Back to the Roots: Wie Hausbesitzer alternative Wohnkonzepte versichern

Geräumige, aber teure Eigenheime und Wohnungen sind schon längst nicht mehr alles, was der Wohnungsmarkt zu bieten hat. Ganz im Gegenteil! Neue Trends sorgen dafür, dass auch für den kleinen Geldbeutel der Traum von den eigenen vier Wänden in Erfüllung gehen kann.

Kurz zum Hintergrund: Immobilien- und Mietpreise, die besonders in den Städten ins Unermessliche steigen, führen schon seit einiger Zeit gerade in den jungen, modernen und aufgeschlossenen „Hipster“-Ballungsräumen zu Minimalismus und ungeahnter Kreativität unter den Wohnungssuchenden. Das Ergebnis: Alternative Wohnkonzepte wie Hausboote oder Wohnwagen werden nicht mehr nur von (oft nur mitleidig belächelten) Aussteigern bewohnt. Sie sind vielmehr auf dem Weg zum echten Wohntrend.

Allen voran: Das Tiny House – ein Häuschen mit oder ohne Rädern, das es trotz überschaubaren Wohnflächen von bis zu 30 Quadratmetern angeblich an nichts mangeln lässt. Doch was macht den Reiz aus, herkömmliche Wohnkonzepte anzuzweifeln und auf minimalistische Alternativen umzusteigen? Die Antwort ist zwar in der Regel eine sehr individuelle Sache – doch fast immer ziemlich pragmatisch motiviert:

  • Geringe Baukosten: Wer kennt ihn nicht, den Traum vom Eigenheim? Doch bis der erfüllt werden kann, sind nicht selten einige Jahrzehnte Leben auf Sparflamme oder ein hoher Kredit nötig. Mit minimalistischen Wohnkonzepten kann Ihnen das Warten und die finanzielle Last erspart bleiben. Schließlich sind diese vergleichsweise klein – und damit in Anschaffung oder Bau wesentlich günstiger als herkömmliche Eigenheime. Zudem ist bei Hausboot, Tiny House und den weiteren Alternativen lediglich ein kleines (oder gar kein) Grundstück nötig. Definitiv ein zusätzliches Plus für Ihren Sparstrumpf.
  • Geringe Unterhaltskosten: Auch wenn Sie die passende Wohnalternative schon gefunden haben, sparen Sie für gewöhnlich beim alternativen Wohnen weiter. Schließlich sorgt der geringere Wohnraum auch für einen sparsamen Heizungs- und Stromverbrauch. Zudem fallen einige Anschaffungen weg, da der Platz für Möbel und Dekoration ohnehin geringer ist. 
  • Umweltfreundlich: Auch die Umwelt kann dank neuer Wohnkonzepte wieder etwas befreiter aufatmen. Schließlich folgt auf den geringeren Wohnraum auch ein niedrigerer CO2-Ausstoß. Das kann den ökologischen Fußabdruck der modernen Hausbesitzer erheblich verringern. Des Weiteren sorgen minimalistische Wohnkonzepte für weniger Bodenversiegelung.

Weniger Haus = weniger Kosten = weniger Gefahren?

Obwohl sich minimalistische Wohnalternativen in vielen Punkten von den herkömmlichen vier Wänden unterscheiden, haben sie eines gemeinsam: Im Schadensfall, etwa durch Einbruch oder Naturgefahren, können die verursachten Kosten hoch sein. Deshalb ist die Absicherung Ihres Eigenheims, egal in welcher Form, besonders wichtig.

Doch da gibt es ein Problem: Während der Versicherungsmarkt für herkömmliche Wohnkonzepte groß ist, lassen die Möglichkeiten für Wohnwagen, Tiny House & Co. gerade in Deutschland häufig (noch) ziemlich zu wünschen übrig. Zudem ist oft unklar, welche Versicherungen bei den zum Teil sehr unterschiedlichen Wohnalternativen überhaupt nötig sind.

Damit Ihnen dieses Hindernis auf dem Weg zum trendigen, angesagten Eigenheim nicht im Weg steht, haben wir da mal was vorbereitet. Am besten, Sie lesen einfach weiter!

Überblick: Sinnvolle Versicherungen für Tiny House & Co.

