werden abgefragt - zum Beispiel, ob jemand raucht oder gefährliche Extremsportarten ausübt.

Wer schwerwiegende Krankheiten verschweigt oder sie beschönigend darstellt oder Fragen zu Risiken absichtlich falsch beantwortet, verletzt seine so genannte vorvertragliche Anzeigepflicht.

Erfährt das Versicherungsunternehmen, dass ein Versicherter die vorvertragliche Anzeigepflicht verletzt hat, bestehen verschiedene Möglichkeiten: das Unternehmen kann vom Vertrag zurücktreten, ihn mit einer Frist kündigen, die Prämien erhöhen oder die Vereinbarung anfechten. Im schlimmsten Fall droht die Leistungsverweigerung. Hat ein Versicherter beispielsweise eine Vorerkrankung verschwiegen und diese führt zur Berufsunfähigkeit, muss der Versicherer keine BU-Rente überweisen.

Assistance-Leistungen

Die eigentlichen Versicherungsleistungen umfassen für gewöhnlich finanziellen Ersatz des entstandenen Schadens oder die Kostenübernahme für in Anspruch genommene Leistungen (Zahnarztrechnungen, Rechtsanwaltshonorare etc.)

Die  Bayerische bietet ihren Kunden in vielen Versicherungstarifen darüber hinaus tatkräftige Unterstützung und Hilfeleistungen im Schadenfall - dazu gehören z.B. die Organisation von Handwerkern, Schadenaufnahme und Reparaturabwicklung bei Autounfällen.

Diese so genannten Assistance-Leistungen sind zum Teil schon Bestandteil der Versicherungsprodukte oder können günstig hinzugebucht werden.

In persönlichen Notsituationen steht dann praktische und schnelle Hilfe bereit -  und das oft rund um die Uhr und den Globus.

Aufsichtspflicht durch die Eltern

Die elterliche Aufsichtspflicht betrifft die Sorge für das Kind und dessen Vermögen bis zur Volljährigkeit. Wenn Eltern ihre Aufsichtspflicht nachweislich verletzen und ein Dritter zu Schaden kommt, müssen die Eltern dafür haften. Auch strafrechtliche Konsequenzen sind möglich. 

Kinder unter sieben Jahren sind jedoch laut Gesetz deliktunfähig, im Straßenverkehr gilt dies sogar bis zu einem Alter von zehn Jahren. Das heißt, auch die Eltern haften nicht für Schäden. Der Geschädigte bleibt, sofern man sich nicht gütlich einigt, auf den Kosten sitzen. Um für diese Fälle Ärger zu vermeiden, können sich Eltern über ihre Privathaftpflichtversicherung auch bei Deliktunfähigkeit absichern. 

Bei älteren Kindern gilt: Wenn das Kind einer Person oder einer Sache einen Schaden zufügt, haften die Eltern immer dann, wenn sie ihrer Aufsichtspflicht nicht nachkommen. Das ist laut Gesetzgeber immer dann der Fall, wenn man damit rechnen konnte oder wusste, dass das Kind einen Schaden verursacht. 

Autoschutzbrief

Ein Autounfall im Ausland ist nicht nur ärgerlich, sondern auch äußerst kompliziert zu regeln. Ein Autoschutzbrief sorgt für schnelle Hilfe: Service-Mitarbeiter koordinieren und organisieren vielfältige Assistance-Leistungen wie Pannenhilfe, Krankenrücktransport, Hotelaufenthalte oder Mietwagen. Im Rahmen der Kfz-Versicherung kann oft besonders günstig dieser Autoschutzbrief hinzu gebucht werden.

B

Bagatellschaden (auch: Bagatellunfall)

Um den Versicherten im Schadenfall von Bürokratie zu entlasten, wickeln Versicherungsunternehmen Schäden, die bestimmte Summen nicht überschreiten, möglichst schnell und unkompliziert ab.

In der Kfz-Versicherung sind es z.B. geringfügige Blechschäden, die von den Versicherungen als Bagatellschaden bezeichnet werden. Ist kein Mensch verletzt worden, die Autos können weiterfahren und die Schuld ist relativ klar, bedarf es keiner langwierigen, polizeilichen Unfallaufnahme. Natürlich müssen für die Schadenregulierung trotzdem alle notwenigen Informationen übermittelt werden: das amtliche Kennzeichen des Unfallgegners, Name und Adressen der Beteiligten und die Kontaktdaten der Versicherungen. Auch Auskunft darüber, wann und wo der Unfall passiert ist, ist wichtig. Fotos vom eigenen und dem gegnerischen Fahrzeugschaden sind immer sehr hilfreich, ebenso eine kleine Unfallskizze. Dann ist auch die Regulierung fast nur eine Bagatelle.

Bauherren-Haftpflichtversicherung

Auf einer Baustelle geht es oft ganz schön hektisch zu -  und nicht selten auch gefährlich. Da bietet eine Bauherren-­Haftpflichtversicherung vom ersten Spatenstich bis zur Abnahme wichtigen Schutz gegen das Risiko von Haftungsansprüchen. Schließlich haftet der Bauherr für Schäden, die Dritte im Zusammenhang mit dem Bau erleiden. Er muss sich persönlich um seine Baustelle kümmern und alle dadurch ausgehende Gefahren vermeiden oder beseitigen. Selbst, wenn ein Generalunternehmer den Bau ausführt und ein Architekt alles geplant hat, sind Sie als Bauherr verantwortlich.

Beitrag

Um Anspruch auf den im Versicherungsvertrag vereinbarten Versicherungsschutz zu haben, muss der Versicherungsnehmer Beiträge leisten. Der Beitrag, im Vertrag auch “Versicherungsbeitrag” oder “Prämie” genannt, ist somit der Kaufpreis für die Versicherungsleistungen. Beiträge können monatlich, viertel-, halb- oder jährlich anfallen.

Beitragsanpassung

Ebenso wie sich Preise für Lebensmittel oder Konsumgüter ändern, verändern sich auch die Kosten für Versicherungsprodukte im Lauf der Zeit. Besonders stark werden zum Beispiel die Ausgaben in der Krankenversicherung von außen beeinflusst. Wenn Krankheiten etwa dank neuer und oft auch teuerer medizinischer Behandlungen besser kuriert werden können, dann steigen auch die Ausgaben der privaten Krankenversicherungen. Verändern sich in einem Tarif wegen der veränderten Versorgung der Versicherten die jährlich anfallenden Kosten, werden die Beiträge für alle Kunden innerhalb des Tarifs neu berechnet und entsprechend angepasst.

Solche Anpassungen sind aber nicht in allen Versicherungsarten erlaubt: Bei Kapital-Lebensversicherungen oder Leibrenten sind sie laut Versicherungsvertragsgesetz nicht möglich.

Beitragserhaltungsgarantie

Der Staat will seinen Bürgern besondere Sicherheit im Alter bieten. Darum verlangt er bei steuerlich geförderten Altersvorsorgeverträgen wie etwa der Riester-Rente, dass alle gezahlten Beiträge und die staatlichen Zusatzleistungen garantiert bereit stehen, wenn die Auszahlung beginnt. Das ist die sogenannte Beitragserhaltungsgarantie. Bei einem guten Vertrag kommen dann natürlich auch noch weitere Erträge dazu.

Beitragsfreistellung in der Lebensversicherung

Manchmal macht uns das Schicksal einen Strich durch die Rechnung - und plötzlich fehlt das Geld, um den monatlichen Beitrag für eine Lebensversicherung aufzubringen. Wegen dieser vielleicht nur kurzfristigen Notlage muss aber nicht der komplette Versicherungsschutz verloren gehen. Der Versicherte kann sich, statt zu kündigen, von den Beiträgen freistellen lassen. Das bedeutet, dass ab diesem Zeitpunkt keine Beiträge mehr gezahlt werden müssen - aber die Altersversorgung und der Todesfallschutz für die Angehörigen erhalten bleibt. Das ist eine sinnvolle Lösung, denn so gehen weder der bis dahin aufgebaute Versicherungsschutz noch die hohen Kapitalzuwächse gegen Ende der Laufzeit unwiderruflich verloren. Wer keine Beiträge mehr zahlt, erhält natürlich nicht mehr die gleiche Versicherungssumme wie ursprünglich vereinbart. Die Beitragsfreistellung kann auch erst dann vereinbart werden, wenn schon eine bestimmte Mindestsumme eingezahlt wurde. Aber die meisten Krisen haben auch mal ein Ende - und innerhalb bestimmter Fristen kann der Vertrag wieder wie geplant mit regelmäßigen Beitragszahlungen fortgeführt werden. 

Beitragszahler

Für gewöhnlich ist der Beitragszahler bei Versicherungsverträgen der Versicherungsnehmer, also derjenige, der den Vertrag abschließt. Leistungen aus der Versicherung erhält jedoch derjenige, der als "versicherte Person" oder als "Bezugsberechtigter" genannt wird. Das kann der Beitragszahler/Versicherungsnehmer sein aber genauso gut eine dritte Person. Das heißt, derjenige, der die Beiträge bezahlt, muss nicht zwangsläufig auch die Leistungen aus einem Versicherungsvertrag beziehen.

Strikt geregelt ist das Beitragzahlen aber, wenn der Staat im Spiel ist: Beiträge für steuerlich geförderte Verträge wie die Riesterrente muss derjenige zahlen, der auch die Leistungen aus der Riesterrente in Anspruch nimmt. Die Kostenübernahme durch Dritte ist hier grundsätzlich ausgeschlossen.

Beitragszahlungsdauer

Versicherungsverträge haben einen vertraglich festgelegten Anfang und ein durch verschiedene Ereignisse definiertes Ende. In der Zeit dazwischen bezahlt der Kunde regelmäßige Beiträge für den vereinbarten Schutz. Dieser Zeitraum wird als Beitragszahlungsdauer bezeichnet. Ausnahme: Versicherungen gegen Einmalbeitrag (z.B. bei Reiseversicherungen), hier wird die Prämie in einer einmaligen Summe bezahlt und der Versicherungsschutz gilt für den gesamten, festgelegten Zeitraum. 

Das Ende ergibt sich entweder durch Ablauf des Versicherungsvertrags -  in der Berufsunfähigkeitsversicherung zum Beispiel bei Erreichen eines bestimmten Alters des Versicherten oder ab Bezug der gesetzlichen Rente.

Oder es tritt der Versicherungsfall ein - zum Beispiel, wenn der Kunde berufsunfähig wird und die Versicherung die vereinbarte Berufsunfähigkeits-Rente bezahlt. Der Versicherungsschutz kann also auch noch Jahrzehnte fortbestehen, obwohl die Beitragszahlungsdauer abgelaufen ist.

Manche Versicherungen bieten zudem auch auf Wunsch eine Beitragszahlungsdauer, die kürzer ist als die Vertragslaufzeit. 

Beleihung

Kapital-Lebensversicherungen oder Rentenpolicen eignen sich auch als Sicherheiten für Kredite. Wer schon länger in einen entsprechenden Vertrag eingezahlt hat, kann diesen beleihen lassen und so zu relativ günstigen Zinsen  einen Kredit aufnehmen. Meistens ist eine Beleihung bis zu 90 Prozent des sogenannten Rückkaufswertes möglich. Den Rückkaufswert kann man den jährlichen Standmitteilungen zum Versicherungsvertrag entnehmen. 

Berufsgruppen

Je nach ausgeübtem Beruf ist das Unfall- oder Erkrankungsrisiko des Beschäftigten sehr unterschiedlich. Arbeitet man also in einem Büro oder auf dem Gerüst einer Baustelle, fällt die Risikoberechnung z.B. für eine Unfall- oder Berufsunfähigkeitsversicherung sehr unterschiedlich aus. Versicherungen müssen aber genau nach diesen Risiken die Beiträge bestimmen, die ein Versicherter zahlen muss. Um die Berechnungsgrundlagen zu vereinheitlichen und die Zuordnung der Berufe zu erleichtern, haben die Versicherer rund 4.000 Berufe in 5 Berufsgruppen eingeteilt. Gruppe 1 umfasst die Berufe mit dem geringsten Risiko, einen Unfall zu erleiden oder berufsbedingt zu erkranken, Gruppe 5 die mit dem höchsten Risiko.

Berufshaftpflichtversicherung

In manchen Berufen geht es oft um Leben und Tod, auch bleibende gesundheitliche Schäden und Behinderungen sind z.B. für Ärzte oder Hebammen bei der Ausübung ihres Berufs ein großes Risko. Rechtsanwälte, Architekten oder Handwerker können wiederum hohe finanzielle Schäden verursachen, wenn ihnen bei ihrer Tätigkeit Fehler unterlaufen.

Eine Berufshaftpflichtversicherung deckt genau diese Risiken ab, maßgeschneidert für die jeweilige Berufsgruppe und ihre Aufgaben.

Berufsunfähigkeit in der Lebensversicherung

Wer für Angehörige sorgt, der sollte sich und seine Familie nicht nur gegen den eigenen Tod absichern. Ein weiteres Risiko, welches abgesichert werden sollte, besteht darin, seinen Beruf nicht mehr ausüben zu können. Jeder vierte Berufstätige scheidet laut Statistik vor dem Rentenbeginn aus dem Erwerbsleben aus. Grund hierfür sind häufig schwere Krankheiten, ein Unfall oder der Verfall der Kräfte. Eine Lebensversicherung mit zusätzlichem Schutz bei Berufsunfähigkeit sichert die eigene Familie sowohl für den Fall des Todes als auch bei Berufsunfähigkeit des Hauptverdieners finanziell ab. 

Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine der wichtigsten Schutz-Leistungen, die Versicherungen berufstätigen Menschen anbieten. Gerade am Anfang des Berufslebens sind die staatlichen Leistungen sehr gering, wenn man aus gesundheiltichen Gründen den Beruf nicht mehr ausüben kann.Doch auch später ändert sich daran kaum etwas. Die Folge ist dann häufig eine ernste, finanzielle Notlage für den Betroffenen. 

Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung sichert den Versicherten mit einer vertraglich vereinbarten monatlichen Rente ab, wenn wegen einer Krankheit oder eines Unfalls eine Berufsunfähigkeit von mindestens 50 Prozent festgestellt wird. Bestehen die Voraussetzungen für die vollständige oder teilweise Berufsunfähigkeit mindestens sechs Monate lang ununterbrochen, ist das der Beleg für eine vollständige oder teilweise Berufsunfähigkeit. Manche Tarife zahlen die Rente auch rückwirkend für die Zeit bis zu dieser Feststellung.

