Zwischen Flachland-Tornado und Jahrhundertflut
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Elementarschutz

Zwischen Flachland-Tornado und Jahrhundertflut

„Wir brauchen ein neues Sicherheitsbewusstsein“

Anfang Juni 2016. Die Tiefdruckgebiete Elvira, Frederike wüteten zwei Wochen mit Starkregen, Hagel, Gewitter und Tornados in Deutschland. Geschätzter Gesamtschaden: rund 15 Milliarden Euro. Viel Arbeit für die Schadenabteilungen der Versicherer. Auch für das Servicecenter der Bayerischen.

Alles andere als „business as usual“

Kerstin Wagner, fachliche Leiterin für Sachschäden

„Für uns bedeuten solche Ereignisse Hochbetrieb, allerdings mit Zeitversatz“, sagt Kerstin Wagner, fachliche Leiterin im Sachschadenbereich der Bayerischen.

„Viele Menschen, die eine solche Katastrophe trifft, müssen erst mal ihr verbliebenes Hab und Gut in Sicherheit bringen. Erst nach ein bis zwei Tagen werden die Schäden im Servicecenter der Bayerischen oder beim Vertriebspartner gemeldet, so Wagner. Dann aber startet ein Prozess, der alles andere ist als „business as usual“: „Vor allem wollen wir den Menschen möglichst rasch, effizient und unbürokratisch helfen.“ Immerhin geht es derzeit um rund 10.000,- Euro pro Einzelfall, mitunter auch höher.

Schnelle Entscheidungen vor Ort

Erster Ansprechpartner ist der Sachverständige, der im Auftrag der Bayerischen den Schaden begutachtet. „Hier setzen wir auf erfahrene und in der Region bekannte Gutachter. Meist können sie den Schaden bereits vor Ort ermitteln und eine direkte Freigabe erteilen. „Für unsere Versicherten ist das eine große Hilfe und Erleichterung. Lange Wartezeiten und Ungewissheit wollen wir unbedingt vermeiden. Meist dauert es nur einen Werktag, bis der Fachmann bei den Betroffenen ist.“

Im nächsten Schritt beginnen ausgesuchte Fachunternehmen mit den Reparaturen. Zuerst sind meist Trocknungsfirmen gefragt, die die Räume wieder nutzbar machen. Im Anschluss können dann andere Gewerke die weiteren Instandsetzungen durchführen. „Die Schadenregulierung läuft meist sehr reibungslos und zügig“, berichtet Wagner.

Jetzt die aktuelle Absicherung überprüfen lassen

Überschwemmungsbilder rütteln auf

Sandra Kaiser, Mitarbeiterin der Bayerischen, nahm die jüngsten Unwetterberichte im Fernsehen zum Anlass, auch ihre eigene Absicherung noch einmal zu überprüfen.

Elementarschäden oft nicht versichert

Probleme gibt es, wenn Versicherte nicht richtig versichert sind. Denn die „Elementarschadendeckung“ ist durch Wohngebäude- oder Hausratversicherung allein nicht abgedeckt, sie muss gesondert vereinbart werden.

Experten schätzen, dass deshalb aktuell deutschlandweit nur rund 20 Prozent der aktuellen Schäden durch entsprechende Policen reguliert werden können. 80 Prozent haben den Elementarschadenschutz bisher nicht abgeschlossen und müssen die Schäden selbst tragen. „Das ist für die Betroffenen ein herber Schlag. Deshalb möchten wir unsere Versicherten über die Risiken und die Vorteile einer umfassenden Absicherung aufklären,“ betont Kerstin Wagner.

Versicherungsschutz vom Profi überprüfen lassen

Die Bayerische rät aktuell zu einer Überprüfung der vorhandenen Absicherung. „Schäden durch klimatische Ereignisse, insbesondere Sturm- und Hagelschäden sowie Schäden durch Starkregen nehmen spürbar zu“, weiß Kerstin Wagner aus eigener Erfahrung. Und noch etwas ändert sich: Waren früher meist die klassischen Hochwassergebiete betroffen, wurden in den vergangenen Wochen eher Regionen heimgesucht, die bisher nicht als Risikogebiete eingestuft waren.

Risiken ändern sich

Sturmschaden

„Beim Vertragsabschluss mag es noch sinnvoll gewesen sein, sich gegen den Schutz zu entscheiden. Aus finanziellen Gründen, oder weil man sich in einem Nicht-Risikogebiet in Sicherheit glaubte“, so Kerstin Wagner.

„Aber jetzt ist es sicher sinnvoll, diese Entscheidung grundlegend zu überdenken. Deshalb rate ich unseren Versicherten dringend, ihren Berater zu kontaktieren und ihre bestehende Wohngebäude- oder Hausratversicherung wenn möglich durch den Elementarschadenschutz zu ergänzen.“

Diese Tipps können Sie sofort berücksichtigen

Wenn die Fluten kommen, ist meist alles zu spät. Durch vorausschauendes Handeln lassen sich aber etliche Schäden vermeiden. Und diese Maßnahmen greifen auch bei denen, deren Immobilie oder Hausrat durch eine ungünstige Risikolage nicht versicherbar sind.

  • Kellerfenster, Türen und Lichtschächte mit Sicherungssystemen ausstatten
  • Gefährdete Räume fliesen – auch im Erdgeschoss
  • Die wichtigsten Wertgegenstände und elektrische Geräte möglichst nur in oberen Stockwerken aufbewahren
  • Öltanks und dazugehörige Rohrleitungen besonders schützen (und sich selbst durch eine zusätzliche Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung)

Elementarschadenschutz in Kürze

  • Leistungen: Schutz vor den finanziellen Folgen von Naturereignissen. Zum Beispiel bei Starkregen, Überschwemmung, Rückstau, Hochwasser, Schneedruck, Lawinen/Erdrutsch, Erdsenkung, Erdbeben und Vulkanausbruch.
  • Abschließbar zusätzlich zu Ihrer Wohngebäude- oder Hausratversicherung
  • Kosten abhängig vom Wert der Immobilie oder des Hausrates, aber auch von der Lage des Objektes – siehe „ZÜRS“ . Wer aus rein finanziellen Gründen davor zurückschreckt: Die Kosten im Falle eines Schadens liegen meist wesentlich höher.
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Sollten Sie über Elementarschutz nachdenken?

  • Hat es in Ihrer Gegend in den letzten drei Jahren Starkregen gegeben? Oder können Sie ausschließen, dass es vorkommt?
  • Gibt es in Ihrer Nähe ein stillgelegtes Bergwerk oder eine Kiesgrube?
  • Liegt die zu versichernde Immobilie in einer Hanglage?
  • Gibt es bei Ihnen ein fließendes Gewässer, und sei es auch noch so klein (Mini-Bach o.ä.)?
  • Wurde Ihre direkte Umgebung in der letzten Zeit verändert?
  • Wurden zum Beispiel größere Flächen versiegelt?

Schon wenn Sie nur eine Frage mit „ja“ beantworten können, sollten Sie über Elementarschadenschutz nachdenken. Kontaktieren Sie Ihren Berater.

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