#1 Wohngebäudeversicherung

Wie jede Immobilie sollte auch Ihr alternativer Wohnraum gegen Schäden am Wohngebäude abgesichert sein. Oft ist hierfür keine spezielle Versicherung nötig: Denn sogar alternative Wohnoptionen können mit einer herkömmlichen Wohngebäudeversicherung abgesichert werden. Die Bedingung: Ihr alternatives Eigenheim verfügt über eine „hausähnliche Konstruktion“ des Wohnraums. Konkret bedeutet das:

  • Das Bauwerk muss mit dem Erdboden verbunden sein. Wohnräume auf Rädern fallen hier also durch das Raster und können nicht im Rahmen einer Gebäudeversicherung gegen Einbruch und andere typische „Eigenheimgefahren“ abgesichert werden.
  • Als Hausbesitzer müssen Sie das Bauwerk überwiegend zu Wohnzwecken nutzen. Wer dagegen nur sein Büro oder eine Werkstatt im modernen Hauskonzept betreibt, kann – eigentlich ja auch logisch – keine Wohngebäudeversicherung abschließen.
  • Die Bauweise muss gegen äußere Einflüsse schützen – wie ein echtes Heim eben auch. Allzu „alternative“ Wohnkonzepte aus Karton etc. haben es deshalb ebenfalls meist eher schwer, als echtes Wohngebäude durchzugehen.

Sie merken schon: Die genannten Bedingungen erfüllen in erster Linie die Tiny Houses. Jedoch können beispielsweise auch Chalets der Marke Eigenbau im Stil „kanadische Blockhütte“ und andere alternative Wohnkonzepte unter den Schutz der Wohngebäudeversicherung fallen.

Achten Sie aber unbedingt auf eine Schadensabsicherung, die sich neben dem Basisschutz auch an den individuellen Bedingungen (Baumhaus, Hausboot, Reetdach etc.) Ihrer Wohnalternative orientiert. Für Besitzer eines Tiny Houses empfiehlt sich etwa eine gesonderte Absicherung der Grundstückbestandteile. Schließlich fordert das geringere Platzangebot innerhalb des Tiny Houses häufig weitere Lagermöglichkeiten. Kleinheim-Eigentümer greifen deshalb oft auf alternative Platzangebote wie Gartenhäuser oder Schuppen zurück. Mit einem entsprechenden Versicherungszusatz sind auch diese Grundstückbestandteile optimal abgesichert.

Gut zu wissen:

Auch für den Bau eines Tiny Houses ist eine Bauförderung möglich. Zur Verfügung stehen hier beispielsweise die Fördermittel der KfW, mit denen unter anderem das energieeffiziente Bauen unterstützt werden soll. Bedingung hierfür ist lediglich, dass das Tiny House fest mit dem Boden verbunden ist. Mehr zu den unterschiedlichen Fördermöglichkeiten Ihres (Tiny-)Hausbaus erfahren Sie beispielsweise bei aktion pro eigenheim.

#2 Hausratversicherung

Im Tiny House ist Minimalismus angesagt. Schließlich finden hier nur die (eher) elementaren Besitztümer Platz. Das bedeutet jedoch nicht, dass Ihr Hab und Gut keine Absicherung benötigt. Schließlich kommen auch in den kleinsten vier Wänden einige Wertgegenstände zusammen, die im Schadensfall einen großen Verlust bedeuten können. Deshalb sollte auch eine Hausratversicherung Teil Ihres Versicherungsschutzes sein.

Unser Tipp – ganz gleich ob Baumhaus, Hausboot oder klassisches Einfamilienhaus: Passen Sie den Versicherungsumfang immer an Ihren persönlichen Hausrat sowie an die für Sie relevanten, potenziellen Schäden an. Für Bewohner eines Tiny Houses ist zudem besonders die Absicherung vor einem Diebstahl vom Versicherungsgrundstück empfehlenswert. Das Thema hatten wir ja gerade (Link zum Hausratstext) schon mal. Mit der passenden Hausratversicherung sind dann aber auch Gartenmöbel und weitere Gegenstände, die unter Abwesenheit nicht im Haus, der Scheune oder sonst wo unter Verschluss gelagert werden können, abgesichert. 

Mobile Homes: Spezielle Versicherungen für mobile Hausbesitzer

Sie finden minimalistische, alternative Wohnkonzepte interessant, möchten Ihr Zuhause jedoch nicht gänzlich aufgeben? Die Lösung klingt einfach: Dauercamping! Denn mit Wohnwagen, Standfahrzeug oder Mobilheim können Sie den Minimalismus auch auf Teilzeit leben. Am besten funktioniert das auf dem Dauerstellplatz eines Campinggeländes. Hier können Sie dann auch über eine längere Zeit das einfache Leben genießen.