Übrigens: Auch, wenn Sie mindestens unter die Pflegestufe 1 fallen, gelten Sie häufig als berufsunfähig. Ganz genau regelt das der individuelle Vertrag. 

Besteuerung von Renten aus Lebensversicherungen

Viele Menschen entscheiden sich gegen eine Einmalzahlung nach dem Ablauf einer Lebensversicherung oder haben bereits von Anfang an die Zahlung einer monatlichen Rente im Blick gehabt. Auch für diese Art der Auszahlung gibt es wieder besondere Steuerregeln: vereinfacht gesagt wird lediglich ein pauschalierter Ertragsanteil mit Ihrem persönlichen Steuersatz versteuert. Und der ist nur ein kleiner Teil der monatliche Gesamtsumme, die sich nach dem Alter des Versicherten zu Beginn der Rentenzahlung rechnet. Je jünger Sie zu Beginn der Rentenzahlung sind, umso höher ist die Steuerlast.

Betriebliche Altersversorgung

Ein guter Arbeitgeber zahlt oft bedeutend mehr als nur den Lohn und die normalen Sozialabgaben. Zum Schutz vor Altersarmut ist auch die Betriebliche Altersversorgung eine tragende Säule geworden. Diese Versorgungsleistung wird oft auch Betriebsrente genannt. Darunter sind alle finanziellen Leistungen zu verstehen, die Ihr Arbeitgeber Ihnen gewährt, um für das Alter vorzusorgen, aber auch bei einem vorzeitigen Tod, Invalidität, Erwerbs- oder Berufsunfähigkeit des Beschäftigten die Hinterbliebenen abzusichern. Meist sind diese Leistungen mit einer Versicherung verbunden, die oft besonders günstig ist, da sie für eine große Zahl an Beschäftigten innerhalb der Belegschaft abgeschlossen wird.

Bewertungsreserven

Gerade Lebensversicherungen müssen für einen sehr langen Zeitraum das Geld Ihrer Versicherten klug anlegen, um am Ende der Vertragslaufzeiten die Rente oder das Kapital verlässlich auszuzahlen. Dabei sind bestimmte Bestandteile der Zahlungen in ihrer Höhe garantiert, manche Komponenten können aber während der Laufzeit auch schwanken. Das gilt gerade für Geld, welches am Kapitalmarkt angelegt ist. Darum bilden Versicherungen Bewertungsreserven für den Vertrag des Versicherten. Bewertungsreserven sind praktisch die Differenz zwischen dem aktuellen Marktpreis der Kapitalanlagen und dem ursprünglichen Kaufpreis. Bei Rentenbeginn prüft der Versicherer die Höhe der Bewertungsreserven innerhalb der Kapitalanlagen, um einen Anteil davon auch im Rahmen der individuellen Überschussbeteiligung des Versicherten auszuzahlen. Sozusagen als Sahnehäubchen auf die garantierten Leistungen der Versicherungspolice. 

Bezugsberechtigter

In Versicherungsverträgen kann die Person, die den Vertrag abschließt (Versicherungsnehmer) von der Person, welche die Leistungen erhält, abweichen. So kann der Versicherungsnehmer z.B. in einem Lebensversicherungsvertrag eine beliebige Person als Bezugsberechtigten benennen, so dass dieser später die versicherte Leistung erhält. Bei steuerlich geförderten Verträgen verlangt der Staat allerdings, dass nur Personen benannt werden, die dem Versicherungsnehmer nahestehen.

Bezugsrecht

Wer seine Angehörigen für den Fall des eigenen Todes absichern will, schließt am besten eine Risiko- oder Kapital-Lebensversicherung ab. Diese zahlt bei Tod des Versicherten eine vereinbarte Summe an denjenigen, den der Versicherungsnehmer als bezugsberechtigte Person bestimmt hat. Das Bezugsrecht kann aber auch auf den Versicherungsnehmer selbst lauten - zum Beispiel, wenn er den Ablauf seiner Kapital-Lebensversicherung erlebt und die Leistung aus der Versicherung selbst beziehen möchte. Er räumt also für sich selbst das Bezugsrecht ein.

In der Regel kann der Versicherungsnehmer das Bezugsrecht jederzeit auch wieder ändern. Wer nach einer Scheidung wieder heiratet, möchte dann vielleicht den neuen Ehepartner bedenken. Solche Änderungen des Bezugsrechts sind beliebig oft möglich. Der Bezugsberechtigte ist übrigens nicht der Inhaber der Versicherungspolice: Allein der Versicherungsnehmer behält alle Rechte und Pflichten aus dem Vertrag. Das ist wichtig, weil er damit völlig frei Ansprüche aus der Versicherung an einen Dritten -  etwa an eine Bank - verpfänden oder alle Rechte aus dem Vertrag abtreten kann. 

Bonussystem in der Lebensversicherung

Wer gut wirtschaftet und von wirtschaftlichen Schicksalsschlägen verschont bleibt, der kann Jahr für Jahr einen Zuwachs seines Vermögens erzielen -  und andere daran beteiligen. So einen Bonus zahlen viele erfolgreiche Unternehmen ihren Arbeitnehmern. Bei Renten- oder Lebensversicherungen ist der Bonus sogar ein klar geregelter Bestandteil des Vertrages. Die Berechnung erfolgt natürlich je nach wirtschaftlichem Erfolg in einem Jahr und in unterschiedlicher Höhe. Ein Teil des erzielten Überschusses der Gesellschaft erhöht beim Bonussystem die Versicherungsleistungen. Das geschieht, indem der Überschussanteil als Deckungskapital in eine zusätzliche beitragsfreie Versicherung einfließt. Der Schutz wird also automatisch höher durch diesen Bonus. Läuft die Versicherung aus oder wird wegen eines Versicherungsfalles ausgezahlt, dann erhält der Kunde die ursprünglich vereinbarte Leistung plus die Boni. Auch beim Rückkauf der Versicherung zählen die Boni mit.

Wichtig: Weil der Bonus die Gesamtleistung erhöht, ist auch dieser Anteil an der Gesamtleistung wieder berechtigt für weitere Boni. Der jährliche Überschussanteil wird also größer.

C

D

Das Hybrid-Modell der Bayerischen

Dauerzulagenantrag

Die Riester-Rente ist viel besser als ihr Ruf - vor allem für Familien mit Kindern. Denn da legt der Staat durch seine Förderungen jahrzehntelang den Rendite-Turbo gratis drauf.

Aber Achtung: Wer diese Zulagen für eine Riester-Rente bekommen möchte, muss die staatliche Förderung auch beantragen. Auch da helfen gute Versicherer -  mit einem Dauerzulagenantrag. So brauchen Sie als Versicherungskunde die Förderung nicht Jahr für Jahr immer neu beantragen. Alle Zulagen werden mit diesem Antrag für die ganze Dauer der Ansparphase ganz automatisch beantragt. Zu beachten ist dabei nur, dass Änderungen der Familienverhältnisse gemeldet werden müssen, wenn sie einen Einfluss auf den Zuschuss haben. Das kann etwa ein neues Kind in der Familie sein oder eine Gehaltserhöhung. Ändert sich nichts großartiges, bleibt der Dauerzulagenantrag ganz bequem bestehen.

Direktgutschrift

Erfolgreiche Lebensversicherungsunternehmen erwirtschafteten Jahr für Jahr mit dem angelegten Geld durch kluge und risikoarme Anlagen Überschüsse. Die sollen natürlich auch nach Jahrzehnten noch unabhängig von Kosten, Wirtschaftslage oder Zinsentwicklungen eine sichere Versorgung gewährleisten. Darum werden diese Überschüsse zum größten Teil der sogenannten Rückstellung für Beitragsrückerstattung zugeführt. In    der Auszahlungsphase bekommt der Kunde daraus seine individuellen
Überschussanteile. Es gibt aber auch zuweilen einen weiteren Teil des Überschusses, der den Versicherungsnehmern sofort gutgeschrieben wird -  das sind die sogenannten Direktgutschriften. In Ihren Standmitteilungen werden Sie darüber jährlich genau informiert.

Doppelversicherung

Doppelt hält besser? Das ist bei Versicherungen nicht automatisch so -  es kann sogar zu Problemen führen. Wenn ein Risiko durch zwei unterschiedliche Policen, vielleicht sogar bei verschiedenen Versicherungen abgesichert wird, nennt man das Doppelversicherung. Sind es sogar mehr als zwei, sprechen die Experten von Mehrfachversicherung. Wie kann es dazu kommen? Ein Beispiel ist der Schutz gegen einen Einbruch über zwei verschiedene Hausratversicherungen, wie sie oft jung Verheiratete in die Ehe mitbringen. Im Schadenfall bekommen die Versicherungskunden natürlich nur eine Entschädigung aus einem der Verträge -  auch wenn Betrüger manchmal versuchen, sich mehrmals die entstandenen Schäden zurückerstatten zu lassen.

Doppelt kann aber auch besser sein -  zum Beispiel bei der Lebensversicherung. Hier ist etwa bei steigendem Einkommen oder mehr Absicherungsbedarf in der Familie steigender Schutz über zusätzliche Verträge durchaus sinnvoll. Sie müssen aber den neuen Versicherer auf bestehende Verträge hinweisen. Sind Sie sich nicht ganz klar, ob eine unsinnige Doppelversicherung vorliegt? Ein umfassender Check aller Verträge ist von Zeit zu Zeit sehr wichtig. Gute Unternehmen bieten solche Prüfungen an.

Dynamik

Was heute viel wert ist, das kann morgen schon nicht mehr ausreichen -  vor allem beim Geld ist das so. Schließlich wird das Leben teurer - und wer nicht mit steigenden Einnahmen etwa durch mehr Lohn dagegen halten kann, der muss sich bescheiden. Es sei denn, er hat sich dynamisch versichert.
In der Lebensversicherung etwa werden meist Beiträge und Versicherungssumme regelmäßig erhöht. Der Maßstab dabei ist in der Regel die Steigerung des Höchstbeitrags in der gesetzlichen Rentenversicherung, mindestens sind es aber jährlich fünf Prozent. So schlagen klug Versicherte im Alter der Inflation ein Schnippchen.Auch In der Unfallversicherung werden Beiträge und Versicherungssumme nach dem gleichen Maßstab erhöht. Die Leistungen für Bergungskosten und kosmetische Operationen werden dagegen nicht dynamisch angepasst.

E

Erhöhungsoption

Das ist eine wichtige Klausel in guten Versicherungsverträgen. Mit einer bereits bei Abschluss vereinbarten Erhöhungsoption können Sie Ihren Schutz erhöhen, ohne noch einmal das vollständige Abschluss-Procedere durchlaufen zu müssen. Wenn Sie zum Beispiel heiraten, Kinder bekommen oder sich selbständig machen, können Sie mit dieser Option Ihren Schutz sogar maximal verdoppeln, ohne eine neue Gesundheitsprüfung zu durchlaufen. Das kann über die Laufzeit viele tausend Euro an Beiträgen sparen.

Erlebensfallsumme

Eine Lebensversicherung soll Angehörige absichern, falls der Versicherte vor deren Ablauf verstirbt. Die Erlebensfallsumme wird aber für die Versicherten selbst wichtig, wenn sie bei Ablauf noch leben. Eine Erlebensfallversicherung sieht dann nämlich vor, dass der Versicherungsnehmer zum vereinbarten Zeitpunkt (dem sogenannten Endalter) diese Erlebensfallsumme von der Versicherung erhält.

Erweiterte Deckung

Hier werden Gefahren abgesichert, welche die Feuerversicherung nicht deckt: Politische Risiken (Aussperrung, böswillige Beschädigungen, innere Unruhen, Streik), Fahrzeuganprall, Rauch und Überdruckschallwellen.

Europäischer Unfallbericht

Versicherungen stehen oft zu Unrecht im Ruf, komplizierte Formulare zu haben. Im Gegenteil erleichtern sie Ihnen sogar oft den Stress im Schadensfall erheblich, indem sie gemeinsame Formulare erarbeiten. Das bekannteste ist wohl der Europäische Unfallbericht. Damit erleichtern die Unternehmen auf dem ganzen Kontinent Urlaubern oder anderen Auslandsreisenden bei einem Unfall erheblich die Abwicklung, weil das Schadensformular überall gleich aufgebaut ist und es zudem Ausfüllhilfen in allen wesentlichen Sprachen gibt. So können auch Unfallbeteiligte leicht einen Bericht zur Schadenregulierung ausfüllen, obwohl sie gar nicht dieselbe Sprache sprechen.

F

Fahrlässig, grob

Achtung, Achtung! das ist einer der wichtigsten Begriffe bei der Schadenregulierung im Versicherungswesen. Wer grob fahrlässig handelt, hat es schwer, einen Schaden ersetzt zu bekommen. Dabei gibt es zwei wesentliche Bereiche, bei denen Sie die Regeln kennensollten - die Hausrat- und Wohngebäudeversicherung sowie den Kraftfahrzeugschutz. Wenn Sie zum Beispiel im Auto ohne Freisprecheinrichtung telefonieren oder leicht alkoholisiert sind, werden Sie bei einem Unfall eine Mitschuld bekommen - auch, wenn der Gegner von links kam und die Vorfahrt missachtet hat. Ihr Verhalten war womöglich grob fahrlässig -  und auch der Versicherer wird darum eventuell nicht Ihren kompletten Schaden übernehmen. Ähnlich sieht es beispielsweise aus, wenn Sie in den Urlaub fahren und ein Dachfenster gekippt gelassen haben; regnet es dann herein oder wird eingebrochen, kann der Versicherer bei einem Teil der Schäden die Regulierung verweigern. Wer grob fahrlässig handelt, ist eben mitschuldig -  oder manchmal gar alleine schuld.

Fahrradversicherung

Der Drahtesel ist nur noch selten aus billigem Metall: Viele Menschen besitzen sehr teure Fahrräder, gerade wegen der enormen Verbreitung von Pedelecs mit Elektroantrieb oder Renn- und Mountainbikes. Diese edlen Gefährte verdienen einen eigenen Versicherungsschutz: die Fahrrad-/E-Bike-Versicherung. Dabei werden Beschädigungen des versicherten Fahrrades oder gar der Totalverlust abgesichert, die durch Raub, Verwechslung, Unterschlagung, Brand, Diebstahl, Blitzschlag oder Unfälle entstehen können. Den Versicherungsschutz können Sie dabei genau auf einzelne Komponenten rund um das Gefährt zuschneiden.

Auch die normale Hausratversicherung schützt Ihre Fahrräder/Bikes - allerdings zum Beispiel bei Diebstahl nur, wenn das Rad aus einem verschlossenen Keller, Fahrradkeller oder der Wohnung geklaut wurde. Wer auch anderswo etwa gegen Diebstahl abgesichert sein möchte, braucht zumindest eine Zusatzklausel in seiner Hausratversicherung.

Feuerrohbauversicherung

Ganz schön langes Wort -  aber auch ein wichtiges für alle Häuslebauer. Denn jeder Bauherr muss bereits seinen Rohbau gegen die Schäden durch Brand, Blitzschlag oder eine Explosion auf der Baustelle versichern. Vergessen können Sie den Schutz aber in der Regel ohnehin nicht. Denn wer ein Baudarlehen von seiner Hausbank möchte, muss dazu fast immer diese Versicherung vorweisen. Wer auf Nummer sicher gehen will (bei der größten Investition, die die meisten Menschen im Lauf ihres Lebens tätigen), der sollte bereits bei Baubeginn eine Wohngebäudeversicherung abschließen. Dabei ist die Feuerversicherung für den Rohbau in der Regel eingeschlossen.

Forderungsausfalldeckung

Bei dieser Zusatzleistung innerhalb der Jagdhaftpflicht werden Kosten für Schäden übernommen, die ein Dritter dem Versicherten zufügt. Normalerweise müsste die Jagdhaftpflichtversicherung des Verursachers für die Schadensersatzforderungen aufkommen. Sollte der aber nicht selbst über einen Versicherungsschutz verfügen oder für den Schaden aufkommen können, greift die Ausfalldeckung.

Die Forderungsausfalldeckung greift dann,

  • wenn der Geschädigte weiß, wer den Schaden verursacht hat.
  • wenn der Verursacher zur Zahlung verurteilt wurde, indem der Versicherte  gerichtlich einen Titel gegen ihn erwirkt hat.
  • wenn für den Schaden keine andere Versicherung aufkommt.

G

Garantiezins

Sich auf seinen Gewinn verlassen zu können, das ist eine feine Sache. Der Garantiezins ist eine Besonderheit bei klassischen Kapital-Lebensversicherungen, die der deutsche Staat festlegt. Unter den Versicherern heißt er auch Höchstrechnungszins. Die Garantie daran ist folgende: Wenn Sie eine solche traditionelle Lebens- oder Rentenversicherung abschließen, bekommen Sie bereits für die gesamte Laufzeit diesen Mindestzins auf Ihr Sparkapital garantiert. Für alle betreffenden Lebensversicherungen mit diesem Schutz wird der Garantiezins verbindlich vom Bundesfinanzministerium fixiert - alle paar Jahre neu, je nachdem wie das allgemeine Niveau europäischer Staatsanleihen in den vergangenen zehn Jahren aussieht. Bei einem neuen Vertrag kann der Garantiezins also niedriger oder höher sein als bei einem zehn Jahre alten. 
Dieser für alle Versicherungen gleiche Garantiezins ist aber nicht die einzige Rendite für Ihre Police. Neben dem Höchstrechnungszins kommt nämlich auch noch die laufende Überschussbeteiligung und bei Ablauf des Vertrages der Schlussüberschuss dazu. Alles zusammen nennt man Gesamtverzinsung.

Gefahrerhöhung

Versicherungen gewähren Ihnen eine Leistung, falls ein dort abgesicherter Schaden eintritt; dazu müssen die Unternehmen natürlich kalkulieren, wie wahrscheinlich so ein Schaden ist. Denn sonst würden sie ja womöglich hohe Verluste machen, die alle Versicherte wieder über verteuerte Policen mitbezahlen müssen. Darum brauchen sie realistische Fakten, um Ihr individuelles Risiko versichern zu können. Die Gefahren eines Schadens können sich aber erhöhen - zum Beispiel, weil Sie in Ihr  Wohnhaus nach dem Vertragsabschluss eine Werkstatt Ihres Handwerksunternehmens eingebaut haben. Solche Gefahrenerhöhungen in der Wohngebäude- und Hausratversicherung müssen Sie Ihrem Versicherer melden, damit er auf dieser Basis den Preis neu berechnen kann, dem die Sachwerte Ihres Hauses ausgesetzt sind. Schweigen kann da fatal sein. Denn haben Sie eine Gefahrenerhöhung nicht gemeldet, dann darf der Versicherer Leistungen in einem Schadenfall kürzen oder im Extremfall die komplette Zahlung verweigern.

Gefährdungshaftung

Haben Sie einen Dackel, der Sie gut beschützt? Lieben Sie das Mountainbiken oder Tauchen? Oder fahren Sie viel mit dem Auto? Dann spielt der Begriff der Gefährdungshaftung für Sie eine Rolle bei der Versicherung. Denn von einer großen Zahl durchaus erlaubter Tätigkeiten oder Besitze geht ganz einfach schon durch die Existenz eine gewisse statistisch erfassbare Gefährdung für die Umgebung aus. Dackelhalter haben eben im Schnitt mehr mit Schäden durch Bisse zu tun als Besitzer von Zierfischen. Liegt eine solche Gefährdungshaftung vor, dann werden Sie als Träger dieses Risikos auch für Schäden durch den Hund haften müssen, obwohl Sie gar nicht am Schaden mitgewirkt oder ihn direkt verursacht haben.

Gesamtverzinsung

Wenn Sie nach dem Ablauf einer Kapital-Lebensversicherung Geld von Ihrem Versicherer bekommen, erhalten Sie das eingezahlte Kapital und eine Rendite. Diese Gesamtverzinsung besteht in aller Regel aus drei Teilen: Dem Garantiezins, der laufenden Überschussbeteiligung und dem Schlussüberschuss. Wie hoch die beiden letztgenannten Teile der Gesamtverzinsung ausfallen, das kann schwanken. Lediglich der Garantiezins steht bereits für die ganze Laufzeit bei Vertragsabschluss fest.

Grüne Karte

Wer in den Urlaub mit seinem Auto ins Ausland fährt, der sollte immer seine “Internationale Versicherungskarte für den Kraftverkehr” dabeihaben. Die kennen Sie gar nicht? Wahrscheinlich deswegen, weil der Begriff “Grüne Karte” viel verbreiteter ist. Unter dieser Bescheinigung versteht man in der Versicherungsbranche den Schutz in der Kfz-Haftpflichtversicherung, die den Bestimmungen des jeweiligen Gastlandes entspricht. Zudem stehen in der Grünen Karte die wichtigsten Angaben über Sie als Halter, Ihr Auto und die Versicherung, bei der Sie das Fahrzeug abgesichert haben. Auf der Rückseite der Grünen Karte steht auch noch detailliert, in welchen Ländern sie gilt. Und was kostet die internationale Bescheinigung? Nichts. Ihr Versicherer gibt Sie Ihnen zur Haftpflicht kostenlos dazu.

H

Haftpflicht

Wer einem anderen schadet, der muss diesen Schaden ersetzen. Das ist in jedem Land der Welt Gesetz. In Deutschland ist die sogenannte Haftpflicht im Bürgerlichen Gesetzbuch verankert. Da steht in Paragraph 823, Absatz 1 genau, welche Schäden vom Verursacher ersetzt werden müssen: Schäden am Leben, dem Körper, der Gesundheit, Freiheit, Eigentum oder einem sonstigen Recht. Diese Schäden können vorsätzlich oder fahrlässig entstanden sein. Für den Schadenersatz gibt der Gesetzgeber keine Höhe vor. Gerichte können also auch Schadenersatz in Höhe von vielen Millionen verhängen. Auch darum ist eine der wichtigsten Versicherungen die Haftpflichtversicherung.

Haftpflichtversicherung

Wer für sich und seine Familie eine ­Haftpflichtversicherung abschließt, schützt sich so vor Schadenersatzansprüchen anderer. Solche Kosten können entstehen, weil Sie einen Gegenstand beschädigt oder zerstört haben. Ebenfalls ist es möglich, dass eine verletzte oder gar getötete Person Behandlung, Verdienstausfall, Schmerzensgeld, Rente oder andere Folgeschäden geltend macht. Dies gilt auch für viele andere Fälle, die im Versicherungsvertrag beschrieben sind. Wenn Sie einen Schaden verursacht haben, übernimmt dann die Versicherung die Kosten dafür. Im Schritt vorher prüft die Versicherung, ob Sie überhaupt verantwortlich sind und bis zu welcher Höhe. Neben allgemeinen Haftpflichtversicherungen für die häufigsten Lebensrisiken gibt es auch spezielle Haftplichtversicherungen, die für die Betroffenen ebenso wichtig sind: zum Beispiel die Kfz-Haftpflichtversicherung, die Haus­- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung oder Berufshaftpflichtversicherungen.
 

Hagelschäden

Aua! Wer schon einmal ein dickes Hagelkorn abbekommen hat, der weiß, welche Wucht darin steckt. Die eisigen Bälle können richtig schlimme Schäden an Ihrem Hab und Gut verursachen. Gut, wenn Sie dann versichert sind. Je nach Ort des Hagelschadens sind verschiedene Versicherungspolicen für Ihre Absicherung zuständig: 
●    Die Hausratversicherung zahlt, wenn Ihr Wohnungsinventar betroffen ist.
●    Die Wohngebäudeversicherung springt ein, wenn das Gebäude selbst beschädigt wird.
●    Die Kaskoversicherung leistet Schadenersatz am Auto.
●    Sind Sie Landwirt? Dort sind Hagelschäden oft besonders schlimm. Darum gibt es in der Landwirtschaft eine spezielle Hagelversicherung.
 

Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung

Ist Ihr Haus noch gar nicht fertig gebaut? Auch dann können schon teure Schäden auftreten - oder sogar gerade dann: Wenn etwa ein Nachbar auf dem durch Kies von der Baustelle rutschigen Bürgersteig vor dem Haus ausrutscht und sich verletzt. Darum benötigen Sie lange vor dem Einzug bereits eine Haus und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung. Übrigens: Wenn Sie Ihre Immobilie nicht selbst bewohnen, ist diese Versicherung auch sehr wichtig. Denn auch als Vermieter sind Sie der Eigentümer - und darum dafür verantwortlich, dass kein Dritter Schaden nimmt.

Hotelkosten

Ein längerer Aufenthalt in einem Hotel ist nicht immer mit Urlaub oder Beruf verbunden. Manchmal kann auch nach einem großen Wasserschaden oder einem Brand Ihre Wohnung zeitweilig unbewohnbar sein. In solche einem Versicherungsfall übernimmt die Hausratversicherung die Kosten für ein Hotel oder eine ähnliche Unterkunft, wenn der ganze Wohnraum nicht zu nutzen ist oder der noch bewohnbare Teil Ihnen nicht zumutbar ist - zum Beispiel, weil es dort keine nutzbare Toilette gibt.

Hundehalter-Haftpflichtversicherung

Ein paar Mal im Jahr ist ja in den Zeitungen von schlimmen Verletzungen zu lesen, die Kampfhunde Fremden zugefügt haben. Aber auch der süße Pudel oder putzige Dackel kann große Schäden verursachen. Wenn der Hund etwa vor erschrecken ein Kind beißt oder die teure Vase umstößt, dann müssen die Hundehalter natürlich zahlen. Und das kann in manchen Fällen sehr teuer werden, weil Sie als Halter mit Ihrem kompletten Vermögen in unbegrenzter Höhe für Schäden und die Folgen zahlen. grundsätzlich unterliegen Hundehalter der Gefährdungshaftung - sie sind also ganz unabhängig vom eigenem Verschulden für das Fehlverhalten des Hundes verantwortlich. Gegen diesen Fall hilft nur die Hundehalter- Haftpflichtversicherung. Sie übernimmt die Kosten für den Schaden in diesen Fällen:

  • Bei allen Sachschäden wie der teuren Vase oder dem Teppich, den Ihr Wauzi zerstört hat
  • Bei allen Personenschäden wie Behandlungskosten, Schmerzensgeld oder Hilfsmittel
  • Bei allen Vermögensschäden, die dem Sach- oder Personenschaden folgen. Das kann zum Beispiel ein Verdienstausfall sein, wenn ein Opfer länger seinen Beruf nicht ausüben kann.

Übrigens: Die Bundesländer Hamburg, Thüringen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Berlin verlangen von allen Hundehaltern grundsätzlich den Abschluss dieser Haftpflichtversicherung.

Höchstrechnungszins

I

Invalidität in der Sachversicherung

Wenn ein Mensch in Folge eines Unfalls seine körperliche oder geistige Leistungsfähigkeit auch noch nach einem Jahr ganz oder zum Teil verliert, dann gilt er als invalide. Mit einer privaten Unfallversicherung können Sie sich gegen die finanziellen Folgen einer Invalidität schützen - etwa durch eine Invaliditätssumme oder eine Unfall-Rente. Auch die Höhe der Leistungen kann individuell vereinbart werden.

J

Jagdhaftpflichtversicherung

Jagen ist gefährlich - nicht nur für die Tiere. Darum sind Jäger verpflichtet eine spezielle Haftpflichtversicherung abzuschließen. Während der Pirsch kommt diese für damit verbundene Schäden an Personen-, Sachen- oder Vermögen auf. Sachen können übrigens auch versicherungstechnisch die Hunde anderer Jäger sein.

Besonders wichtig: Durch die Jagdhaftpflicht-Police sind gerade auch Schäden abgesichert, die mit dem Einsatz von Schusswaffen und den eigenen Jagdhunden zusammenhängen.