Um Ihr Campingerlebnis noch sorgloser zu gestalten, darf der passende Versicherungsschutz aber auch hier nicht fehlen. Kleiner Tipp (auch in eigener Sache): Einige Anbieter erleichtern Ihnen das Ganze mit praktischen Versicherungspaketen, speziell ausgelegt auf Ihre Bedürfnisse. Drin sind dann meist die folgenden (Sach-)Versicherungen:

  • eine Haftpflichtversicherung
  • eine Kaskoversicherung
  • eine Hausratversicherung (oft auch „Camperinhaltsschutz“ genannt) 

Die Kombi-Policen sind dabei in den meisten Fällen an einige Bedingungen gebunden. Üblich sind die folgenden Einschränkungen: 

  • Der „normale“ Versicherungsschutz gilt meist nur auf deutschen Campingplätzen. Internationale Standorte sind zwar auch möglich – aber eben Verhandlungssache mit der Versicherung.
  • Die Versicherungspakete für Dauercamper gelten in der Regel lediglich für nicht zugelassene Fahrzeuge. Zugelassene Fahrzeuge sind natürlich auch möglich, dann aber mit Zuschlag.
  • Zudem dürfen Sie das versicherte Fahrzeug nicht als ständigen Wohnsitz verwenden.

Floating Homes: Empfohlene Versicherungen für Hausboote

Abenteurer, die keinen festen Boden unter den Füßen brauchen, können Ihren Traum vom Eigenheim auch an immer mehr Orten in Deutschland mit einem außergewöhnlichen Zuhause erfüllen – das gerade in den Niederlanden schon seit längerem zum ganz normalen Bild gehört: Dem Hausboot. Diese besondere Art des Wohnens ist nicht nur in extrem nautischen Gebieten möglich, auch die Gewässer in Großstädten wie Hamburg und Berlin sind mittlerweile von zahlreichen am Ufer liegenden Hausbooten geprägt.

Aus dieser nahezu einzigartigen Wohnatmosphäre ergeben sich jedoch auch zusätzliche Gefahren, die Eigentümer entsprechend absichern sollten.

#1 Vollkaskoversicherung – denn auch ein Hausboot ist ein Boot

Ein Hausboot ist besonders vielen Naturgewalten ausgesetzt. So können etwa Unwetter und Sturm zu Überschwemmungen führen und damit Schäden am Hausboot verursachen. Bei einem Hausboot reguliert die Vollkaskoversicherung etwaige Schäden und ersetzt hierbei die Wohngebäudeversicherung, welche bei Wohnformen zu Land notwendiger Standard ist. 

Weitere Gefahren, die in der Vollkaskoversicherung im Regelfall mitversichert sind: 

  • Schäden durch Vandalismus, Einbruchdiebstahl und Raub,
  • Sinken, Wassereinbruch und Leitungswasser,
  • sowie Brand, Blitzschlag, Implosion und Explosion.

#2 Hausratversicherung – denn ein Hausboot ist vor allem auch ein Heim

Oft sind persönliche Gegenstände ebenfalls in der Vollkaskoversicherung eines Boots mit abgedeckt. Da ein ganzer Hausrat jedoch weit über die herkömmliche Ausstattung der Vollkaskoversicherung hinausgehen dürfte, ist in vielen Fällen eine zusätzliche Hausratversicherung nötig.

Gehen Sie hierbei folgendermaßen vor: Stellen Sie zunächst sicher, dass Ihre Police alle relevanten Teile Ihres Hausrats absichert. Achten Sie zudem darauf, dass Ihre Police Gefahren, welche typischerweise auf Gewässern vorkommen, deckt. Dazu gehören unter anderem ein Sinken des Hausboots, Wassereinbrüche und Hochwasser.

#3 Haftpflichtversicherung – denn Hausboote sind beweglich (und ziemlich wuchtig)

Ganz egal, ob sich Ihr Hausboot im Gewässer fortbewegen soll oder dauerhaft an einem Stellplatz liegt – eine Haftpflichtversicherung ist für Boote unverzichtbar. So können Sie etwa bei Fahrten auf vielbefahrenen Gewässern schnell unbeabsichtigt Personen- oder Sachschäden durch den Zusammenprall mit anderen Fortbewegungsmitteln verursachen.

Zudem sollte in Ihrer Police in jedem Fall eine Gewässerschadenhaftpflichtversicherung enthalten sein. Geht von Ihrem Hausboot nämlich eine „Veränderung der Beschaffenheit des Gewässers“ aus, kann das im Schadensfall extrem hohe Kosten nach sich ziehen. Besonders dann, wenn das Grundwasser betroffen ist. Eine ordentliche Absicherung potenzieller Gewässerschäden ist deshalb für alle Hausbootbesitzer unabdingbar.