Jagdliche Einrichtungen

Das können z. B. Hochsitze sein. Wenn ein Mensch etwa durch herabfallende Teile verletzt wird, gilt die Haftpflicht

K

Kapitalabfindung in der Leibrentenversicherung

Bei den meisten Lebensversicherungen können Sie entscheiden, ob die vereinbarte Endsumme in einem Schlag als Kapitalabfindung gezahlt wird oder als meist lebenslange Rente. Steuerlich kann das einen großen Unterschied ausmachen. Das Wahlrecht über die Variante können Sie aber  nur innerhalb bestimmter Fristen ausüben. Wird die Kapitalabfindung ausgezahlt, dann erlischt der Vertrag.

Kapitalanlagen

Wie kann eigentlich meine Versicherung einen großen Haftpflichtschaden bezahlen, obwohl ich gerade erst ein Jahr kleine Beiträge geleistet habe? Dazu müssen die Versicherer die Möglichkeit von Schäden aller Kunden klug kalkulieren, gut wirtschaften und das eingesammelte Geld aus den Beiträgen anlegen, damit es sich vermehren kann. Zum Beispiel, um damit auch die Zinsen bei Kapital-Lebensversicherungen am Ende wieder nach einem verlässlichen Schlüssel auszuzahlen. Diese Kapitalanlagen unterliegen strengen Auflagen, denn die Kunden sollen ja sicher ihre Leistungen erhalten. Das Versicherungsaufsichtsgesetz schreibt genau vor, wie das Kapital der Versicherten sicher und rentabel angelegt werden darf - auch, um jederzeit etwa bei großen Versicherungsfällen etwa nach einer Naturkatastrophe finanziell flüssig zu sein. Zudem erwirtschaften die Versicherungen auch wieder eigene Mittel. Und die müssen nach einem genauen Schlüssel auch wieder als Sicherheit gegenüber den Anlagen zur Verfügung stehen - je höher das ohnehin stark begrenzte Risiko eines Investments der Versicherungsgesellschaft, desto höher müssen auch die dafür hinterlegten Eigenmittel sein. Auch hier sind die Regeln vom Staat ganz genau in den Anforderungen nach dem sogenannten Solvency-II-Programm vorgeschrieben. Für die Kapitalanlagen der Versicherer gilt also, was ohnehin der Unternehmenszweck ist: Sie sind eine sichere Sache. Garantiert.

Kapitalertragsteuer

Wer Kapital-Lebensversicherungen, Rentenversicherungen und fondsgebundene Lebensversicherungen lang genug hält, der wird steuerlich begünstigt. Er sorgt ja nichtspekulativ für sein Alter vor. Hält er sich aber nicht an die dafür geschaffenen Voraussetzungen des Einkommensteuergesetzes, sind die Zinserträge kapitalertragsteuerpflichtig. Zur Zeit beträgt die Kapitalertragsteuer 25 Prozent, eventuell noch plus Solidaritätszuschlag.

Kapitalversicherung auf Tod und Erleben (gemischte Kapital-Lebensversicherung)

Das ist die klassische Lebensversicherung. Sie kümmert sich sowohl um den Aufbau einer eigenen Altersversorgung für den Erlebensfall als auch um die wirtschaftliche Versorgung der Angehörigen im Todesfall des Versorgers.

Kapitalversicherung mit festem Auszahlungstermin

Auch das ist eine klassische Versicherungsvariante: eine Lebensversicherung mit festem Auszahlungstermin, der bei Vertragsabschluss festgelegt wird. Stirbt der Versicherte vorher, müssen bis zur Fälligkeit der Versicherung keine Beiträge mehr gezahlt werden - die Angehörigen bekommen aber die Summe aus dem Todesfallschutz. Diese Versicherung wird manchmal auch als Termfix-Versicherung bezeichnet.

Karenzzeit

Wenn die Versicherung etwa in einem Krankheitsfall sofort zahlt, kann das sehr wünschenswert sein - etwa bei einem Freiberufler. Es ist aber natürlich auch ein wenig teurer, als wenn die Zahlung erst nach ein paar Wochen beginnt. Darum wählen viele Kunden in solch einem Fall gern eine Karenzzeit. Im Versicherungsfall verzögert sich der Beginn der Leistung dann um die gewählte Dauer. Das ist nicht nur sinnvoll, weil die Police damit billiger wird. Vielleicht wollen Sie ja nur wirklich lange Ausfälle absichern, weil Sie für kurze Krankheit genug eigene Ersparnisse haben. Oder Ihr Arbeitgeber gibt Ihnen eine Lohnfortzahlung, so dass Sie die sofortige Leistung gar nicht benötigen. Dafür vereinbaren Sie die passgenaue Karenzzeit.

Kaskoversicherung

Es ist der Klassiker unter den Versicherungen - und schon fast sprichwörtlich: die Kaskoversicherung als Zusatz zur gesetzlichen Mindestsicherung einer Kfz-Haftpflicht. Die deckt nämlich nur Schäden am fremden Fahrzeug ab. Wollen Sie Ihr wertvolles eigenes Auto absichern, dann ist die Kaskoversicherung angesagt. Die gibt es in zwei Varianten:

  • Die Teilkaskoversicherung zahlt bei Diebstahl von teuren Navis oder Infotainmentsystemen. Auch der Diebstahl des ganzen Autos oder Unwetterschäden sind damit abgedeckt.
  • Bei der Vollkaskoversicherung geht es über diese Leistungen hinaus (die natürlich dort alle enthalten sind): Schäden am eigenen Auto durch einen Unfall, an dem Sie schuld sind, werden damit beglichen - und auch der leider immer öfter auftretende Vandalismus ist mit der Vollkasko abgesichert.

Übrigens: Eine Kaskoversicherung gibt es nicht nur für Autos - auch der Privatflieger, das Hausboot oder Motorrad kann so versichert werden.

Kfz-Sonderzubehör

Wir versichern folgende Teile in Abhängigkeit vom Neuwert:

  • Radio- und sonstige Audiosysteme, Video-, technische Kommunikations- und Leitsysteme (z. B. fest eingebaute Navigationssysteme)
  • Zugelassene Veränderungen an Fahrwerk, Triebwerk, Auspuff, Innenraum oder Karosserie (Tuning), die Motorleistung, Motordrehmoment oder Fahrverhalten verbessern oder zu einer Wertsteigerung des Fahrzeugs führen
  • Individuell für das Fahrzeug angefertigte Sonderlackierungen und -beschriftungen sowie besondere Oberflächenbehandlungen

Kündigung

Die Laufzeit von Versicherungsverträgen ist sehr unterschiedlich - Kfz-Versicherungen werden meist für ein Jahr abgeschlossen und laufen automatisch weiter, wenn sie nicht gekündigt werden. Vorsorgeverträge wie etwa eine Renten- oder Kapital-Lebensversicherung werden dagegen auf lange Zeit abgeschlossen. Dennoch sind auch solche langfristigen Verträge wie alle anderen kündbar.

Mit der Kündigung wird das Rechtsverhältnis zwischen dem Versicherten und der Versicherungsgesellschaft aufgelöst. Die Rechte auf Schutz und Pflichten zur Beitragszahlung erlöschen danach. 

Eine ordentliche Kündigung können die Versicherten in Schriftform aussprechen - zu dem Zeitpunkt, der in den Versicherungsbedingungen unter dem Punkt "Kündigung" genannt ist. Bei den Sachversicherungen beträgt die Kündigungsfrist meist drei Monate, bei der Kfz-Versicherung nur einen Monat vor dem Ende des Versicherungsjahres.

Auch bei Lebensversicherungen sind Kündigungen mit dem Ende der gerade laufenden Versicherungsperiode möglich - je nach Zahlungsweise also nach einem Monat, viertel, halben oder ganzem Jahr. 

Eine außerordentliche Kündigung ist immer dann möglich, wenn sich etwas Außergewöhnliches ereignet - also wenn z.B. ein Schaden aufgetreten ist, das versicherte Risiko (etwa in der Hundehalterhaftpflicht) nicht mehr existiert oder eine Erhöhung der Prämie bei gleichbleibender Leistung angekündigt wurde.

Manchmal ist es aber günstiger, einen Vertrag beitragsfrei ruhen zu lassen als ihn gleich zu kündigen. Lassen Sie daher z.B. durch Ihren Versicherungsberater prüfen, ob es zu steuerlichen Belastungen kommen kann oder auf wieviel Kapital- oder andere Leistungen Sie damit verzichten. Auch der Wechsel zu einem anderen Versicherungsunternehmen kann sich als nachteilig herausstellen, wenn ein höheres Eintrittsalter zu höheren Beiträgen führt oder bestimmte Leistungen aufgrund der Gesundheitsprüfung ausgeschlossen werden. 
 

L

Lebenserwartung

Das ist ein Thema, über das eigentlich niemand gerne redet … aber verantwortungsbewusste Versicherungen kommen daran nicht vorbei. Denn sie müssen ja kalkulieren, wie hoch die Beiträge eines Kunden etwa in der Lebens- oder Rentenversicherung sein müssen. Würden sie dabei in einer Vielzahl von Verträgen hohe Verluste machen, dann müssten das ja alle neuen Versicherten mitbezahlen. Darum berechnen die Unternehmen, wie hoch die Lebenserwartung in einer Vergleichsgruppe mit ähnlichen Rahmenbedingungen sein wird. Das voraussichtliche Alter eines einzelnen Menschen kennt schließlich niemand.

Es wird also statistisch berechnet, wie lang die Lebenszeit sein wird, die ein Kunde im Durchschnitt hat. Zu diesem Zweck arbeiten sie daher mit sogenannten Generationensterbetafeln: Dabei ist für jeden einzelnen Geburtsjahrgang angegeben, wie hoch in einem bestimmten Alter die Sterblichkeit ist oder sein wird. So bekommen die Firmen ein realistisches Bild vom durchschnittlichen Risiko, dass in ihren Verträgen eingepreist sein muss.

Die Lebenserwartungen von Frauen und Männern unterscheiden sich dabei in den vergangenen Jahrzehnten deutlich voneinander. Das berechnen die Versicherer ein - ebenso wie das schöne Faktum, dass die Menschen grundsätzlich immer älter werden. Leichtere Arbeit, bessere Medizin und steigender Wohlstand sind die entscheidenden Faktoren dafür, dass die Lebenserwartung immer höher wird.

Lebensversicherung

Es kann ganz schön unangenehm werden, wenn im Alter noch viel Leben übrig ist - aber kein Geld mehr. Noch schlimmer ist es aber, wenn die Menschen nicht so alt werden wie erhofft - oder schwer krank - und die Angehörigen fast mittellos dastehen. Um dieses Schicksal zu vermeiden, setzen viele Millionen Menschen auf eine Lebensversicherung, kurz LV.

Eigentlich bezeichnet dieser Begriff eine ganze Klasse von Versicherungen. Gemeinsam haben sie aus der Sicht der Unternehmen, dass damit “biometrische Risiken” der bei ihnen Versicherten abgesichert werden. Tod, schwere Krankheit und Berufsunfähigkeit oder eben das ganz am Anfang genannte Langlebigkeits-Risiko. Natürlich lässt sich nicht jedes Risiko mit der gleichen Art von Lebensversicherung absichern - die wichtigsten Arten sind:
 

  • Die Kapitallebensversicherung: Mit dieser Police sparen Sie gleichzeitig eine substanzielle Summe, mit der Sie später Ihre Rente deutlich aufbessern können. Zugleich sind aber auch schon kurz nach dem Abschluss Ihre Angehörigen mit einer großen Summe abgesichert, falls Sie versterben sollten - auch wenn Sie erst wenige Beiträge eingezahlt haben.
  • Die Risikolebensversicherung: Anders als bei der Kapital-LV sparen Sie damit kein Geld an, sichern aber im Todesfall Ihre Hinterbliebenen ab. Die Beiträge sind darum niedriger als bei der Kapital-LV - aber es gibt im Alter auch keine Extra-Rente.
  • Die Berufsunfähigkeitsversicherung: Sie garantiert Ihnen eine monatliche Rente, wenn Sie in ihrem Beruf aus Gesundheitsgründen nicht mehr arbeiten können.
  • Die Riester- oder Basisrente: Das Lebensversicherungen, für die der Staat besondere Sicherungen eingeführt hat - und die er auch als zweite Säule der Altersversorgung fördert. Gerade Familien mit Kindern können hier erhebliche Zuschüsse vom Staat erhalten, die diese Lebensversicherung sehr interessant machen.
  • Andere private Rentenversicherungen: Die werden zwar nicht staatlich gefördert, können aber wegen weniger Anlagebeschränkungen möglicherweise lukrativer sein.
  • Die betriebliche Altersversorgung: Hier gibt es Sammelverträge für die Mitarbeitergruppen, die auch diese Lebensversicherungen sehr lohnenswert machen.

Großer Vorteil aller Lebensversicherungen: Sie können damit schon in jungen Jahren ein großes existenzielles Risiko absichern - und zwar bereits sehr bald nach dem Abschluss. Mit reinem Sparen geht das nicht.
 

Leibrente

Eine sichere private Zusatzzahlung zur gesetzlichen Rente, jeden Monat, ganz gleich, wie alt ich werde: Das garantieren viele private Renten- und Lebensversicherungen. So eine vereinbarte Zahlung nennt man auch Leibrente. Werden die Beiträge dafür über die Jahre eingezahlt, nennen die Versicherungsexperten die Zahlungen am Ende auch eine ”aufgeschobene Leibrente”. Im Gegensatz dazu steht die “sofort beginnende Leibrente” gegen eine - natürlich viel höhere - Einmalzahlung.

 

Leistungsdauer

Eigentlich sagt der Name ja schon, was damit gemeint ist. Aber für welche Versicherung? Es ist eine der wichtigsten, die ein Berufstätiger abschließen sollte, in der die Leistungsdauer eine entscheidende Rolle spielt: die Berufsunfähigkeitsversicherung. Diese Police soll gewährleisten, dass der Versicherte auch dann schon eine anständige Rente bekommt, wenn der Staat nur sehr wenig zahlen würde. Und natürlich sollte diese Berufsunfähigkeitsrente auch so lang Zahlungen leisten, bis das normale Rentenalter und die damit verbundene gesetzliche Rente in Sicht ist. So können schließlich auch Angehörige ein gutes Leben mit gesicherten finanziellen Verhältnissen erwarten. Dieser Zeitraum vom Eintritt einer Berufsunfähigkeit bis zum Ablauf der Versicherung kurz vor der gesetzlichen Rente wird die Leistungsdauer genannt. Versicherung und Kunde vereinbaren sie gemeinsam in den Bedingungen ihres Vertrages. Wichtig: Während der Leistungsdauer müssen Sie natürlich keine Beiträge mehr für Ihre Versicherung zahlen.

Leistungsstaffel

Wer eine Zahnzusatzversicherung abschließt, für den gelten in den ersten Jahren bei fast allen Anbietern Erstattungsgrenzen - sogenannte Leistungsstaffeln. 

Bei der Zusatzversicherung ZAHN gelten folgende Leistungsstaffeln - sie sind übrigens höher als bei vielen anderen Anbietern! Die Höhe der Erstattungen in den ersten Jahren hängt davon ab, wie viele fehlende Zähne Sie haben: 

0-1 fehlender Zahn: Leistungsstaffel 1
1. Kalenderjahr: 1.250 EUR 
1.-2. Kalenderjahr: 2.500 EUR 
1.-3. Kalenderjahr: 3.750 EUR 
1.-4. Kalenderjahr: 5.000 EUR 

2-3 fehlende Zähne: Leistungsstaffel 2
1. Kalenderjahr: 300 EUR 
1.-2. Kalenderjahr: 600 EUR 
1.-3. Kalenderjahr: 900 EUR 
1.-4. Kalenderjahr: 1.200 EUR 

Ab dem fünften Kalenderjahr oder bei Unfällen entfallen diese Begrenzungen. 

M

Mallorca-Police

Da sage noch einer, versicherungsdeutsch sei abstrakt und trocken: Die Mallorca-Police ist der Gegenbeweis. Diese Klausel erweitert ihren Kfz-Schutz um eine Haftpflichtversicherung für Mietfahrzeuge im Ausland. Denn im Fall eines Unfalls mit dem Leihwagen würde die dortige Kfz-Haftpflichtversicherung nur so viel zahlen, wie in der Mindestdeckungssumme des jeweiligen Staates vorgesehen - und das kann je nach Land deutlich weniger als hierzulande sein. Per Mallorca-Police erstreckt sich der Versicherungsschutz bis zur Höhe der Mindestdeckungssummen, die in Deutschland üblich sind.

Massenunfall

Wer etwa am Ende eines Autobahnstaus schon mal den Horror einer Massenkarambolage erleben musste, der will nicht auch noch jahrelang auf das Geld der Versicherung warten. Das könnte aber bei solchen Massenunfällen öfter geschehen, wenn nicht mehr zu ermitteln ist, wer nun eigentlich für wessen Schaden verantwortlich ist - und damit auch: wessen Versicherung.

Deswegen haben sich die Kfz-Versicherer in solchen Fällen auf eine Schadenregulierung geeignet, die viel einfacher und schneller verläuft. Alle Fahrer der Fahrzeuge in so einem Massenunfall wenden sich direkt an ihren eigenen Kfz-Versicherer, und der zahlt alle Schäden an Personen- und Sachen des Fahrers und der Insassen; selbst, wenn der Fahrer nur eine Haftpflichtversicherung hatte.

Fragt sich nur noch, was versicherungstechnisch ein Massenunfall ist? Dafür müssen mindestens 40 Fahrzeuge am gleichen Ort und zur gleichen Zeit in der Karambolage beteiligt sein - nur in ganz verzwickten Fällen reichen sogar 20. Und die Polizei kann nicht feststellen, wer den Unfall eigentlich verursacht hat.

Mehrfachversicherung

Mindestdeckungssumme

Unfälle können sehr teuer werden - etwa, wenn ein Beteiligter auf lebenslange Versorgung angewiesen ist. Um den Großteil der möglichen Schäden abzudecken, hat der Gesetzgeber bei der Kfz-Haftpflichtversicherung darum eine sogenannte Mindestdeckungssumme vorgeschrieben, bis zu der alle angebotenen Policen die Schäden abdecken müssen. Bei Schäden an Personen sind das 7,5 Millionen Euro, bei Sachen 1,12 Millionen Euro und bei Vermögensschäden - etwa in der Folge der beiden anderen Schadenarten - muss der Versicherer eine Mindestdeckungssumme von 50.000 Euro garantieren.

Natürlich dürfen Versicherer auch Verträge mit höheren Garantien anbieten - und über die sogenannte Mallorca-Police diese Mindestdeckungssummen auch auf Leihwagen im Ausland ausdehnen. Besser geht eben immer.

N

Nachgelagerte Besteuerung

Meistens ist es so, dass ein Mensch während seiner Zeit als Berufstätiger höhere Steuern zahlt als im Rentenalter. Darum hat er es natürlich schwerer, etwas zurückzulegen. Eigentlich müsste er aber gerade in diesen Jahren sparen, um im Alter neben der Rente weiteres Vermögen zu haben. Der Staat hilft dabei durch das System der nachgelagerten Besteuerung. Bei bestimmten Sparformen, die auf lange Sicht angelegt sind, bleiben die Beiträge zunächst von Steuern oder Sonderausgabenabzug bei der Berechnung der Einkommensteuer freigestellt. Erst, wenn diese Sparbeträge später ausgezahlt werden, müssen sie voll versteuert werden. Dieses System gilt vor allem für Lebensversicherungen. Bei Riester- und Basisrenten und bei der betrieblichen Altersversorgung wird die nachgelagerte Besteuerung angewendet.

Neuwert

Wer eine Hausratversicherung oder Wohngebäudepolice abschließt, für den sind diese Begriffe besonders wichtig. Unter dem sogenannten Neuwert ist dort nämlich die Summe zu verstehen, die Sie brauchen, um den gleichen Gegenstand noch einmal in einem völlig neuwertigen Zustand zu erwerben. Das bedeutet zum Beispiel bei einem Haus nicht nur den Preis, den die Baustoffe und Materialien jetzt kosten würden, sondern auch die Löhne der Arbeiter und Handwerker, Architekten oder die Preise für Planungen und ähnliches. Der Neuwert ist vor allem dann wichtig, wenn die versicherte Sache weitgehend oder völlig zerstört ist. Davon klar zu unterscheiden ist der Wiederbeschaffungswert - bei dem es nur um einen gleichwertigen Gegenstand geht, der ersetzt wird, wenn der versicherte Gegenstand komplett beschädigt ist. Beim sogenannten Zeitwert wird sogar nur die Summe ersetzt, die die Sache noch wert war, als sie zerstört wurde. Und das kann natürlich bei weitem nicht ausreichen, diese Sache noch einmal zu erwerben. Dafür ist aber eine Police meist auch billiger, die nur den Zeitwert ersetzt.

Neuwertentschädigung

Je nach gewähltem Tarif erhalten Sie bei Verlust oder Zerstörung des Fahrzeugs innerhalb bestimmter Zeiträume den Neupreis erstattet.

O

Ombudsmann

Meist ist der Fall klar im Schadensfall: Sie haben etwas versichert, der Schaden ist entstanden, die Versicherung zahlt. Manchmal sind Versicherung und Kunde aber auch unterschiedlicher Meinung. Damit dann nicht sofort eine rechtliche Auseinandersetzung nötig ist, kann der Kunde sich an einen unabhängigen Schlichter wenden: den Ombudsmann für Versicherungen. Der Name kommt aus Skandinavien, wo solche Regelungen schon lange üblich sind. Er kümmert sich kostenlos darum, in der Beschwerde von Verbrauchern gegen ihre Versicherungsunternehmen zu vermitteln. Liegt der Beschwerdewert bei weniger als 10.000 Euro, dann dieser Ombudsmann den Fall sogar sofort eigenständig entscheiden - und jedes Versicherungsunternehmen muss sich daran halten und zahlen. Wenn der Ombudsmann entscheidet, dass das Versicherungsunternehmen alles richtig gemacht hat, erklärt er dem Kunden seine Entscheidung und wie er dazu gekommen ist. Hier erreichen Sie den Ombudsmann.

P

Pensionskasse

Wenn Sie in einem großen Unternehmen arbeiten oder einer bestimmten Berufsgruppe angehören, haben Sie oft die Gelegenheit, über eine sogenannte Pensionskasse eine betriebliche Altersversorgung abzuschließen. Ein einzelner oder eine Gruppe von Arbeitgebern sind die Träger der Pensionskasse. Die Träger selbst zahlen in die Alterssicherungssysteme ein - und auch die Erträge kommen zu einem großen Teil den Versicherten zugute.

Diese Kassen werden im rechtlichen Sinne so beaufsichtigt wie klassische Versicherungen für jedermann - nämlich durch die staatliche Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Die betrieblichen Altersvorsorgen über diese Einrichtungen garantieren gegenüber den Arbeitnehmern und deren Hinterbliebenen bestimmte Leistungen, auf die sie auch einen Rechtsanspruch haben.

Pensionskassen müssen wie alle Versicherungen mit Alterssicherungs-Policen dieses Vermögen so anlegen, dass Verluste fast unmöglich sind - die Versicherten sollen ja schließlich auch nach Jahrzehnten noch sicher ihre zugesicherte Rente erhalten. Selbst dann, wenn es das Ursprungsunternehmen gar nicht mehr gibt.

Pferdehalter-Haftpflichtversicherung

Wer eine private Haftpflichtversicherung hat, hat damit nicht jeden Vierbeiner versichert. Gerade Pferde, Maultiere oder Esel können aber hohe Schäden verursachen. Darum benötigen Sie als Besitzer eines solchen Tieres eine Pferdehalter-Haftpflichtversicherung. Die zahlt auch bei Schäden, die solche Tiere anrichten können. Sonst müssten Sie selbst aus dem eigenen Vermögen in unbegrenzter Höhe einen solchen Schaden begleichen, auch wenn Sie selbst gar kein Verschulden trifft. Die meisten dieser Versicherungen haften für Personen-, Sach- oder Vermögensschäden, wenn das Tier ihn verursacht hat.

Pflichtversicherung

Die meisten Versicherungen schließen die Menschen selbstständig aus der Einsicht heraus ab, dass sie sich vor Risiken schützen möchten. Bei einigen Policen lässt der Gesetzgeber dem Verbraucher auch keine Wahl. Wer etwa ein Auto auf seinen Namen zulassen will, der braucht zumindest eine Haftpflichtversicherung. Der Gesetzgeber hat hier den Mindestumfang klar definiert, um die Allgemeinheit zu schützen. Solche Pflichtversicherungen kann auch die Satzung eines Vereins verlangen - etwa, wenn das Mitglied einen gefährlichen Sport wie Autorennen betreibt. Auch bestimmte Berufe wie Wirtschaftsprüfer, Piloten oder Ärzte unterliegen Pflichtversicherungen. In vielen Bundesländern müssen inzwischen sogar Hundehalter eine Haftpflicht für ihr Tier abschließen.

Q

R

Rechnungsgrundlagen

Eine Versicherung muss weit in die Zukunft kalkulieren, wie wahrscheinlich ein Schaden eintreten wird, wie hoch dabei die Kosten sein werden und wie sich die Zinsen von Anlagen entwickeln. Denn es ist ja im Sinne der Verträge aller Versicherten, dass die Gesellschaft hier möglichst wahrscheinliche Rechnungen aufmacht. Diese sogenannten Rechnungsgrundlagen gelten für die Kalkulation jedes einzelnen Versicherungsvertrages.

Regionalklasse

Dieser Begriff ist bei der Autoversicherung sehr wichtig. Die sogenannten Regionalklassen sind für die Kalkulation der Kosten in der Kfz-Haftpflicht, bei Voll- und Teilkasko wichtig. Dazu erfassen die Versicherer gemeinsam alle eingetretenen Schäden in einer Region - und nehmen diese Zahl als eine Basis der Tarifkalkulation. Denn sie drückt aus, wie wahrscheinlich ein Schaden in dieser Gegend ist. Die Regionalklassen werden regelmäßig neu berechnet, so dass eine Versicherung bei sonst gleichbleibenden Rahmenbedingungen dadurch auch einmal billiger werden kann. (Eine weitere wichtige Messgröße ist übrigens auch die Typklasse - sie erfasst, wie oft Fahrzeuge eines bestimmten Typs in Schäden verwickelt werden und was das kostet.)

Das Fahrverhalten der Autofahrer in einem jeweiligen Zulassungsbezirk ist also ein starker Faktor, der die Kalkulation beeinflusst. Bei der Pflichtversicherung, der Haftpflicht, wird dabei die Gesamtmenge der Schäden berücksichtigt und ins ein Verhältnis zur Anzahl aller dort zugelassenen Autos gesetzt. Wie teuer ein Schaden im Durchschnitt ist, spielt auch noch eine Rolle. Bei den Kaskoversicherungen erfassen die Versicherer ähnliche Häufigkeiten auch noch für Sturm- und Hagelschäden, Diebstähle und Wildunfälle - eben die Schäden, die solche höherwertigen Policen absichern.

Regress

Jeder versichert sich, um bei einem Schaden Schutz zu erhalten - in aller Regel in Form von Geld. Aber auch die Versicherung selbst ist bei dieser Vertragsbeziehung natürlich nicht völlig ungeschützt zur Zahlung verpflichtet: Wenn der Kunde seine eigenen Pflichten grob fahrlässig verletzt und dadurch ein Schaden entsteht, dann kann die Gesellschaft einen Teil der Zahlung verweigern. Ein Beispiel dafür ist der Kunde, der unter starkem Alkoholeinfluss einen Unfallschaden verursacht. Bis zu 5.000 Euro kann die Versicherung in so einem Fall einbehalten. Diese Summe nennt man Regress.

Reihenbezugsrecht

Zum Empfang der fälligen Versicherungsleistung ist/sind gemäß der abgegebenen Willensbestimmung in der Reihenfolge der Ziffern unter Ausschluss der nachfolgenden Berechtigten folgende/n Person/en berechtigt:

Reiseversicherungen

Der Plural steht hier zu Recht: Denn im Zusammenhang mit Urlaubs- oder Geschäftsreisen gibt es verschiedene einzelne Policen, die einzelne Sachverhalte absichern - vor, während und nach der Reise. Die bekanntesten drei sind:

  1. Reiserücktrittskostenversicherung: Wenn Sie eine Reise noch vor dem Antritt aus bestimmten Gründen wie einer Erkrankung oder dem Tod eines nahen Verwandten nicht antreten können, begleicht diese Police die Stornogebühren des Reiseveranstalters. Die können bis zu 100 Prozent des Reisepreises beitragen, wenn diese unmittelbar bevorsteht.
  2. Reiseabbruchversicherung: Müssen Sie vorzeitig aus ähnlichen Gründen wieder abreisen, dann ersetzt diese Police die Mehrkosten, die etwa ein teurer plötzlicher Rückflug betragen könnte. Auch die schon bezahlten, aber nun nicht mehr in Anspruch genommenen Reiseleistungen werden von der Reiseabbruchversicherung abgegolten.
  3. Reisegepäckversicherung: Ist Ihr Koffer gestohlen? Die Laptoptasche beschädigt? Der Fön im Gepäck zerstört? Wenn das Ihnen als Versicherungsnehmer oder einem mitreisenden Familienangehörigen passiert, dann zahlt die Reisegepäckversicherung.

Reiseversicherungen werden üblicherweise nur für einen bestimmten Zeitraum - oft auch nur für eine ganz bestimmte Reise - abgeschlossen. Nicht selten sind sie auch in einem Pauschalurlaub oder bei bestimmten Zahlungsmitteln wie Kreditkarten enthalten.

Rentenfaktor

Diesen Begriff haben sich Versicherungsmathematiker ausgedacht - und es geht auch um Berechnung. Das besonders Gute an einer privaten Rentenversicherung ist ja, dass sich damit eine zusätzliche solide Rente ansparen lässt, die genau wie die gesetzliche lebenslang gezahlt wird. Wie wird nun berechnet, was am Ende herauskommt? Dafür gibt es sehr transparent den Rentenfaktor: Diese Zahl sagt oft schon zu Beginn des Vertrages aus, wie hoch genau die spätere Rente sein wird - unabhängig von der tatsächlichen Einzahlung. Denn der Versicherer kalkuliert schon vorher den Faktor, mit dem die Rente berechnet wird - und zwar in aller Regel auf 10.000 Euro bemessen. Liegt der Rentenfaktor da beispielsweise bei 27, dann bedeutet das: Pro eingezahlten 10.000 Euro bekommen Sie als Rentner 27 Euro Rente - so lange Sie leben. Haben Sie 100.000 Euro angespart, wären es also 270 Euro, bei 500.000 Euro Ansparsumme 1.350 Euro Monat für Monat.

Besonders aussagekräftig ist der Rentenfaktor bei klassischen Rentenversicherungen. Bis auf die nicht garantierten Überschussbeteiligungen, die ja erst erwirtschaftet werden müssen, steht da die Rente schon ziemlich klar fest. Bei fondsgebundenen Rentenversicherung ohne Kapitalgarantie gilt der Rentenfaktor zwar auch fix. Aber der Erfolg des Fonds ist ja noch nicht klar - und damit auch nicht das Kapital zu Rentenbeginn.

Der Rentenfaktor kann in der Ansparphase nur geändert werden, wenn dies ausdrücklich in den Vertragsbedingungen zugelassen ist. Selbst dann muss aber ein unabhängiger Treuhänder beglaubigen, dass die vertraglichen Voraussetzungen für eine Änderung des Faktors erfüllt sind. Nach Rentenbeginn ist am Rentenfaktor nicht mehr zu rütteln - und damit auch nicht an Ihrer garantierten privaten Rente.

Rentengarantiezeit

Was ist, wenn ein Mensch eine private Rente abgeschlossen hat, aber bereits sehr kurz nach Rentenbeginn verstirbt? Dann muss nicht automatisch die Rente enden. Denn in den meisten privaten Rentenversicherungen ist eine Rentengarantiezeit vorgesehen. Liegt die etwa bei zehn Jahren - und der Versicherungsnehmer stirbt schon ein Jahr nach Beginn der Rente - dann bekommen seine Erben noch neun weitere Jahre die Rente.

Rentenlücke

 

Die meisten Menschen bekommen im Alter eine gesetzliche Rente oder als Beamte vom Staat eine Pension. Doch in aller Regel liegt diese monatliche Zahlung bedeutend niedriger als das letzte Bruttogehalt. Zwar gibt es im Alter auch bestimmte finanzielle Verpflichtungen im Idealfall nicht mehr - etwa das Abzahlen einer Wohnung oder Unterhalt der Kinder. Aber dennoch ist die gesetzliche Rente meist nicht so hoch, dass Sie damit den bisherigen Lebensstandard aufrecht erhalten können. Die Differenz zwischen dieser Summe und den zu erwartenden Einkünften im Alter nennt man Rentenlücke. Sie kann  bereits frühzeitig im Leben ungefähr berechne - und etwa durch eine private Rentenversicherung oder Lebensversicherung werden.

Rentenversicherung, private

Es wird immer wichtiger, privat für sein Alter vorzusorgen, um die sogenannte Rentenlücke zu schließen. Dabei spielt neben Immobilien und Kapitalanlagen vor allem die private Rentenversicherung eine wichtige Rolle. Wer so eine Police hat, bekommt eine lebenslange Rente - und muss dafür die Basissumme nicht allein zurücklegen. Denn seine über Jahre eingezahlten Beiträgen werden verzinst, zudem erhält er eine Beteiligung an den Überschüssen, die das Versicherungsunternehmen mit seinem Kapital erwirtschaftet. Überdies zahlt der Staat bei bestimmten Verträgen unter Voraussetzungen auch noch einen Zuschuss. Wenn die Versicherung die Rente auszahlt, muss der Kunde übrigens keine Beiträge mehr zahlen - er bekommt nur noch Geld.

Auch eine Kapital-Lebensversicherung kann übrigens verrentet werden. Der Unterschied zur privaten Rente liegt aber darin, dass bei dieser Lebensversicherung der Kunde auch noch eine garantierte Zahlung einer Summe an seine Hinterbliebenen integriert, falls er vor dem Beginn der Auszahlung verstirbt.

Restschuldversicherung

Viele Menschen haben hohe finanzielle Verpflichtungen - etwa für die Abzahlung eines Hauses oder eines Autos. Und diese Kredite laufen in aller Regel sehr lange Zeit. Wenn der Kreditnehmer nun verstirbt - und vielleicht im Haushalt der einzige Verdiener war, kann die weitere Zahlung der monatlichen Verpflichtungen für die Angehörigen sehr schwierig oder gar unmöglich werden. Hohe Verluste, private Insolvenz oder Zwangsversteigerungen können die Folge sein. Wer das verhindern will, der kann dafür eine besondere Form der Risikoversicherung abschließen: die Restschuldversicherung. Sie zahlt im Todesfall die noch ausstehenden Verpflichtungen. Je höher diese möglichen Zahlungen, desto höher sind natürlich auch die monatlichen Beiträge für die Police. Aber umso größer ist ja auch die Sicherheit.

Riester-Rente

Diese besondere Form der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge gibt es seit 2002. Der Staat hilft dabei gerade Geringverdienern und Familien mit Kindern stark, eine sichere eigene private Altersvorsorge aufzubauen. Dazu gibt es bei der Riester-Rente gezielt Zulagen gerade für diese Gruppen - in zwei Formen: Gegenwärtig 154 Euro bekommt jeder Versicherte im Jahr als Grundzulage, dazu kommen für jedes Kind weitere 300 Euro. (Wenn das Kind vor 2008 geboren ist, sind es 185 Euro pro Jahr.) - und zwar unabhängig davon, wie hoch der Monatsbeitrag des Versicherten selbst ist. Diese Zulagen des Staates können aber nur dazu genutzt werden, die Sparsumme im Vertrag zu erhöhen.

Mit der Riester-Rente können auch Besserverdienende von staatlichen Vergünstigungen profitieren. Denn sie können die Beiträge inklusive der Zulagen als Aufwendungen für die Altersvorsorge bei der Einkommensteuererklärung angeben. Wenn das Finanzamt dann berechnet, dass die Steuerersparnis aus diesen Aufwendungen höher ist als die Zulage, kann die Steuerschuld noch einmal geringer ausfallen.

Risikolebensversicherung

Das Leben zu verlieren, das ist für einen Menschen wohl eine der schlimmsten Gefahren. Für die Angehörigen kann zur Trauer um den Verlust auch noch das Verlieren des Hauptverdieners kommen. Fällt der plötzlich etwa in einer jungen Familie weg, kann das den finanziellen Ruin bedeuten. Darum sorgen viele Menschen gegen die Folgen eines frühzeitigen Todes für ihre Angehörigen vor - mit einer sogenannten Risiko-Lebensversicherung. Dabei zahlt der Kunde regelmäßig eine Summe ein - und seine Nachkommen erhalten im Fall des Todes eine hohe Summe auf einen Schlag ausbezahlt. Diese Todesfallsumme ist nicht einkommensteuerpflichtig und kann vom Versicherungsnehmer direkt bei Abschluss der Police festgelegt werden - genau wie die Dauer des Vertrages. Erreicht der Versicherte dieses Vertragsende, entfällt die Versicherung. Aber oft eben auch das Risiko, weil der Kunde dann ja zum Beispiel bereits eine Rente bezieht und privat durch Geldanlagen oder Immobilien abgesichert ist. Übrigens: Viele Menschen sichern das Todesfall-Risiko ab - und sparen dabei gleichzeitig mit ihren Beiträgen eine Summe, die sie bei Ablauf der Versicherung erhalten. Diese Verträge nennt man Kapital-Lebensversicherung.

Risikozuschlag

Eine Versicherung muss ihre Leistungen immer kalkulieren, damit sie nicht zu Ungunsten aller Versicherten unrentable Tarife anbietet. Deswegen gilt es für die Versicherungsmathematiker immer, herauszufinden, wie groß die Gefahr für einen einzelnen Versicherten ist, dass der sogenannte Versicherungsfall eintritt. Anders ausgedrückt: Das individuelle Risiko jeder einzelnen Person muss in den für ihn gültigen Tarif eingerechnet werden. Wer also zum Beispiel gern Gleitschirmfliegen oder Motorradrennen zu seinen Hobbies zählt, der hat ein höheres Risiko, einen Unfall zu erleiden als ein Schachspieler. Darum muss der Extremsportler mit einem Risikozuschlag beim Tarif seiner Unfallversicherung leben.

Rückkaufswert in der Lebensversicherung

Diese wichtige Summe wird manchmal auch Rückvergütung genannt - und ist das Geld, das dem Versicherungsnehmer zusteht, wenn er seinen Vertrag kündigt. Die meisten Versicherungen haben bereits dann einen Rückkaufswert, wenn das erste oder zweite Versicherungsjahr abgelaufen ist. Allerdings ist dieser Rückkaufswert in den ersten Jahren der Laufzeit meist noch niedriger als die bis dahin bereits eingezahlten Beiträge. Denn der Betrag einer kapitalbildenden Lebensversicherung besteht aus dem Sparanteil, dem Risikoanteil und dem Kostenanteil. Ein Teil der Prämie wird nämlich zur Deckung des Risikos gebraucht - wie zum Beispiel der Leistung im Todesfall (Risikoanteil). Ein anderer muss die Abschlusskosten decken und ein Dritter laufende Verwaltungskosten (Kostenanteil). Der Löwenanteil geht natürlich in die sogenannte Prämie. Dieser Sparanteil dient zum Ansparen der vereinbarten Versicherungssumme. Der Rückkaufswert besteht aber eben  aus der durch Ansammlung der Sparprämien gebildeten Prämienreserve, von der vielfach ein in den Versicherungsbedingungen festgelegter Rückkaufsabzug vorgenommen wird. Erst mit zunehmender Bestandsdauer gestaltet sich das Verhältnis des Rückkaufswertes zu den eingezahlten Prämien günstiger. Vor einer Kündigung eines Vertrages sollten sich Versicherte darum immer beraten lassen, ob nicht eine andere Lösung wie das Aussetzen der Beiträge sinnvoller ist.

Rückstellung für Beitragsrückerstattung

Bei manchen Versicherungsverträgen werden Beiträge zurückerstattet, zum Beispiel in Form von Ausschüttungen. Im Geschäftsabschluss einer Versicherungsgesellschaft, der Bilanz, kann jeder Mensch nachlesen, wieviel Geld die Gesellschaft für solche Rückerstattungen Jahr für Jahr zurücklegt. Der sogenannte Bilanzposten dazu heißt “Rückstellung für Beitragsrückerstattung”

Rückversicherung

Auch Versicherungsunternehmen brauchen manchmal Versicherungen. Wenn die Gesellschaften zum Beispiel hauptsächlich in einer Region oder nur einem Land aktiv sind - und dort etwa ein großes Naturunglück in einem Jahr hohe Zahlungen an die dort Versicherten verlangt, dann könnte das die Kapitalkraft der Gesellschaft überfordern. Darum versichert sich das Unternehmen selbst gegen solche Schicksalsschläge bei den sogenannten Rückversicherern. Diese Rückversicherungen organisieren ihr Geschäft weltweit - und können so etwa große regionale Schäden in einem Gebiet der Welt gegen unbelastete andere Regionen verrechnen. 

Rürup-Rente

Der Wirtschaftswissenschaftler Bert Rürup hat sich für die damalige Bundesregierung eine private Zusatzrente erdacht, die seinen Namen trägt. Dieses private Vorsorgeprodukt funktioniert so: Ein Kunde mit Wohnsitz in Deutschland schließt einen Vorsorgevertrag ab, in den er monatlich einzahlt - und der ihm staatlich abgesichert im Ruhestand Leistungen garantiert und dazu eine Überschussbeteiligung. Daraus setzt sich eine lebenslange monatliche Rente, die sogenannte Leibrente, zusammen. Das Versicherungsprodukt wird staatlich etwa durch eine Bevorzugung bei der Einkommenssteuer gefördert und eignet sich besonders für Selbstständige. Das Ziel ist es, eine sogenannte Versorgungslücke zwischen gewohntem Lebensstandard und gesetzlicher Rente im Alter zu schließen. Mit Zusatzelementen der Rürup-Rente können Versicherte während der Einzahlungszeit auch Lebensrisiken wie die Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit absichern.

S

Schadenfreiheitsrabatt

Aus Schaden wird man klug - und im Idealfall so klug, dass immer weniger Schäden entstehen. Bei der Autoversicherung werden die Klugen, die keine Schäden verursachen, darum sogar belohnt: Ihre Versicherung wird Jahr für Jahr ab dem 1.Januar günstiger, wenn sie in den zwölf Monaten davor unfallfrei bleiben. Diese Ermäßigung nennt man im Versicherungsdeutsch den Schadenfreiheitsrabatt. Es gibt ihn in der Kfz-Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung. In den Allgemeinen Versicherungsbedingungen kann jeder genau nachlesen, wie sein Kfz-Versicherer diesen Rabatt berechnet. Die Günstigerstufung bei der Schadenfreiheit wird generell aber nur dann gewährt, wenn der Versicherungsschutz zuvor mindestens ein halbes Jahr bestanden hat. Wer allerdings im Jahr zuvor einen Schaden verursacht, der muss auch mit einer sogenannten Rückstufung leben: seine Police wird wieder teurer - es sei denn, er zahlt etwa einen kleinen Schaden selbst. Das kann manchmal klug sein, um den Schadenfreiheitrabatt zu retten.

Schadenminderungspflicht

Augen zu und durch? Dieses Verhalten ist bei einem Schaden nicht ratsam. Denn Versicherungsnehmer haben eine Pflicht, dass ein entstandener Schaden nicht durch ihr Versäumnis noch viel größer wird. Wenn also etwa ein Sturm ein paar Dachschindeln weggeweht hat, sollte der Versicherte danach das Dach zumindest provisorisch abdichten. Sonst könnte ja zum Beispiel beim nächsten Regen eindringendes Wasser den Schaden noch einmal erheblich vergrößern. 

Schlussüberschuss

Bei einer Kapital-Lebensversicherung gibt es Erträge, die dem Kunden von Anfang an garantiert sind. Wirtschaftet der Versicherer mit dem eingezahlten Kapital auch noch erfolgreich, so gibt dies einen zusätzlichen Überschuss, an dem der Kunde beteiligt wird. Ein Teil davon wird jährlich dem Vertrag gutgeschrieben, ein anderer erst ganz zum Schluss berechnet. Dieser Bonus, der bei Ablauf des Vertrages an den Kunden zusätzlich ausgezahlt wird, nennt sich der Schlussüberschuss. Während der gesamten Laufzeit des Vertrages wird die Höhe dieser Leistung jährlich prognostiziert - aber eben erst zum Ablauf verbindlich festgelegt. 

Selbsttötung

Manchmal sieht man in älteren Kriminalfilmen oder Dramen eine grausige Szene: Ein Mann schließt eine hohe Lebensversicherung zugunsten seiner Frau ab - begeht dann einen Selbstmord; und die Frau ist reich. In der Wirklichkeit gibt es so etwas aber meistens nicht. Schon gar nicht aus Berechnung. Denn wenn ein Versicherter in den ersten drei Jahren nach dem Abschuss eines entsprechenden Versicherungsvertrages eine Selbsttötung begeht (wie der Begriff richtiger heißt), dann zahlt die Versicherung den Betrag in der Regel nicht aus. Eine Klausel in Paragraf  8 der Allgemeinen Versicherungsbedingungen macht allerdings eine Ausnahme: Wenn der Versicherte in “einem die freie Willensbestimmung ausschließenden Zustand krankhafter Störung der Geistestätigkeit" war und sich dann selbst getötet hat, dann zahlt die Versicherung die Deckungssumme aus.

Sofortrente

Dieser Vertrag macht genau das, was sein Name beschreibt: Er zahlt eine Rente auf Lebenszeit. Bei der Sofortrente kann der Versicherte auf dei Solidität der Versicherungsgesellschaften bauen. Dort legt er nämlich eine Summe an - meist eine stattliche - und im Gegenzug beginnt die Versicherungsgesellschaft, jeden Monat einen festen Betrag auszuzahlen. Der Vertrag ist unkündbar und die Rentenzahlung gibt es lebenslang; auch dann, wenn das Geld aus der eingezahlten Summe rechnerisch komplett aufgebraucht ist. So eine Sofortrente schließen meist ältere Menschen ab, die zum Beispiel Geld aus einer Erbschaft, einem Immobilienverkauf oder einer Lebensversicherung bekommen haben. Sie brauchen sich nie mehr um die Neuanlage des Geldes kümmern und haben eine Rente absolut gewiss. 

Sonderausgabenabzug

Sogar das Finanzamt hilft dem Steuerzahler manchmal, Geld zu sparen und für das Alter vorzusorgen. Wer eine Riester- oder Basisrente hat, kann nämlich bei der Einkommensteuer die Einzahlungen steuersenkend geltend machen. Alle jährlich eingezahlten Beiträge und auch die oft stattlichen Zulagen aus der Staatskasse können Sie als Sonderausgaben in der Anlage AV der Einkommensteuererklärung geltend machen. Besonderer Service des Finanzamtes: Der Fiskus schaut selbst nach, ob Ihre Steuerersparnis aus diesem Sonderausgabenabzug höher liegt als die Zulage selbst. Kommen die Steuerprüfer bei dieser sogenannten Günstigerprüfung zu dem Schluss, dass sich für Sie ganz persönlich der Sonderausgabenabzug mehr auszahlt, bekommen Sie die zusätzliche Steuerermäßigung.

Sparzulage

Der Staat will, dass seine Bürger auch privat für das Alter vorsorgen - und fördert daher dieses Sparen durch Zulagen oder Steuervergünstigungen.  Vor allem Niedrigverdiener und Familien profitieren hier und finden bei Versicherer viele förderfähige Produkte. Die Einkommensgrenzen für die Arbeitnehmer-Sparzulage für Vermögenswirksame Leistungen liegen - bezogen auf das zu versteuernde Einkommen pro Jahr- bei 20.000 Euro (Ledige) und 40.000 Euro (Verheiratete) bei Anlage in Wertpapiersparverträge und bei 17.900 Euro (Ledige) und 35.800 Euro (Verheiratete) bei Bausparverträgen. Wer die Leistungen in Aktienfonds anlegt, kann maximal mit 400 Euro pro Jahr mit der Sparzulage von 20 Prozent gefördert werden, bei Bausparverträgen werden maximal 470 Euro pro Jahr mit einer Zulage von neun Prozent gefördert. (Stand: Dezember 2018)

Standmitteilung

Beim Abschluss einer Lebens- oder Rentenversicherung haben Sie den größten Batzen schon fest im Blick: das Geld, das aus Ihren Einzahlungen über die Jahre am Ende der Laufzeit garantiert zu erwarten ist. Es gibt aber dazu auch noch unverbindliche Leistungen wie etwa die Überschüsse, die von Jahr zu Jahr schwanken können (etwa wegen des allgemeinen Zinsniveaus). Darum gibt es jährlich eine Berechnung über die Summe oder Rente, die Sie aus Ihrem Vertrag nach Ablauf erwarten können. Über diese Zahlen bekommen Sie einmal im Jahr eine sogenannte Standmitteilung. Der Stand der Dinge wird dabei wegen der besseren Übersichtlichkeit nach garantierten und unverbindlichen Leistungen getrennt aufgelistet. Zudem erhalten Sie in der Standmitteilung auch eine Auskunft über das bereits erreichte Vorsorgevermögen - sollten Sie den Vertrag vorzeitig lösen, ist auch das wichtig. Insgesamt hilft die Standmitteilung auch, um sich einen Überblick über die eigene Altersvorsorge zu verschaffen - und eventuell rechtzeitig die Versorgung noch anzupassen.

Steuern bei Lebens- und Rentenversicherungen

In diesem Versicherungs-Wiki sind alle Artikel möglichst kurz und klar. Bei den Steuern auf die kapitalstärksten Versicherungen geht es nur klar, wenn der Text nicht zu kurz ist. Denn die Regeln, nach denen der Fiskus Lebens- und Rentenversicherungen besteuert, unterscheiden sich sehr deutlich danach:

  • ob noch in den Vertrag eingezahlt wird,
  • ob bereits Geld aus dem Vertrag zugeteilt wird,
  • wann der Vertrag abgeschlossen wurde und 
  • in welchem Alter der Versicherte sein Kapital erhält.

Jeder dieser Faktoren hat großen Einfluss darauf, ob und wie viel Steuern der Staat verlangt. Wir unterteilen deshalb diesen Text nach den steuerlich wichtigsten Phasen.

Steuern in der Ansparphase

Viele Menschen haben ihren Renten- oder Lebensversicherungsvertrag schon sehr lang. Ist die Police vor dem 1.Januar 2005 abgeschlossen, dann können Sie alle Beiträge als Vorsorgeaufwendungen genau wie Arbeitslosen-, Unfall-, Haftpflicht- und Krankenversicherungen bei den Sonderausgaben in der Einkommensteuer angeben und bis zum jeweiligen Höchstbetrag (derzeit 1.900 Euro für Arbeitnehmer/2.800 Euro für Selbstständige) steuerlich geltend machen. Ist der Vertrag erst später abgeschlossen? Dann sind alle Beiträge zu Renten- und Lebensversicherungen aus dem Nettoeinkommen zu bezahlen. Als Sonderausgaben können Sie diese nicht steuerlich geltend machen. Aber keine Regel ohne Ausnahme: Bei staatlich geförderten Riester- und Basisrenten bleibt es auch weiterhin dabei, dass die eingezahlten Beiträge über den Sonderausgabenabzug in der Einkommenssteuererklärung angesetzt werden können.

Steuern in der Auszahlungsphase

Hier ist es wieder ganz entscheidend, wann Sie Ihren Vertrag unterschrieben haben und in welcher Form er ausgezahlt wird - als Einmalbetrag oder Rente. Zunächst zu den Einmalzahlungen von Kapital aus einer Lebensversicherungen: Haben Sie den Vertrag vor dem 1.Januar 2005 abgeschlossen, dann zahlen Sie gar keine Steuern auf das Kapital - wenn der Vertrag mindestens zwölf Jahre Laufzeit hatte sowie ein vorhandener Mindesttodesfallschutz von 60 Prozent vorlag. Haben Sie den Vertrag nach dem 31. Dezember 2004 abgeschlossen, ihn mindestens zwölf Jahren gehalten und sind älter als 60 Jahre alt (bei Verträgen ab 1.April 2011: 62 Jahre), dann ist die Hälfte des Ertrags steuerpflichtig. Sie müssen diese Hälfte mit Ihrem persönlichen Steuersatz versteuern. Wichtig: “Erträge” ist die Differenz zwischen der Summe aller Beiträge, die Sie in den Jahren des Vertrages eingezahlt haben und der Versicherungsleistung, die am Ende ausgezahlt wird. Wichtig: Auch diese Steuervergünstigung erhalten Sie nur, wenn der Vertrag ab 1.April 2009 einen Mindesttodesfallschutz von 50 Prozent beinhaltet.

Stornoabzug

Wenn Sie eine Lebensversicherung (oder eine andere sogenannte kapitalbildende Versicherung) vorzeitig kündigen, dann verlangt der Versicherer dafür Stornogebühren. Er hatte ja kalkuliert, länger mit dem Geld arbeiten zu können. Diese Stornokosten zieht das Unternehmen direkt vom Wert des Vertrages ab, den der am Zeitpunkt der Kündigung hatte. Diese Verrechnung nennt sich Stornoabzug.

T

Typklasse

Wussten Sie, dass es bei Autos allein in der beliebten Kompaktklasse mehr als 40 verschiedene Marken gibt? Und dabei natürlich auch noch sehr unterschiedliche Ausführungen vom niedrig motorisierten Einkaufs-Auto bis zum hochgezüchteten Turbo-GTI. Solche Auto-Typen gibt es auch in allen anderen Klassen - und ihre Fahrer machen je nach Modell deutlich unterschiedlich viele Unfälle. Die Versicherer haben darum diese Autos in Typklassen kategorisiert, damit nicht ein paar besonders unfallträchtige Modelle die Prämien aller Autofahrer unnötig verteuern. Genau berechnet werden die Typklassen dadurch, dass die Fahrzeugschäden und die dadurch verursachten Reparaturkosten der letzten drei Jahre analysiert werden. Weniger Schäden als im Schnitt der Vorjahre? Dann kommt das Modell in eine niedrigere Typklasse - und umgekehrt.

Die Typklasse ist aber nicht das einzige Merkmal, dass den Preis eines Tarifs ausmacht. Der Kfz-Versicherungsbeitrag fließen auch viele individuelle Bedingungen wie die Fahrerfahrung oder die bisherigen Versicherungsleistungen für Schäden ein. Eine weitere wichtige Messgröße ist auch noch die Regionalklasse - also die Schadensbilanz einer genau definierten Gegend.
 

U

Umweltbasis-Deckung (UHV/USV)

Umwelthaftpflicht, ist eine Ergänzung zu einer betrieblichen Haftpflichtversicherung, um Haftpflichtansprüche nach Schäden durch Umwelteinwirkungen zu versichern. 
USV = Umweltschadenversicherung, ist eine Versicherung gegen Schäden an der Umwelt, wie z. B. an geschützten Arten oder natürlichen Lebensräumen, die sich auf Grundstücken einschließlich Gewässer des Versicherungsnehmers befinden.

Unfall-Krankenhaustagegeld mit Genesungsgeld

Gute Versicherungen zahlen bei einem Krankenhausaufenthalt nach einem Unfall ein Krankenhaustagegeld für jeden Tag im Krankenhaus - und das etwa bei der Bayerischen sogar bis zu einer Dauer von drei Jahren. Für die gleiche Anzahl von Kalendertagen, für die der Versicherte Unfall-Krankenhaustagegeld bezogen hat, erhält er zudem das vertraglich vereinbarte Genesungsgeld.

Unterversicherung

Wer bei einem Schaden keinen finanziellen Verlust erleiden will, muss die Versicherung stets auf dem aktuellen Stand halten. Schließlich hat er vielleicht ein teures neues Bad, Wertgegenstände oder Möbel erworben, die anfänglich noch nicht in der Versicherung kalkuliert waren. Die Versicherungssumme darf aber nicht niedriger sein als der tatsächliche Neuwert des Hausrates. Liegt die Versicherungssumme dennoch unter dem Neuwert, spricht man von Unterversicherung - und die Entschädigung wird im Schadenfall gekürzt.

V

Verkehrsopferhilfe (VOH)

Eigentlich sollte es diese Einrichtung gar nicht geben müssen. Denn der Gesetzgeber verpflichtet alle Fahrzeughalter, ihre Kraftfahrzeuge mindestens mit einer Haftpflicht zu versichern. Dennoch kommt es manchmal vor, dass ein Verkehrsteilnehmer durch einen anderen geschädigt wird, dessen Fahrzeug nicht versichert ist und der den Schaden auch nicht anderweitig zahlen kann. Zudem sind  manchmal die Verursacher auch nicht eindeutig zu ermitteln. Immer dann kann sich der Geschädigte an den Verein Verkehrsopferhilfe wenden. Der zahlt seit 1963 immer so, als ob ein Verursacher eines Verkehrsunfalles mit der gesetzlichen Mindestdeckungssumme versichert wäre.

Verkehrssicherungspflicht

Wer ein Haus besitzt, muss sich nicht nur um die Sicherheit auf seinem Grund und Boden kümmern. Es kann ja auch einmal eine Dachschindel auf die Straße fallen und ein Auto beschädigen - oder ein Fußgänger rutscht bei Glatteis auf dem Gehweg vor dem Eingang aus, weil Sie nicht gestreut haben. Auch bei solchen Unfällen im öffentlichen Raum unmittelbar am Grund hat der Grundstückseigentümer und Hausbesitzer per Gesetz eine Verkehrssicherungspflicht und ist haftbar, wenn von seinem Grundstück Gefahren ausgehen. Darum gibt es bei Schadenersatzforderungen an die Eigentümer die private Haftpflichtversicherung oder die spezielle für Haus- und Grundbesitzer.

Verlängerungsphase

Manchmal läuft das Leben finanziell einfach besser als gedacht. Besonders, wenn man für das Alter rechtzeitig vorgesorgt hat. Bei flexiblen Versicherern können die Kunden dann noch schnell manche Bedingungen ändern, wenn sie Geld vorerst nicht benötigen. Bei einer aufgeschobenen Privatrentenversicherung ist es etwa möglich, den eigentlich vereinbarten Beginn der Rentenzahlung ohne weitere Beitragszahlungen bis zu fünf Jahre über den ursprünglichen Termin hinaus zu verschieben. Einzige Voraussetzung: Das Alter der versicherten Person muss  zwischen 55 und 65 Jahren liegt, wenn ursprünglich die Rente beginnen sollte.

Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung

Eine private Haftpflichtversicherung ist sehr wichtig. Aber wie der Name schon sagt, zahlt sie nicht bei Schäden, die im Arbeitsleben verursacht werden. Dafür gibt es spezielle Haftpflichtversicherungen, die gerade für Freiberufler und Selbstständige wie Steuerberater und Rechtsanwälte sehr wichtig sind. Eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung springt immer dann ein, wenn der Versicherungsnehmer bei seiner Arbeit einen Vermögensschaden verursacht hat. Der Vermögensschaden ist dabei unabhängig von Personen- oder Sachschäden entstanden. Für die gibt es wieder andere Schutz-Systeme.

Versicherungsbedingungen

Das ist die Kurzbezeichnung für die Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB)

Versicherungsbetrug

Es ist ärgerlich, wenn einem das Handy herunter fällt und nicht mehr funktioniert. Eine ganz schlechte Idee ist es aber, wenn ein guter Freund vorschlägt, das er doch sagen könnte, er habe es heruntergeworfen. Die Versicherung zahlt dann schon …. das ist Betrug und strafbar. Wenn ein Kunde gegenüber seinem Versicherer vortäuscht, einen Schaden verursacht zu haben, damit er selbst oder ein anderer zu Unrecht Geld bekommt, ist das Versicherungsbetrug. Es gibt sogar Banden, die damit etwa bei fingierten Schäden im Straßenverkehr hohe Summen erschleichen. Genau wie der einzelne Versicherungsbetrüger schaden sie damit allen Versicherten. Denn die unnötig entstandenen Kosten verteuern im Effekt die Policen insgesamt. Diese Straftat kommt vor allem in der Schaden- und Unfallversicherung vor - und die Versicherungen haben inzwischen umfangreiche Hinweis- und Informationssysteme, um Versicherungsbetrügern auf die Schliche zu kommen. Zum Wohl der vielen ehrlichen Kunden.

Versicherungsdauer

Wenn eine Kapital-Lebensversicherung mit 25 Jahren abgeschlossen wurde und mit 65 Jahren die Versicherungssumme auszahlt, dann erlischt der Todesfallschutz. Das ist ein besonders verbreitetes Beispiel für die Versicherungsdauer, die Kunde und Unternehmen vereinbaren. Nur, wenn während dieser Vertragsdauer der Versicherungsfall eintritt, wird der entstandene Schaden ausgeglichen.

 

Versicherungsfall

Dieser Begriff ist eine Sammelbezeichnung für schöne und schlimme Dinge im Leben: 100.000 Euro aus einer Lebensversicherung werden ausgezahlt, das Haus brennt ab, zu Beginn der Ausbildung steht ein Startkapital bereit, ein Mensch kann seinen Beruf wegen Krankheit nicht mehr ausüben - für all das gibt es Versicherungen. Und wenn sie beansprucht werden, dann tritt der Versicherungsfall ein. Gerade bei den negativen Ereignissen wie einem Unfall hat der Kunde meist vorher seinem Versicherer mitgeteilt, dass der Versicherungsfalls eingetreten ist, für den er sich bei ihm abgesichert hat. Der Versicherer hat sich ja verpflichtet, die vereinbarte Leistung zu erbringen, wenn der Versicherungsfall eintritt.

Versicherungspflichtgrenze

Diesen Begriff gibt es in der gesetzlichen Krankenversicherung: Die Versicherungspflichtgrenze ist dabei in der Summe das gleiche wie die Jahresarbeitsentgeltgrenze. Sie bestimmt für Arbeitnehmer die Einkommensgrenze, ab der ein Wechsel in die private Krankenvollversicherung möglich ist - erst darüber besteht in der Regel die Wahlfreiheit zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung. Solange sich das Einkommen unterhalb dieser Grenze bewegt, unterliegt der Arbeitnehmer der Versicherungspflicht. Für Selbstständige, freiberuflich Tätige und Beihilfeberechtigte gilt aber grundsätzlich die Wahlfreiheit zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung ohne Berücksichtigung einer Versicherungspflichtgrenze.

Versicherungsschein

Eine ganz wichtige Urkunde: Der Versicherungsschein ist das Papier, das den zustande gekommenen Versicherungsvertrag rechtssicher bescheinigt. Meist wird er nach den Vertragsverhandlungen per Post als Anhang an ein Begleitschreiben zugestellt. Er sollte sorgfältig aufbewahrt werden, auch wenn die Daten heutzutage natürlich elektronisch ebenfalls vorliegen.

Versorgungslücke

Die meisten Menschen haben heutzutage eine lange, aktive und gesunde Lebensphase nach dem Berufsleben vor sich - und die Lebenserwartung wird immer höher. Die gesetzliche Rente allein reicht aber meist bei weitem nicht, um den gewohnten Lebensstandard zu halten oder noch weitere Wünsche zu erfüllen. Zudem nagt ja auch die Geldentwertung (Inflation) am Vermögen oder den regelmäßigen Einkünften. Die Differenz zwischen der erwünschten oder sogar nötigen finanziellen Absicherung im Alter und den tatsächlichen Einkünften nennt man Versorgungslücke. Wer sich rechtzeitig - am besten Jahrzehnte vor dem Ruhestand - darum kümmert, auch privat Vermögen für das Alter aufzubauen, kann diese Lücke schließen. Dabei helfen auch der Staat durch Zuschüsse und Steuervorteile oder der Arbeitgeber durch Leistungen der beruflichen Altersvorsorge. Die sollten Sie nutzen, um ein sorgenfreies hohes Alter zu erreichen.

Verzinsliche Ansammlung

Dieser Begriff findet sich meist in Lebensversicherungs-Verträgen. Dabei geht es um die Art, wie erwirtschaftete Überschüsse verwendet werden: Bei der verzinslichen Ansammlung werden dazu die zugeteilten Überschussanteile vom Versicherer wieder angespart und dadurch verzinst. Das lohnt sich. Denn bei Ablauf der Versicherung wird dann zur Grundversicherungssumme das verzinste Überschussguthaben ausgezahlt.

Vorvertragliche Anzeigepflicht

Versicherungen müssen ihre Beiträge individuell kalkulieren, damit nicht für alle Versicherten die Kosten unnötig hoch werden. Dazu müssen sie das Risiko jedes einzelnen Versicherungsfalles auch fair beurteilen können. Der Versicherungsnehmer muss deshalb beim Abschluss alle Umstände mitteilen, von denen er weiß, dass die Übernahme ein Risiko für den Versicherer darstellen kann. Das können etwa Vorerkrankungen sein oder ein bestehender Schaden an einem Auto. Nur durch diese Angaben kann der Versicherer das Risiko objektiv einschätzen. Der Kunde hat eine Anzeigepflicht, die vom Antrag selbst bis zur Antragsannahme reicht - die vorvertragliche Anzeigepflicht eben.

W

Wartezeit

Wer einen Versicherungsvertrag abschließt, für den leistet das Unternehmen schon einiges wie die umfassende Beratung, eventuelle Prüfungen oder die Anfertigung der Unterlagen. Es gibt aber auch eine - meist kurzfristige - Leistung, die der Versicherte trägt: die Wartezeit bei Privatversicherungen wie der Krankenversicherung oder dem Rechtsschutz kommt diese Regel oft vor. Wartezeit bedeutet, dass der Versicherungsnehmer zwar schon verpflichtet ist, Prämien oder Beiträge zu leisten - der Versicherer muss aber noch keine Leistung erbringen. Die Wartezeit verringert dadurch das subjektive Risiko und gewährleistet eine Mindestleistung des Versicherungsnehmers. So werden Kalkulationen für alle Kunden auch günstiger. In der privaten Krankenversicherung etwa gibt es die allgemeine Wartezeit, die zwingend vorgeschrieben drei Monate beträgt und die besondere Wartezeit; deren Länge richtet sich je nach Tarif und Art der Leistung.

Widerrufsrecht

Bei Versicherungen sind Sie auf der sicheren Seite - auch, wenn Sie nach der Unterschrift am nächsten Tag noch einmal über den Schutz nachdenken möchten. Denn jeden Versicherungsvertrag, der länger als ein Jahr Laufzeit hat, können Sie sich zwei Wochen lang genau anschauen - und innerhalb von 14 Tagen nach Unterzeichnung widerrufen. Einen Grund dafür müssen Sie nicht angeben. Bei Lebensversicherungen beträgt diese Frist sogar 30 Tag nach dem Erhalt des Versicherungsscheins. Und es ist auch gleich, ob Sie den Vertrag persönlich beim Versicherungsvertreter unterschrieben haben, im Internet, per Telefon oder App. Eine Ausnahme gibt es allerdings: Wenn Sie einen sofortigen Versicherungsschutz wünschen - etwa beim Carsharing-Schutz der Bayerischen -, dann können Sie den natürlich nicht zwei Wochen später widerrufen. Klar.

Wiederbeschaffungswert

Was ein Gegenstand wert ist, das können Versicherter und Versicherung ganz unterschiedlich beurteilen - und dabei ist nur vom materiellen Wert die Rede. Dieser Wert ist natürlich besonders wichtig, wenn die versicherte Sache beschädigt oder gestohlen wurde. Der Wiederbeschaffungswert ist der Preis, den Sie zahlen müssten, um eine gleichwertige Sache zum Zeitpunkt des Schadens wiederzubeschaffen. Haben Sie den Wiederbeschaffungswert versichert, bekommen Sie diese Summe im Versicherungsfall ausbezahlt.

Andere wichtige Messgrößen in diesem Zusammenhang sind der Zeitwert und der Neuwert.

Wohngebäudeversicherung

Wer ein Haus besitzt, der hat auch diese Versicherung. Sie schützt den Eigentümer im Fall eines Sachschadens vor den finanziellen Folgen - und die können sehr hoch sein. Bei der Wohngebäudeversicherung ist stets das gesamte Gebäude abgesichert zuzüglich aller darin unverrückbar verbauten Gegenstände. Gegen folgende Schäden schützt die Wohngebäudeversicherung normalerweise:

  • Blitzschlag
  • Explosion oder Implosion
  • Sturm (ab Windstärke 8) und Hagel
  • Leitungswasser
  • Überspannung
  • Feuer

Wer will, kann den Versicherungsschutz aber auch noch durch weitere Komponenten erweitern. Gerade in bestimmten Gegenden ist das häufig gewünscht. Dazu gibt es die sogenannte Elementarschadenversicherung.

X

Y

Z

Zeitwert

Was ist mir ein Gegenstand wert? Das können Sie mit der Versicherung oft individuell vereinbaren und entsprechend versichern. Es ist aber in der Regel so, dass hier ein bestimmter Wert bei Verlust oder Beschädigung angesetzt wird, mit dem Ihr Schaden abgegolten ist - meist mit Geld. Beim Zeitwert ist das der Betrag, den der versicherte Gegenstand zum Zeitpunkt des Schadens noch wert war. Daneben gibt es auch noch den Neuwert und den Wiederbeschaffungswert.

Zentralruf

Autoversicherer wollen es Ihnen bei einem Verkehrsunfall so einfach wie möglich machen - das ist gerade wichtig, wenn Sie im Ausland unterwegs sind. Dazu haben sie den Zentralruf der Autoversicherer eingerichtet, der selbsttätig die zuständige Versicherung des Unfallverursachers kontaktiert. Ist das Fahrzeug im Ausland versichert, dann ermittelt dieser Zentralruf sogar den Schadenregulierer der ausländischen Versicherung, der in Deutschland zuständig ist. Der Zentralruf der Autoversicherer ermittelt dabei jede Versicherung eines Unfallgegners aus den Staaten der Europäischen Union, Island, Norwegen, Liechtenstein und der Schweiz.

Die Telefonnummern sind:

  • aus dem Inland: 0800 – 250 260 0
  • aus dem Ausland: 0049 (40) 300 330 300
  • per Smartphone: mobile.zentralruf.de

ACHTUNG: Wer beim Zentralruf anruft, ersetzt damit nicht die Schadensmeldung bei seiner eigenen Versicherung.